Detailansicht

Der gute Gott und sein gewalttätiges Wort
Studie zur Gewalt im Alten Testament mit einem Ausblick auf das Neue Testament
Gertrude Benes
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Katholisch-Theologische Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Diplomstudium Katholische Fachtheologie
Betreuer*in
Ludger Schwienhorst-Schönberger
Volltext herunterladen
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.41101
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30433.65229.348353-8
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Erfahrung zeigt, dass viele Menschen Probleme mit der Gewaltthematik in der Bibel haben. Besonders dem Alten Testament haftet der Ruf an, eine Schlagseite zur Gewalt zu haben. Was vielfach irritiert, sind jene Bibeltexte, die Gott selbst als gewalttätig darstellen. Dieses Problembewusstsein ist nicht neu, schon der urchristliche Ketzer Markion unterschied zwischen dem bösen, gewalttätigen Gott des Alten Testaments und dem liebenden, barmherzigen Gott des Neuen Testaments. Die Folge war, dass er das Alte Testament generell verwarf. Ebenso beschäftigten sich die Kirchenväter mit dieser Thematik. So hatten die Hörer der Predigten des Origenes Schwierigkeiten im Umgang mit bestimmten Bibeltexten, die einen Gott zeigten, der Gewalt ausübte oder zumindest anordnete. Origenes versuchte daraufhin, mit Hilfe der allegorischen Auslegung eine Antwort auf diese Fragen zu finden. In der Ursachenforschung lassen sich zwei bedeutende Theorien nennen: 1) Die Theorie von Rene Girard, der Gewalt im Menschen verankert sah und die Erlösung aus der Gewalt in Verbindung mit der Gestalt des Sündenbocks annahm. Seine Theorie wurde von dem Innsbrucker Dogmatiker Raymund Schwager rezipiert. 2) Die These von Jan Assmann, der den Monotheismus als Ursache für die Gewalt nannte. Wenn auch diese beiden Thesen schon einige Zeit zurückliegen und verschiedene Reaktionen hervorriefen, so zeigen sie doch eine gewisse Zeitlosigkeit und Aktualität der stets wiederkehrenden Anfrage an die Bibel: Warum so viel Gewalt? Ist Gott selbst gewalttätig? Dazu erschien es wichtig, sich einerseits mit Texten auseinanderzusetzen, die das Bild eines gewalttätigen Gottes zeigen, wie zum Beispiel die Schilfmeergeschichte im Buch Exodus. Das Gleiche gilt für die Landnahmeerzählungen im Buch Josua. Andererseits muss aufgezeigt werden, dass beim genauen Lesen des gesamten Alten Testaments jene Schriftstellen überwiegen, die Minimierung, Aufdeckung und Überwindung der Gewalt als Thema haben. Beispiele sind hierbei das alttestamentliche Recht und besonders die vier Lieder vom Gottesknecht im Jesajabuch. In einem Ausblick sollte auch das Neue Testament betrachtet werden, zum Beispiel ist in der Offenbarung des Johannes von einem gewalttätigen Gott die Rede. Ziel der Arbeit war, zu zeigen, dass das biblische Gottesbild zwar auf den ersten Blick widersprüchlich und undurchdringlich wirkt, Gott erscheint als gut und böse in einem. Doch gilt es zu berücksichtigen, dass Gott nie von sich aus beginnt, gewalttätig zu handeln, sondern erst auf herrschendes Unrecht reagiert. Er setzt sich für die Schwachen ein und zwar auf maßvolle Art in Hinblick auf ein höheres Ziel, nämlich die Durchsetzung von Gerechtigkeit und Frieden. Das ist die Grundbotschaft der gesamten Bibel.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Gewalt in der Bibel Ursachenforschung Bilder der Gewalt Gegenbilder der Gewalt
Autor*innen
Gertrude Benes
Haupttitel (Deutsch)
Der gute Gott und sein gewalttätiges Wort
Hauptuntertitel (Deutsch)
Studie zur Gewalt im Alten Testament mit einem Ausblick auf das Neue Testament
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
92 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ludger Schwienhorst-Schönberger
Klassifikation
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.36 Biblische Theologie
AC Nummer
AC13229679
Utheses ID
36384
Studienkennzahl
UA | 011 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1