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Der Einfluss von Identität und Machtstrukturen auf den Zweitspracherwerb im Alltag
Alena Soucek
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Deutsch als Fremd- und Zweitsprache
Betreuer*in
Klaus-Börge Boeckmann
DOI
10.25365/thesis.41529
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29912.46353.819065-5
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Sprache ist das Werkzeug, mit dem die objektive Realität abgebildet und fassbar gemacht wird. Gleichzeitig aber konstruiert Sprache Realität und bestimmt, wie diese von den Rezipienten wahrgenommen wird. Sprache ist auch der Ort, an dem sich Subjektivität bildet und somit konstituierend auf die Identität der Lernenden wirkt. Dieser Vorgang ist als ein wechselseitiger Prozess zu verstehen, denn in gleichem Maße wird auch der Spracherwerb und die Sprachverwendung von Identität beeinflusst. Bourdieu sieht Sprache als Kapital, denn der Erwerb einer Sprache bedeutet nicht nur neue Ausdrucksmöglichkeiten, sondern auch den Gewinn von kulturellem, symbolischem und ökonomischen Kapital. Bourdieu betont auch den Aspekt der Macht in sozialen Interaktionen und sprachlicher Kommunikation, der sich nicht nur dadurch zeigt, über was, wie und wie lange geredet wird, sondern auch wer mit wem redet und vor allem wer redet und wer zuhört. Das „Recht zu Sprechen“ wird meist von Sprechern der Zielsprache gegeben oder mit einer guten Sprachkompetenz erst „erworben“. Die vorliegenden Arbeit bezieht sich stark auf die Werke von Bonny Norton Peirce, die fordert, dass in Forschungen zum Zweitspracherwerb die Lernenden nicht unabhängig von dem Lernkontext, in dem die Sprache erworben wird, betrachtet werden können und dies versucht, in ihrer Langzeitstudie mit ausländischen Frauen in Kanada aufzuzeigen. In Anlehnung an diese Studie von Norton Peirce wurde eine qualitative Untersuchung zum Einfluss der sozialen Identität auf den Zweitspracherwerb mit sechs Deutschlernenden durchgeführt. Die Daten wurden mit Leitfadeninterviews und schriftlichen Textproduktionen erhoben und anschließend mit Grounded Theory ausgewertet. Im Zuge der Auswertung zeigte sich die Wichtigkeit von Englisch als Mittlersprache, da dadurch das Kommunikationsverhalten in der Muttersprache mit weniger Reibungsverlusten in das Leben in Österreich integriert werden konnte. Ebenso wurde deutlich, dass ein Gespräch auf Deutsch mit Lernenden von Personen mit Deutsch als Erstsprache erst ab einem gewissen Sprachniveau zugelassen wurde. Die Hemmungen auf Deutsch zu sprechen, lassen sich auf die Angst vor einer negativen Beurteilung der eigenen Person zurückführen sowie die Befürchtung, dass aufgrund der geringen Sprachkenntnisse ihr Wissen und ihre Kompetenz in anderen Bereichen wie Studium und Beruf nicht anerkannt wird.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Zweitspracherwerb Machstrukturen Lernerkontext Identität
Autor*innen
Alena Soucek
Haupttitel (Deutsch)
Der Einfluss von Identität und Machtstrukturen auf den Zweitspracherwerb im Alltag
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
122 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Klaus-Börge Boeckmann
AC Nummer
AC13091268
Utheses ID
36759
Studienkennzahl
UA | 066 | 814 | |
