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Liszts CHRISTUS
Angelika Anna Maria Steinbach-Ditsch
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Manfred Angerer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.4127
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30331.85908.305870-9
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In meiner Diplomarbeit versuche ich, die kirchenmusikalischen Werke von Franz Liszt unter dem Blickpunkt auf seine Religiosität darzustellen. Ich konzentriere mich dabei vor allem auf das Oratorium Christus. Im ersten Abschnitt meiner Arbeit untersuche ich die Entwicklung der Religiosität Liszts. Soziale Umbrüche, industrielle Weiterentwicklungen, Veränderungen in der Gesellschaft und im musikalischen Geschehen werden geschildert, um zu verstehen, in welche Zeit der Komponist geboren wurde und in welcher er sich zu entwickeln suchte. Prägenden Einflüssen, wie etwa der Saint-Simonisten oder des Pater Lamennais, wird näher nachgegangen. Ich werfe besonderes Augenmaß auf jene Werke Liszts, in denen sich religiöse Aspekte erstmals in Kompositionen zeigen. Von den virtuosen Jahren ausgehend, versuche ich anhand der Klavierwerke und der literarischen Werke zu zeigen, ob und inwiefern Liszt seiner Religiosität Ausdruck verleiht. Dabei wird auch die Divergenz zwischen Liszts Glauben und der katholischen Kirche gezeigt, die vornehmlich auf Lamennais zurückzuführen ist. In weiterer Folge komme ich auf die Zustände der katholischen Kirchenmusik in Deutschland zu sprechen, für deren Reformierung Liszt sich vehement einsetzte. Mit dem romantischen Ideal, Gutes in der Vergangenheit zu suchen, findet Liszt mit dem Komponisten Palestrina einen „Retter der Kirchenmusik“. Auf Liszts Kontakt mit der Reformbewegung der katholischen Kirchenmusik, den Cäcilianisten, wird genauer eingegangen, ebenso auf die Richtlinien und Bestrebungen dieses Vereins. Hierbei wird ersichtlich, dass Liszt sowohl befürwortend als auch ablehnend dieser Reformbewegung gegenüberstand, ebenso wie die Cäcilianisten Liszt gegenüber ein zwiespältiges Verhältnis pflegten. An ausgewählten Kompositionen der Weimarer Jahre zeige ich den musikalische Entwicklung vom religiösen Komponisten zum sakralen Komponisten. Jene Verbindung zwischen Kirche und Theater, welche Liszt schon in jungen Jahren in seinem Fragment Über zukünftige Kirchenmusik forderte wird zunächst in den symphonischen Dichtungen realisiert. In einem eigenen Kapitel über die Messen gehe ich auf die Unterschiedlichkeit der 5 Messvertonungen ein und versuche, diese zu charakterisieren und zu erläutern. Auf der Einfluss und die Rolle der Fürstin Wittgenstein auf Liszts Leben wird anhand von Kompositionen bezug genommen. Der Einstieg Liszt in den klerikalen Stand polarisierte seine Umgebung, ebenso sehr, wie die geistlichen Werke unterschiedlichste Reaktionen auslösten. Anhand von Liszts 3 Oratorien wird der Gattungsbegriff Oratorium umrissen und untersucht, inwieweit Liszt sich dieser Tradition anschließt oder sich über ihre Grenzen hinwegsetzt. Die enorme Bedeutung, die Liszt dem Christus zumaß, zeigt sich daran, dass er an keinem anderen Werk so lange arbeite; kein anderes Werk weist eine so lange Aufführungsdauer auf, wie dieses Oratorium. Eine genaue Untersuchung und Analyse des Oratoriums Christus soll Aufschluss über die Verschiedenartigkeit der einzelnen Teile und ihre, dahinterliegende, auf den ersten Blick nicht erkennbare Einheit, geben. Die Synthese von Festhalten an kirchlichen Intonationen und Befreiung durch fortschrittliche Harmonisationen, wowie deren krasses Gegenüberstellen wird in den jeweiligen Kapiteln näher beleuchtet. Die Zusammenstellung des Textes für dieses Oratorium, sowie die Wahl der gregorianischen Intonationen wirft die Frage auf, inwieweit der Gegensatz von Subjektivität und Objektivität anhand der einzelnen Sätze erkennbar ist.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Liszt Kirchenmusik Oratorium
Autor*innen
Angelika Anna Maria Steinbach-Ditsch
Haupttitel (Deutsch)
Liszts CHRISTUS
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
121 S. : Notenbeisp.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Manfred Angerer
Klassifikation
24 Theater, Film, Musik > 24.50 Historische Musikwissenschaft
AC Nummer
AC08103450
Utheses ID
3649
Studienkennzahl
UA | 316 | | |
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