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Dem Leben dienen
die kirchlich geführten Krankenhäuser in Wien
Günther Bischof
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Olaf Bockhorn
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.4267
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29410.69083.420955-7
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ausgehend von dem Gebot Jesu, sich um die Kranken und Armen zu sorgen, das in zahlreichen Bibelstellen festgehalten ist, haben sich seit den Zeiten der Urkirche viele religiöse Gruppierungen – Orden und Kongregationen der katholischen Kirche – neben seelsorglichen, schulischen und missionarischen Aufgaben der Krankenpflege gewidmet. In der Evangelischen Kirche hat sich die „Diakonie“ dieser Arbeit angenommen. Da es bereits zahlreiche Abhandlungen über dieses Thema gibt, wurden in der Arbeit nur einige hervorragende kirchliche Einrichtungen beschrieben. Im Jahr 1978 haben sich die von weiblichen und männlichen Ordensgemeinschaften sowie von der Diakonie geführten Spitäler zur „Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler“ zusammengeschlossen. Die Gründung erfolgte mit dem Ziel, gemeinsame christliche Grundwerte und vor allem wirtschaftliche und legistische Probleme gegenüber staatlichen und Landesstellen zu vertreten. Eine schon jahrelang erhobene Forderung ist die finanzielle Gleichstellung mit den öffentlichen Krankenhäusern. Die von den Landesregierungen zur Verfügung gestellten Geldmittel werden zum überwiegenden Teil den Landes- und Gemeindespitälern zugewiesen und unterliegen somit dem politischen Einfluss. Abgänge dieser Gesundheitseinrichtungen werden von der öffentlichen Hand geleitstet, während jene der Ordensspitäler der jeweilige Krankenhauserhalter zu tragen hat. In zwei Umfragen, die die Arbeitsgemeinschaft in Auftrag gegeben hat, werden die Bekanntheit und die Zufriedenheit der Patienten mit der Pflege in diesen Spitälern mit sehr großer Zustimmung bestätigt. Eine Statistik über die medizinischen Leistungen der Ordensspitäler wird in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht. Zum Thema „Christliches Krankenhaus“ hat der Pastoraltheologe Univ.Prof. Dr. Zulehner 10 Grundsätze formuliert. 232 Daraus folgt u.a.: Es geht um den ganzen konkreten Menschen. Ziel ist die umfassende Heilung. Für die Leitung der konfessionellen Spitäler ist es wichtig, hohe medizinische Fachkompetenz mit einer starken menschlichen Komponente zu verbinden. In diesen Krankenhäusern kann von den Patienten ein Mehrwert an Zuwendung, gläubiger Pflege und Herzlichkeit erwartet werden, sowie eine weitgehende Befriedigung spiritueller Bedürfnisse. Zur Bedeutung der Krankenseelsorge hat die Österreichische Bischofskonferenz Leitlinien erstellt und die Erzdiözese Salzburg Orientierungshilfen für den Dienst als Krankenseelsorger angeboten. 7 Ordenskrankenhäuser, davon 5 in Wien, die von verschiedenen Kongregationen geführt wurden, schlossen sich 1995 zur Vinzenz Gruppe, einer Initiative der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul, zusammen. Ziel dieser Vereinigung ist nicht nur gemeinschaftliches wirtschaftliches Management, sondern auch die zentrale Vermittlung Vinzentinischer Werte, die von den Schwestern definiert wurden, wobei die Spiritualität der bisherigen geistlichen Spitalsträger erhalten bleibt. In der Vinzenz Gruppe sind eingerichtet: - ein Ethikbeirat, - ein Medizinischer Fachbeirat und - ein zentrales Informationsorgan. Vier der Wiener Mitgliedsunternehmen fungieren seit 2007 als Lehrkrankenhäuser der Medizinischen Universität Wien. Die Wiener kirchlich geführten Krankenhäuser sind zusammengefasst in einer „Interessengemeinschaft“, welche diese Spitäler gegenüber den städtischen Behörden vertritt. Bemerkenswert ist, dass jeder 7. Kranke in einer dieser Einrichtungen versorgt wird. Der Personalstand beträgt mehr als 2.300 Angestellte, wobei der Anteil an weiblichen Mitarbeitern 59% beträgt. 233 Da die geistlichen Gemeinschaften auch international tätig sind, hat man aus Solidarität mit den Armen in der Dritten Welt eine „Patenschaft der Nächstenliebe“ gegründet. Die Ordensspitäler sind auch eingebunden in den Wirkungskreis der Wiener Patientenanwaltschaft, welche die Rechte und Interessen von Personen in allen Angelegenheiten des Gesundheitswesens zu vertreten hat. Bei der Beschreibung der 9 konfessionell geführten Spitäler, deren Gründung zwischen dem 17. und dem 20. Jahrhundert erfolgte, ist folgende Vorgangsweise angewendet worden: Um eine möglichst einheitliche Darstellung zu erzielen, wurde zuerst auf die Geschichte der geistlichen Gemeinschaften, der Diakonie und auf deren Gründerpersönlichkeit, sowie der Krankenhäuser eingegangen. Des weiteren erfolgte eine Übersicht über die in den Spitälern eingerichteten Abteilungen und Institute sowie über die Bettenanzahl, die Mitarbeiter und die Anzahl der behandelten Patienten. Ein Vergleich der Daten ist möglich, da die Erhebungen im selben Jahr (2006) getätigt wurden. Großer Wert wird seitens der Spitalsleitungen auf die Vermittlung christlicher Werte an die weltlichen Mitarbeiter gelegt. Dies wird – in unterschiedlicher Art – in Form der Wertearbeit, der Erstellung von Leitbildern von Wertegruppen oder Pastoralräten umgesetzt. Abschließend wird auf die Eigenheiten bzw. die Besonderheiten des jeweiligen Krankenhauses eingegangen. Es bleibt zu hoffen, dass in naher Zukunft die berechtigte Forderung der konfessionell geführten Krankenhäuser um finanzielle Gleichstellung mit den Spitälern der öffentlichen Hand Erfüllung finden möge: „Gleiches Geld für gleiche Leistung“.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Geschichte der konfessionellen Krankenhäuser in Wien
Autor*innen
Günther Bischof
Haupttitel (Deutsch)
Dem Leben dienen
Hauptuntertitel (Deutsch)
die kirchlich geführten Krankenhäuser in Wien
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
259 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Olaf Bockhorn ,
Hermann Steininger
Klassifikation
73 Ethnologie > 73.08 Regionale Ethnologie
AC Nummer
AC05040226
Utheses ID
3776
Studienkennzahl
UA | 092 | 308 | |
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