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"Der Herr Handelsminister hat 100%ig njet gesagt"
die Entstehung des Arbeitsmarktförderungsgesetzes. Politische Debatten über dessen Gestaltung und Implementierung zwischen 1946 und 1968
Eveline Wollner
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie Geschichte
Betreuer*in
Margareta Maria Grandner
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.42161
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-24231.77476.276461-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit basiert auf archivalischen und gedruckten Quellen, welche die bisherige Forschung entweder gar nicht oder nur punktuell berücksichtigt hat. Ziel der Arbeit ist es, ein möglichst detailliertes Bild der Entstehungsgeschichte des Arbeitsmarktförderungesetzes zwischen 1946 und 1968 zu geben, die Forschungsliteratur kritisch zu würdigen und zu einem bedeutend umfassenderen Befund zu gelangen, als es bisher möglich war. Als ein Ergebnis der Arbeit lässt sich festhalten, dass die Abstimmung zwischen den Interessensvertretungen und der Regierung im Entscheidungsfindungsprozess keineswegs so stark ausgeprägt war, wie es die Forschung dazu nahelegt. Die zentrale Konfliktlinie der Auseinandersetzungen war durch die unterschiedlichen Auffassungen über den Modus regulierender Eingriffe bestimmt. Eine von den sozialistischen Akteuren gewünschte und fälschlicherweise als ‘Selbstverwaltung’ bezeichnete kollegiale Verwaltungsstruktur konnte nicht erreicht werden. Die kooperativ ausgerichtete Politik des Gewerkschaftsbundes führte zur Aufgabe der Forderung nach Budgetmitteln für die Arbeitsmarktpolitik seitens der sozialistischen Akteure. Der bisher unterschätzte Einfluss der Handelsminister bewirkte, dass keine Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen das Gesetz aufgenommen wurden. Erreicht wurde eine Kompetenzbegrenzung des Sozialministeriums bei der Fördervergabe und eine, wenn auch bescheidene, Lockerung der Bestimmungen der Vermittlungsbefugnis. Diese Kontroversen, und nicht etwa, wie es die dominierenden Vorstellungen nahelegen, die Organisationsfrage und die Auffassungsunterschiede zwischen den Vertretern der beiden großen Parteien, waren dafür verantwortlich, dass es mehr als zwei Jahrzehnte dauerte, bis das Arbeitsmarktförderungsgesetz verabschiedet wurde. Dabei prägte die unterschiedliche Macht der Akteure entscheidend die Ergebnisse. Diese Machtverhältnisse bestimmten die Entfaltung der Sozialpartnerschaft wie auch die Resultate der sozialpartnerschaftlichen Verhandlungen.
Abstract
(Englisch)
The present thesis is based on archival and printed source material that has hitherto either not at all or just fragmentarily been taken into consideration by scholarly research. The aim of the thesis is to describe as minutely as possible the course of the legislative process of the Law on Labour Market Advancement (Arbeitsmarktförderungsgesetz) in Austria from 1946 to 1968, to assess critically relevant scholarly research and to give a more comprehensive image of that process than had been possible in the past. One of the findings of the present thesis is that the accordation between the various pressure groups (trade unions, employers’ association, chambers of commerce, parties, etc.) has by far not been as developed as research so far undertaken is suggesting. The core line of divergence can be found in conflicting views about the mode of regulative interventions and has been dominant during the whole process of legislation. The socialist actors wished a cooperative type of governance for labour market measures—mistakenly labelled as ‘autonomous governance’—, but failed in their endeavour. The Austrian Federation of Labour Unions (Österreichischer Gewerkschaftsbund, ÖGB) sticked to a cooperative policy, which resulted in the socialist actors abandoning their quest for regular budgetary funds in supporting labour market advancement measures. The dominance of the Minister of Commerce, so far undervaluated, helped him to enforce that no measures for creating jobs were provided for in the Law. The Minister of Commerce also succeeded to enforce that the Ministry of Social Affair’s competences were limited to recruiting and subsidizing the unemployed, and that rules on labour recruitment were eased, albeit modestly. These controversies have to be held responsible for delaying the legislation for the Law on Labour Market Advancement over more than two decades, and not the issue of organization of recruitment agencies or diverging opinions between the two great parties (Socialists and the People’s Party), as hitherto insinuated by research done on the topic. The differing power of actors in the legislation process decisively shaped its outcome. The very same conditions of power shaped both the emergence of social partnership and the respective results of negotiations among the social partners.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Austria Second Republic Labour Market Policy Social Partnership Law on Labour Market Advancement (1946–68)
Schlagwörter
(Deutsch)
Österreich Zweite Republik Arbeitsmarktspolitik Sozialpartnerschaft Arbeitsmarktförderungsgesetz (1946–68)
Autor*innen
Eveline Wollner
Haupttitel (Deutsch)
"Der Herr Handelsminister hat 100%ig njet gesagt"
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Entstehung des Arbeitsmarktförderungsgesetzes. Politische Debatten über dessen Gestaltung und Implementierung zwischen 1946 und 1968
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
XI, 323 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Margareta Maria Grandner ,
Susan Zimmermann
Klassifikation
15 Geschichte > 15.09 Wirtschaftsgeschichte
AC Nummer
AC13312903
Utheses ID
37320
Studienkennzahl
UA | 092 | 312 | |
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