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Les structures syllabiques en français et en espagnol: Une analyse dans le cadre de la théorie de l'optimalité
Magdalena Zehetgruber
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Romanistik
Betreuer*in
Elissa Pustka
DOI
10.25365/thesis.41307
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29313.06134.332253-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit beschäftigt sich mit den Silbenstrukturen des Französischen und des Spanischen. Das Hauptaugenmerk der Arbeit liegt in der Analyse dieser Strukturen im Rahmen der Optimalitätstheorie (OT) aus diachroner und synchroner Sicht. Diese Theorie wurde in den 1990er Jahren als Gegenpol zu herkömmlichen generativen Modellen entwickelt, die auf sprachspezifischen Ableitungsregeln basieren. Im Rahmen der Optimalitätstheorie werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Sprachen anhand von sprachuniversellen Constraints, also Beschränkungen, dargestellt, die miteinander in Konflikt treten und je nach Sprache oder Varietät unterschiedlichen Rankings unterliegen (vgl. Kager 1999; Prince/Smolensky 2004).
In der Analyse der Silbenstrukturen von romanischen Sprachen zeigt sich, dass sich Unterschiede und Gemeinsamkeiten auf Ebene der Syllabierung und der Resyllabierung optimalitätstheoretisch in sogenannten Tableaus darstellen lassen. Dabei war es von besonderem Interesse, die Unterschiede hinsichtlich silbischer Komplexität zu erfassen (vgl. Colina 2009; Tranel 2000). Außerdem liegt ein Schwerpunkt der Analyse auf diachroner Variation, insbesondere auf dem Phänomen der Vokalprosthese, die in beiden behandelten Sprachen während ihrer Entstehungsgeschichte im Zuge von sogenannten s impura Sequenzen aktiv war. Während dieser phonologische Prozess im Französischen im Zuge der Renaissance an Produktivität verlor, wird die Vokalprosthese im Spanischen bis heute produktiv auf derartige Strukturen angewandt. Dieser Unterschied lässt sich optimalitätstheoretisch anhand von unterschiedlichen Constraint-Rankings darstellen, gleichzeitig kann die Theorie dafür keine Erklärungen liefern. Ich habe im Rahmen der Analyse den Prozess der Vokalprosthese anhand der Entwicklung der lateinischen Wörter schola und scholaris in den jeweiligen romanischen Sprachen betrachtet. Während im Französischen des Mittelalters durch Vokalprosthese das Wort escole, heute école entstand, wurde aus scholaris im 19. Jahrhundert die Form scolaire, die höhere Silbenkomplexität aufweist. Für das Spanische zeigt sich die Produktivität der Prosthese in den Wörtern escuela und escolar (vgl. Sampson 2010).
Ähnlich verhält es sich mit der Analyse von varietätsspezifischen Unterschieden in der Silbenstruktur. Während universell gesehen Sprachen häufig zu weniger markierten
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Strukturen tendieren, gibt es in beiden Sprachen synchrone Entwicklungen, die in der Nähesprache ein größeres Maß an Komplexität bewirken. Auch diese Unterschiede lassen sich im Rahmen von OT anhand der Annahme von ‘freier Variation’ und des Einflusses von sprachökonomischen Bestrebungen analysieren. Gleichzeitig scheitert die Theorie auch hier daran, aussagekräftige Erklärungen für die bestehende Variation zu liefern (vgl. McMahon 2000).
Am Ende der Arbeit stehen daher auch Erklärungsversuche für die unterschiedlichen Silbenstrukturen zur Diskussion. Dabei gilt es einerseits die Grenzen der Optimalitätstheorie aufzuzeigen, insbesondere in der Auseinandersetzung mit diachroner und synchroner Variation, andererseits mithilfe von Konzepten der angewandten Linguistik wie der Sprachkontaktforschung oder der Frage des Verhältnisses von Laut und Schrift Erklärungen zu liefern.
Somit zeichnet diese Arbeit ein umfassendes Bild vom Konzept der Silbe, von ihrem Stellenwert in der Optimalitätstheorie sowie von den Silbenstrukturen der beiden gewählten romanischen Sprachen (deskriptive Absicht). Gleichzeitig war es ein Ziel der Arbeit, die festgestellten Phänomene im Rahmen der Optimalitätstheorie zu veranschaulichen und dabei auch die Vorzüge und Schwachpunkte der Theorie zu ermitteln (Schwerpunkt der Modellierung). Diese liegen in erster Linie in der Erklärungsnot der Theorie, in die sie bezüglich der erläuterten Phänomene gerät. Daher werden am Ende Erklärungen aus außersprachlichen Bereichen wie der Sprachkontaktforschung, der Standardisierung und des Verhältnisses von Phonemen und Graphemen gesucht und gegeben (erklärende Absicht).
Abstract
(Englisch)
In this Master’s thesis the main focus lies on the analysis of syllabic structures in the Romance languages French and Spanish. Within the framework of Optimality Theory (OT), I attempted to point out the differences and parallels between those two languages from a diachronic as well as from a synchronic perspective. Optimality Theory was established in the early 1990s being an alternative to derivational models in generative phonology. The syllable plays a main part in this theory. Contrary to other universalist models, OT replaces language-specific rules with universal, vulnerable constraints whose language-specific ranking decides for an output to be grammatical or not within a given language system (cf. Kager 1999; Prince/Smolensky 2004).
Within the OT analysis of syllabic structures in French and Spanish, we could point out the differences and parallels in syllabification as well as resyllabification by drawing OT tableaus with the corresponding ranking for each language. Accent was put on the differences in syllabic complexity (cf. Colina 2009; Tranel 2000). Further attention was paid to the development of syllabic structures from Latin, more precisely to the process of ‘I-prosthesis’. This process was productive in the Middle Ages in most Romance languages and affected so called s impura sequences that violated the Sonority Sequencing Principle. While French abandoned this process at the latest in the 16th century, Spanish continues to apply this process to any marked sequence of this kind for example nowadays in borrowings and loanwords coming from English. We see the difference between those two languages in the development of the latin words schola and scholaris, both of which were integrated into Romance languages. In French we have the old heritage word école (old French escole) contrary to the later loanword scolaire with a complex syllabic structure. In Spanish both words escuela and escolar show the prosthetic /e/ to simplify syllabic structure (cf. Sampson 2010). In the analysis, I could show the differences by reranking but failed to explain them within the OT framework.
Similar results have been found in the analysis of outputs of synchronic variation. Some varieties of French and Spanish show a tendency towards more complex syllabic structures, contrary to the assumption of structural improvement. Those phenomena could as well be analysed within OT in terms of ‘free variation’ and reranking of
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constraints due to reasons of linguistic economy. OT fails again to give explanations or reasons for the difference in the syllabic structure of Romance varieties and encounters severe problems related to the question of input for corresponding output forms (cf. McMahon 2000).
Finally, those limits of Optimality Theory especially in questions of diachronic and synchronic variation were discussed and attempts to find explanations outside of OT were made. Factors that influence syllabic structures are to be found within topics of applied linguistics such as languages in contact, standardisation of languages or the relation of script and sound.
On the whole, this Master’s thesis gives an extensive description of the concept of the syllable, its position within Optimality Theory and the different syllabic structures in French and Spanish (descriptive goal). Furthermore, within the analysis I could model differences and parallels by ranking and reranking universal constraints and discussing questions of the relation between input and output (focus on modelling). Due to the analysis, I could see the advantages and limits of optimality theory when it comes to the search for explanations. Therefore, explanations were given and discussed in areas other than functional linguistics (explanatory goal).
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Phonology Syllable structures Language change Variation Optimality Theory
Schlagwörter
(Deutsch)
Phonologie Silbenstrukturen Sprachwandel Variation Optimalitätstheorie
Autor*innen
Magdalena Zehetgruber
Haupttitel (Französisch)
Les structures syllabiques en français et en espagnol: Une analyse dans le cadre de la théorie de l'optimalité
Paralleltitel (Deutsch)
Silbenstrukturen im Französischen und Spanischen: Eine Analyse im Rahmen der Optimalitätstheorie
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
115 Seiten
Sprache
Französisch
Beurteiler*in
Elissa Pustka
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.14 Vergleichende Sprachwissenschaft ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.51 Einzelne Theorien der Grammatik ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.53 Phonetik, Phonologie ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.39 Romanische Sprachen und Literaturen: Sonstiges
AC Nummer
AC13106799
Utheses ID
36558
Studienkennzahl
UA | 066 | 149 | |
