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Das Problem der scientia intuitiva als Erkenntnis der Essenz des Einzeldings
eine kritische Relektüre der dritten Erkenntnisart in Spinozas Ethik
Bernadette Reisinger
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Philosophie
Betreuer*in
Klaus Puhl
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.41151
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29504.01961.169360-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Der Fokus der vorliegenden Arbeit liegt auf dem Konzept der scientia intuitiva bei Spinoza. Mittels einer weitgehend textimmanenten Rekonstruktion vor allem der Ethik und in ständiger kritischer Berücksichtigung der Forschungsliteratur wird eine Interpretation der dritten Erkenntnisart entfaltet, deren Gegenstand die Erkenntnis der individuellen Essenz der Einzeldinge ist. Konträr zu vielen anderen Interpretationsansätzen zeige ich, dass die dritte Erkenntnisart einen aus epistemologischen und ontologischen Gründen notwendigen Ort in Spinozas System einnimmt und eine Lücke füllt, auf die das Vermögen der ratio selbst ex negativo hinweist. Gleichzeitig fundiert die ratio meiner Lesart gemäß die Möglichkeit einer intuitiven Erkenntnis. Damit setze ich mich von anderen Interpretationsansätzen ab, die die dritte Erkenntnisart entweder der Obsoleszenz überführen oder sie als mystisches, nicht-rationales Vermögen radikal von der ratio geschieden wissen wollen. Die scientia intuitiva erweist sich als das Konzept einer Erkenntnis, die das konkrete und besondere Einzelding, das uns in der imaginatio in Form von „verworrenen“ und „verstümmelten“ Ideen und in der ratio in Form von klaren und deutlichen Ideen gegeben ist, im Rahmen eines intellektuell-intuitiven Erkenntnisvollzugs wieder als die konkreten, singulären Einzeldinge einholt. Auf Basis einer Interpretation des conatus als dem metaphysischen Scharnier zwischen ewigem modalen Wesen und der aktuellen Essenz des Individuums, die sich in seiner raumzeitlichen Existenz ausdrückt, wird schließlich ein Lösungsansatz präsentiert, wie man sich eine mit Spinozas Theorie konform gehende intuitive Erkenntnis unserer selbst sowie aller anderen Dinge in ihrer substanziellen Inhärenz, seien es Wirbelstürme, Pflanzen, Insekten, Menschen oder soziale Institutionen, als eine wirkliche Möglichkeit des menschlichen Geistes vorstellen kann. In Form eines Ausblicks wird schließlich die scientia intuitiva als ein Korrektiv gegen jede Form der begrifflichen Vereinnahmung bzw. der Aufhebung oder Reduktion von Einzeldingen fruchtbar gemacht und damit ihre ontologische Anwendbarkeit in zeitgenössischen Diskursen propagiert.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Spinoza Erkenntnistheorie Metaphysik Scientia intuitiva
Autor*innen
Bernadette Reisinger
Haupttitel (Deutsch)
Das Problem der scientia intuitiva als Erkenntnis der Essenz des Einzeldings
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine kritische Relektüre der dritten Erkenntnisart in Spinozas Ethik
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
113 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Klaus Puhl
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.02 ,
08 Philosophie > 08.03 Grundlagen und Methoden der Philosophie ,
08 Philosophie > 08.24 Neue westliche Philosophie ,
08 Philosophie > 08.31 Metaphysik, Ontologie ,
08 Philosophie > 08.32 Erkenntnistheorie ,
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.02 Philosophie und Theorie der Geisteswissenschaften
AC Nummer
AC13264635
Utheses ID
36423
Studienkennzahl
UA | 066 | 941 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1