Detailansicht
Das Erleben moderner Kunst
ein Wechselbad der Emotionen
Nicole Hynek
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Diplomstudium Psychologie
Betreuer*in
Helmut Leder
DOI
10.25365/thesis.41781
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-24227.48894.712762-1
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Kunst kann als eine Form des Informationsaustausches verstanden werden, in welchem der Betrachter/in, entsprechend seiner Befindlichkeiten und Betrachtungsweisen, Gedanken und Stimmung des Künstlers/in aufgreift und neuinterpretiert. Von dieser Annahme ausgehend liegt das Forschungsinteresse der vorliegenden Studie auf der emotionalen und kognitiven Response auf visuelle Kunst und untersucht, ob Unterschiede hinsichtlich dieser Response durch den Bildinhalt oder Abstraktionsgrad der Kunstwerke, durch Unterschiede im Sozialverhalten der Probanden/innen, oder durch die Tatsache, dass originale Kunstwerke betrachtet werden, erklärt werden können.
Zu diesem Zweck wurden 91 Versuchspersonen randomisiert einer von drei Bedingungen zugeteilt. In der ersten Bedingung bekamen die Probanden/innen drei originale Kunstwerke präsentiert, in der Zweiten die Reproduktionen dieser Kunstwerke und in der Dritten als Kontrollbedingung, Bilder ohne Kunstanspruch. Im Rahmen dieser Untersuchung wurde anhand einer Fragebogenbatterie das emotionale Erleben dieser Bilder mittels dem Art Reception Survey (ARS), die Prosozialität, die soziale Verbundenheit, sowie die Bereitschaft zu Empathie erhoben. Weiterführend wurde in allen Bedingungen dasselbe Bilderset aus 18 Bildkarten, welche moderne Kunstwerke abbildeten, vorgelegt. Diese 18 Bildkarten wurden anhand einer Wörterliste mit 19 Adjektiven und der Skala Cognitive Stimulation des ARS beurteilt.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass originale Kunstwerke und Reproduktionen sich hinsichtlich ihrer emotionalen Beurteilungen kaum voneinander unterschieden. Differenzen in der Response konnten nur in Bezug auf Nichtkunst gefunden werden. Dieses Ergebnis spricht dafür, dass Originale und ihre Reproduktionen vermutlich ähnlich verarbeitet wurden. Die Analyse des Bildinhaltes und des Abstraktionsgrades lieferte Hinweise darauf, dass die Versuchspersonen in der Beurteilung erlebter Emotionen eher inhaltsbezogene Kriterien herangezogen haben. Außerdem zeigte die soziale Verbundenheit einen Zusammenhang mit dem Erleben ästhetischer Emotionen. Hierbei könnten Persönlichkeitseigenschaften, im Sinne der Big Five, eine entscheidende Rolle spielen. Außerdem zeigte die Fertigkeit zu Fiktion einen Zusammenhang mit der Bereitschaft ein Kunstwerk affektiv-kognitiv zu erleben.
Zusammenfassend erwies sich keine dieser drei Quellen als ausschlaggebend, um das Erleben von Kunst vorherzusagen. Es wurde im Zuge dieser Studie deutlich, dass die ästhetische Erfahrung aus einem Zusammenspiel von Eigenschaften der Kunstwerke und der Betrachter/innen entsteht.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
ästhetische Erfahrung ästhetische Emotionen Empathie soziale Orientierung
Autor*innen
Nicole Hynek
Haupttitel (Deutsch)
Das Erleben moderner Kunst
Hauptuntertitel (Deutsch)
ein Wechselbad der Emotionen
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
108 Seiten : Illustrationen, Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Helmut Leder
Klassifikationen
77 Psychologie > 77.40 Wahrnehmungspsychologie ,
77 Psychologie > 77.46 Emotion
AC Nummer
AC13257294
Utheses ID
36986
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
