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Rassismus und Entwicklung
Diskurse, Auffassungen, Zusammenhänge
Lisa Schneider
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
Beatriz De Abreu Fialho Gomes
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29336.04062.866665-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das Fortbestehen von race im „Entwicklungsdiskurs“ prägt und formt gegenwärtig bestehende asymmetrische („entwicklungspolitischen“) Beziehungen zwischen den Ländern und Gesellschaften des „globalen Nordens“ und des „globalen Südens“. Rassismus als Gegenstand der Entwicklungsforschung, stellt jedoch im deutschsprachigen Raum ein marginal behandeltes Forschungsthema dar. Um die vorhandene enge Koppelung zwischen Rassismus und „Entwicklung“ verstehen zu können, müssen diese stets in historischen Zeitabschnitten und „rassialisierten“ Konstruktionen verortet werden. Die vorliegende Masterarbeit setzt sich mit Rassismus im „Entwicklungskontext“ auseinander und versucht durch eine qualitativ- empirische Forschung herauszufinden, ob und inwieweit Rassismus innerhalb österreichischer Nichtregierungsorganisationen behandelt, wahrgenommen als auch thematisiert wird und dieses Rassismusverständnis an die Öffentlichkeit transportiert wird. Dafür wurden sechs Gespräche mit Mitarbeiter_innen der Öffentlichkeitsabteilung, aus verschiedenen entwicklungspolitischen Organisationen und humanitären Hilfsorganisationen geführt. Um die komplexen Phänomene „Entwicklung“ und Rassismus auch theoretisch einzubetten, setzen sich die einführenden Kapitel mit dem „Entwicklungskontext“ auseinander bzw. wird ausführlich auf die theoretischen Zugänge der Rassismusforschung eingegangen. Der empirische Teil präsentiert die Analyse der durchgeführten Forschung, respektive die sich daraus abgeleiteten Forschungsergebnisse. Konkludierend konnte festgestellt werden, dass trotz erheblicher Unterschiede bezüglich der Bedeutung von Rassismus innerhalb der Organisationen, er mehrheitlich mit Kommunikation bzw. der Gestaltung von Spendenplakate in Verbindung gebracht wird. Ein zentrales Ergebnis ist, dass innerhalb der Analyse ein deutlicher Unterschied zwischen den Gesprächen mit entwicklungspolitischen Organisationen und (humanitären) Hilfsorganisationen festgestellt werden konnte. So setzen sich entwicklungspolitische Organisationen deutlich intensiver mit (Macht-) Asymmetrien in entwicklungspolitischen Strukturen bzw. den (strukturellen) Formen von Rassismus auseinander (z. B. in Bezug auf Spendenplakate, die vorherrschende „strukturelle Weißheit“ in der EZA, oder die fehlende Thematisierung von Rassismus in EU- Anträgen). Dies könnte beispielsweise auf die erhöhte „Spendenabhängigkeit“ der befragten (humanitären) Hilfsorganisationen zurückgeführt werden bzw. auf die Auseinandersetzung der Mitarbeiter_innen entwicklungspolitischer Organisationen mit Rassismus, vorab der „NGO- Tätigkeit“. Explizit wird Rassismus nur dann (öffenlich) thematisiert, wenn er auch Teil der Arbeitsagenda der Organisation ist.
Abstract
(Englisch)
The continuity of race in the discourse of “development” engrains and forms current existing asymmetrical (“developmental”) relationships between countries and societies of the “global north” and the “global south”. Racism in the context of development- research can be considered a rather marginally attended field of research in german-speaking areas. In order to grasp the tight interrelation between racism and “development”, both need to be situated in historical timeframes and “racialised” constructions. This master thesis tries to explain racism in a “developmental context” and attempts, by applying qualitative empirical research, to find out in how far racism is treated, perceived and addressed within Austrian NGO’s and in how far these understandings are transmitted to public. Within the research framework, six open conversations have been carried out with employees of different developmental- and humanitarian-aid organisations. In order to theoretically embed the complex phenomenon of “development” and racism, the first chapters deal with the “context of development” and the theoretical aspects of research on racism. The empirical part constitutes an analysis of the prior conducted research, respectively their related findings. In summary one could conclude that the meaning of racism within an organization is mostly related to communication respectively the design of donation posters. By conducting the analysis, a difference between conversations with developmental organisations and humanitarian-aid organisations became apparent. This led to the finding, that developmental organisations deal with (power-) asymmetries within development cooperations respectively their (structural) types of racism more vigorously (e. g. this could be related to donation posters, the primarily “structural whiteness” within development cooperations or the missing debate about racism within EU applications). This may be traced back to an increased “dependency on donations” of consulted humanitarian aid organizations respectively the interaction of employees within developmental organisations with racism before their “NGO activities”. Racism is only being addressed explicitly (in public), when it is part of the working agenda of an organisation.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
race racism "development"
Schlagwörter
(Deutsch)
race Rassismus "Entwicklung"
Autor*innen
Lisa Schneider
Haupttitel (Deutsch)
Rassismus und Entwicklung
Hauptuntertitel (Deutsch)
Diskurse, Auffassungen, Zusammenhänge
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
II, 100 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Beatriz De Abreu Fialho Gomes
Klassifikationen
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.99 Geisteswissenschaften allgemein: Sonstiges ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.99 Sozialwissenschaften allgemein: Sonstiges
AC Nummer
AC13237053
Utheses ID
37526
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1