Detailansicht
Entwicklung der russischen Orthographie des 20. und 21. Jahrhunderts
Elena Klein
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Russisch
Betreuer*in
Johannes Reinhart
DOI
10.25365/thesis.42297
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-24224.82626.842166-0
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Das Ziel dieser Arbeit ist es die Entwicklung der russischen Orthographie von dem Anfang des 20. Jahrhundert bis zum heutigen Zustand zu verfolgen. Uns interessierten die wissenschaftlichen Überlegungen zum Thema Orthographie in Werken R.F. Brandts, F.F. Fortunatovs, A.A. Šachmatovs, V.V. Vinogradovs, V.I. Černyševs und V.V. Lopatin und ihr theoretischer und praktischer Beitrag zur Entwicklung der Rechtschreibung in Russland. Die wichtigsten Verbesserungsvorschläge und Reformangebote des 20. Jahrhunderts wurden in der Arbeit analysiert, als auch der Versuch der orthographischen Renovierung und Modernisierung durch Lopatin in der Kommission des Jahres 2000.
Mit der Kommission des Jahres 1900 unter der Leitung von Brandt fing die orthographische Bewegung des 20. Jahrhunderts an, dessen Aktivität zwar zu keiner Reform führte, stellte aber die orthographische Frage auf die Agenda.
Die nächste im Jahr 1904 einberufene Kommission zielte ihre Arbeit auf die Vereinfachung der Orthographie durch Abschaffung einiger Buchstaben. Das Ziel der vorgeschlagenen orthographischen Reform war es, die russische Rechtschreibung für die breite Masse des Volkes zugänglich zu machen. Dieses Ziel wurde aber außerhalb der Schule negativ aufgenommen. Die soziale Reaktion beeinflusste die Arbeit weiterer Kommissionen und als Ergebnis gingen die Vorschläge der Vorbereitungskommission des Jahres 1917 in die gemäßigte Richtung. Diese gemäßigte Reform wurde von der sowjetischen Regierung durchgeführt: die überflüssigen Buchstaben wurden eliminiert, als auch viele orthographischen Varianten. Bestimmte Varianten blieben aber und vermehrten sich.
Die Frage der Normierung der Orthographie war für Linguisten und Lehrer in den Jahren 1930- 1950 deswegen akut geblieben. Die Diskussion über die Vereinfachung der Orthographie ging auf mehreren Kommissionen weiter. Jedes Projekt bekam viele kritischen Bemerkungen und keines wurde realisiert.
Im Jahr 1956 erschien die erste gesetzliche akademische Regelsammlung „Pravila russkoj orfografii i punktuacii“. Die Regelsammlung liquidierte die orthographische Unordnung zwar nicht komplett, förderte aber trotzdem durch genauere Bestimmung der Regeln, Eliminierung der Ausnahmen und variablen Schreibweisen die Festlegung der Normen der russischen Orthographie.
Die Sammlung ließ noch viele Möglichkeiten zur Vereinfachung der Rechtschreibung über. Weitere orthographischen Kommissionen versuchten die Inkonsequenzen der Regelsammlung zu eliminieren, aber ohne praktische Ergebnisse.
Über Orthographie wurde immer viel diskutiert und geschrieben. Die moderne Zeit ist keine Ausnahme. Über den bekannten Versuch der orthographischen Modernisierung durch die Kommission von Lopatin schreiben wir im letzten Kapitel der Arbeit. Wir beschreiben die wichtigsten Vorschläge der Kommission als auch die soziale Reaktion darauf. Das Projekt von Lopatin, das erarbeitet wurde, um die Schwäche der Regelsammlung aus dem Jahr 1956 zu eliminieren, wurde nach der großen Diskussion in Periodika nicht verabschiedet.
Die Frage über die weitere zukünftige Reformierung der Orthographie bleibt noch offen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Orthographie Kommission Reform Russland
Autor*innen
Elena Klein
Haupttitel (Deutsch)
Entwicklung der russischen Orthographie des 20. und 21. Jahrhunderts
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
93 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Johannes Reinhart
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.54 Orthographie
AC Nummer
AC13236816
Utheses ID
37433
Studienkennzahl
UA | 066 | 852 | |
