Detailansicht
Die Emotionsregulation vor dem Hintergrund frühkindlicher Stressempfindlichkeit
Sarah Müller
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Psychologie
Betreuer*in
Lieselotte Ahnert
DOI
10.25365/thesis.43104
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-12719.35525.604966-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit untersuchte die Emotionsregulation und ihre Zusammenhänge zum Stressempfinden im frühen Kindesalter. Dabei wurden sowohl mögliche Einflüsse des Alters und Geschlechts der Kinder berücksichtigt als auch eine differenzierte Untersuchung des Stressempfindens auf der Ebene des Verhaltens und der Physiologie vorgenommen. Zudem wurde ein besonderer Schwerpunkt auf die Frage nach der Rolle des Vaters für die Emotionsregulation der Kleinkinder und ihr Stressempfinden gelegt, da diese in der bisherigen Forschung bislang kaum betrachtet wurde (Gunnar & Donzella, 2002). Zu diesem Zweck wurden die Daten von 104 Kindern (53 Mädchen und 51 Jungen) im Alter zwischen 11 und 36 Monaten und ihren Vätern verwendet, welche im Rahmen der Forschungsstudien CENOF und TAPRO an der Universität Wien erhoben wurden. Die Untersuchung der Emotionsregulation der Kinder und ihrer Väter wie auch des verhaltensbezogen Stressempfindens der Kinder erfolgte im Rahmen einer standardisierten, frustrationsauslösen-den Situation. Das physiologische Stressempfinden der Kinder wurde anhand von zwei verschiedenen Werten des Speichelcortisols, dem slope und intercept, bestimmt, welche Aussagen über die physiologische Stressverarbeitung und die grundlegende Konzentration an Cortisol über den Tag erlauben. Die Ergebnisse zeigen, dass bereits Kleinkinder verschiedene Strategien der Emotionsregulation anwendeten, um sich in einer für sie frustrierenden Situation selbst zu regulieren und dass sie dies auch dann taten, wenn sie von ihren Vätern dabei nicht aktiv unterstützt wurden. Welche Strategien die Kleinkinder anwendeten unterlag zum Teil den Einflüssen des Alters und Geschlechts der Kinder. Die Väter wiederum wendeten ihrerseits vielfältige Emotionsregulationsstrategien an, um ihre Kinder im Umgang mit der Situation zu unterstützen, wobei die aktiv-stimulierende und problemorientierte Emotionsregulationsstrategie der Exploration dominierte. Während keine Zusammenhänge zwischen der kindlichen Emotionsregulation und dem Stressempfinden der Kinder auf der Ebene des Verhaltens festgestellt werden konnten, ließ sich nachweisen, dass die kindliche Emotionsregulation mit einer verbesserten Stressverarbeitung und einem niedrigeren, durchschnittlichen Cortisollevel der Kinder verbunden war. In Bezug auf die Emotionsregulation der Väter zeigte sich, dass diese sowohl mit einer Abnahme negativer Emotionsausdrücke als auch mit einem verminderten physiologischen Stressempfinden ihrer Kinder in Zusammenhang stand. Darüber hinaus zeigten sich mehrfache Übereinstimmungen hinsichtlich der Emotionsregulationsstrategien von Vätern und ihren Kindern, was als Hinweis darauf verstanden werden kann, dass Kinder die Emotionsregulationsstrategien ihrer Väter beobachteten und imitierten. Insgesamt weisen die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung darauf hin, dass bereits Kleinkinder über ein Repertoire an verschiedenen Emotionsregulationsstrategien verfügen, für einen effektiven Umgang mit Stress auslösenden Situationen allerdings auf die Unterstützung ihrer Bezugspersonen an-gewiesen sind. Väter, so zeigt diese Untersuchung, können zu einem geringeren Stressempfinden ihrer Kinder beitragen und darüber hinaus auch die Emotionsregulationsstrategien ihrer Kinder beeinflussen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Emotionsregulation frühes Kindesalter Stress Cortisol Vater
Autor*innen
Sarah Müller
Haupttitel (Deutsch)
Die Emotionsregulation vor dem Hintergrund frühkindlicher Stressempfindlichkeit
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
95, XXI Seiten : Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Lieselotte Ahnert
Klassifikationen
77 Psychologie > 77.53 Entwicklungspsychologie: Allgemeines ,
77 Psychologie > 77.55 Kinderpsychologie
AC Nummer
AC13393975
Utheses ID
38146
Studienkennzahl
UA | 066 | 840 | |
