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Kritische Theorie und Moralphilosophie
moralphilosophische Überlegungen in den Werken von Adorno, Horkheimer, Habermas und Benhabib
Felix Christoph Poppeikoff
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Philosophie
Betreuer*in
Konrad Paul Liessmann
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30098.08566.875469-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht, wie innerhalb der als „Frankfurter Schule“ oder „Kritische Theorie“ bekannten philosophischen Denkrichtung das Problem der Moralphilosophie und im Besonderen das der Moralbegründung behandelt wird. Neben der Klärung einiger grundsätzlicher und begrifflicher Fragen zur Moralphilosophie wird analysiert, welche Antworten die VertreterInnen der Kritischen Theorie auf die von dieser philosophischen Disziplin gestellten Probleme geben. Als exemplarische VertreterInnen der einzelnen „Generationen“ der Frankfurter Schule werden dabei Theodor W. Adorno und Max Horkheimer (erste Generation), Jürgen Habermas (zweite Generation) und Seyla Benhabib (dritte Generation) ausgewählt. Die Arbeit zeigt, dass diese AutorInnen trotz ihrer gemeinsamen philosophischen Tradition teils eklatante Unterschiede in ihren moralphilosophischen Überlegungen aufweisen. Während Adorno und Horkheimer eine gehaltvolle Theorie des Guten vertreten, die auf einen utopischen Zustand der Versöhnung von Allgemein- und Individualinteressen vorgreift, entwickelt Jürgen Habermas eine prozeduralistische Diskursethik. Diese behandelt ausschließlich Gerechtigkeitsprobleme und verschiebt die Frage nach dem Guten in die Sphäre der Lebenswelt, wodurch keine allgemeingültige Entscheidung inhaltlicher Fragen möglich ist. Zentral ist dabei für Habermas das Konsensprinzip, dem zufolge eine Norm genau dann gerecht ist, wenn sie in einem transparenten Diskurs auf konsensuelle Zustimmung stößt. Seyla Benhabib bewegt sich noch innerhalb des von Habermas entwickelten diskurstheoretischen Grundgerüsts, verabschiedet sich jedoch von einigen seiner Grundannahmen, wie etwa der Trennung von Problemen der Gerechtigkeit und des guten Lebens sowie vom Konsensprinzip, ohne allerdings ihrerseits ein alternatives Entscheidungskriterium vorzuschlagen. Nach Ansicht des Autors dieser Masterarbeit müssen sich die moralphilosophischen Überlegungen aller drei untersuchter Generationen jeweils unterschiedlichen Formen der Kritik stellen. Da jedoch insbesondere die erste Generation ein anderes Erkenntnisinteresse verfolgt als ihre Nachfolgegenerationen, ist ein direkter Vergleich beziehungsweise Kritik nicht immer sinnvoll.
Abstract
(Englisch)
This master thesis seeks to examine how ethical reasoning takes place within the philosophical tradition known as „Frankfurt School“ or „Critical Theory“. Aside from clarifying some fundamental and conceptual questions about moral philosophy, it investigates how various proponents of Frankfurt School account for the problems posed by this discipline. As exemplary representatives of the different „generations“ of Frankfurt School it examines works by Max Horkheimer and Theodor W. Adorno (first generation), Jürgen Habermas (second generation) and Seyla Benhabib (third generation). This master thesis shows that besides their shared tradition the ethical reasoning of these philosophers differs strongly from each other. Whilst Adorno and Horkheimer argue for a substantial theory of the good and anticipate a vague utopia where the general and the particular will are reconciled, Habermas develops a proceduralist discourse ethics. His account only treats problems of equity, while the question about what is the good has to be treated within a certain Lebenswelt and cannot be decided in a rational way. His decision criterion is the principle of consensus, according to which only norms that are consensually agreed upon within a transparent discourse can legitimately be called just. Seyla Benhabib, despite being a representative of discourse ethics, abandons some of Habermas' basic assumptions like the separation of the good and the just or the principle of consensus. Yet, she cannot show to provide an alternative decision criterion to the latter. The author of this master thesis concludes that all three generation's ethical reasoning has to face different objections. Since Horkheimer and Adorno share a different cognitive interest than their successors, it is not always fruitful to compare or criticise these accounts based on the other.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Frankfurt School Critical Theory moral philosophy ethics Adorno Horkheimer Habermas Benhabib moral justification discourse ethics
Schlagwörter
(Deutsch)
Frankfurter Schule Kritische Theorie Moralphilosophie Ethik Adorno Horkheimer Habermas Benhabib Moralbegründung Diskursethik
Autor*innen
Felix Christoph Poppeikoff
Haupttitel (Deutsch)
Kritische Theorie und Moralphilosophie
Hauptuntertitel (Deutsch)
moralphilosophische Überlegungen in den Werken von Adorno, Horkheimer, Habermas und Benhabib
Paralleltitel (Englisch)
Critical theory and moral philosophy
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
121 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Konrad Paul Liessmann
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.38 Ethik ,
08 Philosophie > 08.44 Sozialphilosophie ,
08 Philosophie > 08.45 Politische Philosophie
AC Nummer
AC13264670
Utheses ID
36397
Studienkennzahl
UA | 066 | 941 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1