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Zwischen politischem Erinnern und "Revisionismus"
Geschichtserzählung im Werk des rechtsextremen sudetendeutschen Schriftstellers Ernst Frank
Pauli Aro
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Zeitgeschichte
Betreuer*in
Philipp Ther
DOI
10.25365/thesis.41234
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29087.99563.585459-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit widmet sich dem sudetendeutschen Schriftsteller, Verleger und Vertreter der extremen Rechten, Ernst Frank (22.08.1900 – 20.09.1982) und seinem literarischen Werk. Als theoretische Grundlagen wurden hierbei eine soziologische Lesung von Paul Ricoeurs Konzeption der narrativen Identität, Aleida Assmanns Ansatz zur Erinnerungskultur, sowie die vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) geförderte Definition von „Revisionismus“ verwendet. Ein historischer Teilabschnitt widmet sich Franks Biographie und versuchte sie in der Geschichte der sudetendeutschen Volksgruppe in der ehemaligen Tschechoslowakischen Republik, sowie innerhalb des rechtsextremen Spektrums ihrer politischen Landschaft zu kontextualisieren. Ausgehend von Franks 1975 erschienener Autobiographie „Männer haben immer gebaut“ sollen somit einige vom Autor gepflegte Motive analysiert werden. Frank, so zeigt der Verlauf der Analyse, erzählte sein Leben als lineare Entwicklung eines Jungen hin zu ausgeprägten nationalistischen und völkischen Überzeugungen. Wesentliche Stationen auf dem Weg von Franks literarischem Alter Ego „Helmut Wildrath“ stellen dabei seine Jugend in der Wandervogelbewegung und die Männerfantasien der Turnbewegung dar. Tatsächliche politische Abläufe werden verkürzt dargestellt und hinter ihnen ein völkischer Wille vermutet. Frank zeichnet sich selbst als Opfer und sieht die Vertreibung der Deutschen als das alleinige Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkrieges an – während er die vom NS-Regime begangenen Shoah bestreitet und ablehnt. Konsequent wünscht Franks „Helmut Wildrath“ von der Sudetendeutschen Landsmannschaft ein Beharren auf den Rechten und Pflichten des Volkstums – eines Volkstums, dessen Konzeption in Franks Werk, wie sich schließlich zeigt, besonders stark auf den Vorstellungen seines Freundes und Zeitgenossen, Erwin Guido Kolbenheyer, aufbaut. Franks Lebenserzählung dient somit als Beispiel für die Kontinuitäten innerhalb der extremen Rechten.
Abstract
(Englisch)
This thesis is about the Sudeten German writer, publisher and activist of the extreme right, Ernst Frank (22.08.1900 – 20.09.1982) and his literary work. A sociological interpretation of Paul Ricoeur’s concept of narrative identity, Aleida Assmann’s approach towards memory culture and the definition of “revisionism”, as promoted by the Documentation Centre of Austrian Resistance (DÖW), serve as theoretical basis. A historical subsections focuses on Frank’s biography and tries to contextualize it within the history of the Sudeten German minority of the former Czechoslovak Republic, as well as within the extreme right of its political landscape. Based on Frank’s 1975 autobiography “Männer haben immer gebaut” (“Men have always built”) some of the author’s motifs are analysed. The analysis makes evident that Frank is telling his life’s story as a linear development from boyhood to distinct nationalist and chauvinist conviction. Milestones in this development of Frank’s Alter ego “Helmut Wildrath” are his time within the “Wandervogel” youth movement and the masculinist fantasies of the Gymnastics movement. Actual political developments are only briefly touched and are seen as expressions of the people’s will. Frank portrays himself merely as a victim yet characterises the expulsion of the Germans as the sole war crime of World War II – whereas he denies and refuses the Shoah committed by the Nazi regime. Consistently Franks “Helmut Wildrath” demands that the post-war Sudeten German “Landsmannschaft” insist on the rights and duties of its people – a people whose conception in Frank’s writing relies heavily on the ideas expressed by Frank’s friend and contemporary, Erwin Guido Kolbenheyer. Thus Frank’s life story serves as an exemple of the continuity within the extreme right.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Frank, Ernst (author) Kolbenheyer, Erwin Guido (author) Sudeten Germans Czechoslovakia Nationalsozialismus Extreme Right Memory Culture Narrativity Geschichtsrevisionismus Wandervogel movement Gymnastics movement Sudeten German Landsmannschaft Witikobund Sudeten German Landsmannschaft
Schlagwörter
(Deutsch)
Frank, Ernst (Autor) Kolbenheyer, Erwin Guido (Autor) Sudetendeutsche Tschechoslowakei Nationalsozialismus Rechtsextremismus Erinnerungskultur Narrativität Geschichtsrevisionismus Wandervogelbewegung Turnbewegung Sudetendeutsche Landsmannschaft Witikobund Sudetendeutscher Kameradschaftsbund
Autor*innen
Pauli Aro
Haupttitel (Deutsch)
Zwischen politischem Erinnern und "Revisionismus"
Hauptuntertitel (Deutsch)
Geschichtserzählung im Werk des rechtsextremen sudetendeutschen Schriftstellers Ernst Frank
Paralleltitel (Englisch)
Between Political Memory and "Revisionism"
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
116 Seiten : Illustration
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Philipp Ther
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.06 Politische Geschichte ,
15 Geschichte > 15.07 Kulturgeschichte ,
15 Geschichte > 15.24 Zweiter Weltkrieg ,
15 Geschichte > 15.37 Europäische Geschichte 1914-1945 ,
15 Geschichte > 15.38 Europäische Geschichte nach 1945 ,
15 Geschichte > 15.43 Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts ,
15 Geschichte > 15.61 Tschechien, Slowakei, Ungarn
AC Nummer
AC13061511
Utheses ID
36497
Studienkennzahl
UA | 066 | 689 | |
