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Vom marginalisierten Tischlerbub zum erfolgreichen Schriftsteller
narrative Selbstkonstruktion und Inszenierung von Autorschaft am Beispiel von Peter Turrini
Elisabeth Lemmerer
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie (Dissertationsgebiet: Deutsche Philologie)
Betreuer*in
Wynfrid Kriegleder
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17469.60235.710562-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Im Fokus der Dissertation steht die narrative Selbstkonstruktion und Inszenierung von Autorschaft am Beispiel des österreichischen Dramatikers Peter Turrini. Theoretische Basis sind Überlegungen im Text „Literatur und Biographie“ des russischen Literaturwissenschaftlers Boris Tomaševskij. Dieser unterteilt in zwei Formen von Autorenbiographie, nämlich in eine „reale, amtliche Biographie“ des Autors sowie eine „ideale biographische Legende“. Erstere umfasst überprüfbare Angaben zur Person, wie biographische Daten, wohingegen Zweitere aus poetisch aufgearbeiteten Selbstdarstellungen besteht, die vom Autor in literarische und nicht-literarische Texte biographisch mehr oder weniger wahrheitsgetreu einflochten werden. Darauf aufbauend wird im ersten Teil der Arbeit Turrinis reale, amtliche Biographie dargestellt. Sein literarischer Werdegang muss in Zusammenhang mit (literatur-)geschichtlichen Entwicklungen im Österreich der Nachkriegszeit gesehen werden, weshalb das soziokulturelle Umfeld seiner schriftstellerischen Produktion sowie historische Besonderheiten berücksichtigt werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der jungen, experimentell schreibenden Autorengeneration sowie ihrem Umgang mit dem erdrückend erlebten Arbeitsumfeld. Bei Turrini lässt sich ein Aufwachsen in Maria Saal, einem geistlich-kulturellen Zentrum im ländlichen Kärnten der Nachkriegsjahre feststellen. Der Vater, ursprünglich Italiener, arbeitet unterstützt von der Mutter als Kunsttischler im Dorf. Dem Sohn wird der Besuch der Hauptschule ermöglicht. In diese Zeit der Emanzipation von den engen dörflichen Strukturen fallen die ersten schriftstellerischen Versuche. Der zweite Teil der Arbeit betrifft die Darstellung der idealen biographischen Legende bei Turrini. Dazu wird auf habituelle und paratextuelle Aktivitäten und Techniken Turrinis eingegangen, durch die der Schriftsteller in der Öffentlichkeit zur Autorschaftsinszenierung beiträgt. Exemplarisch wird die Inszenierung von Turrini als „Homo Politicus“ im Kontext mit der Rede „Liebe Mörder!“ thematisiert. Wie an Interviews und Selbstaussagen erkennbar, ist Turrinis narrative Selbstinszenierung stark von Erfahrungen aus der Kindheit geprägt. Diese wird einerseits unter Verwendung lyrischer Texte rekonstruiert, wobei drei Problemkonstanten, nämlich Vater, Mutter und Dorf, herausgearbeitet werden. Andererseits widmet sich eine narratologische Textanalyse der Frage, wie der Autor seine schriftstellerischen Anfänge darstellt. Als häufig rekurrierende Themen werden das Dorf, die Außenseitererfahrung, die Erfahrung mit Frauen bzw. der Sexualität und Turrinis Religions- bzw. Gottverständnis festgestellt.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Peter Turrini Narrative Selbstinszenierung Autorschaft Biographische Legende Narratologische Analyse Literaturgeschichte Autorschaftsinzenierungen
Autor*innen
Elisabeth Lemmerer
Haupttitel (Deutsch)
Vom marginalisierten Tischlerbub zum erfolgreichen Schriftsteller
Hauptuntertitel (Deutsch)
narrative Selbstkonstruktion und Inszenierung von Autorschaft am Beispiel von Peter Turrini
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
233 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Franz Eybl ,
Günther Stocker
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.70 Literaturwissenschaft: Allgemeines ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.71 Literaturgeschichte ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.93 Literarische Stoffe, literarische Motive, literarische Themen
AC Nummer
AC13104482
Utheses ID
36886
Studienkennzahl
UA | 792 | 332 | |
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