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Bezahlte Wahrheiten
"Schleichwerbung" in österreichischen Tageszeitungen ; eine Bestandsaufnahme
Katja Horninger
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Wolfgang Langenbucher
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.4351
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30251.13540.864863-6
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In Printmedien ist das klassische Inserat heute nicht mehr der einzige Weg, um Werbebotschaften zu kommunizieren. Vielfältige Werbeformen sind entstanden, die Grauzonen zwischen redaktionellen Beiträgen und Werbung dehnen sich aus. Eine systematische Aufarbeitung des Untersuchungsgegenstands Schleichwerbung in österreichischen Tageszeitungen ist jedoch bislang ausgeblieben. Diese Arbeit will daher einen Beitrag dazu leisten, diese Lücke in der kommunikationswissenschaftlichen Forschung zu schließen. Als ein interdisziplinäres Phänomen wird Schleichwerbung nicht ausschließlich über einen kommunikationswissenschaftlichen Zugang analysiert. Ebenso ist eine ökonomische Annäherung an das Thema notwendig sowie ein normativer Bezugsrahmen, der juristische Grundlagen und ethische Normen berücksichtigt. Der Untersuchungsgegenstand Schleichwerbung wird vor dem Hintergrund der zunehmenden Ökonomisierung der Medien betrachtet. Dabei werden Ursachen und Konsequenzen dieser Entwicklung, insbesondere für Journalismus und Gesellschaft, analysiert. Schleichwerbung wird als eine Folge der Ökonomisierung auf der Ebene der Medieninhalte verstanden und problematisiert. Im österreichischen Mediengesetz ist die Trennung von werbenden und redaktionellen Inhalten mit § 26 geregelt. Zudem gibt es eine freiwillige Selbstregulierung in Form von ethischen Selbstverpflichtungen. Die Ergebnisse der im Zeitraum einer künstlichen Woche in allen österreichischen Tageszeitungen durchgeführten Inhaltsanalyse machen deutlich: Die Medienrealität sieht anders aus, als die zahlreichen Regelungsversuche vermuten lassen. Demnach findet sich in fast allen Tageszeitungen Schleichwerbung. Als Schleichwerbung werden dabei Beiträge verstanden, die werbende und redaktionelle Inhalte vermischen und für den Leser irreführend sind. Die Untersuchung zeigt damit, dass es als Folge der Ökonomisierung der Medien auf der Inhaltsebene in den österreichischen Tageszeitungen zu Schleichwerbung kommt. Im Rahmen der Ergebnisinterpretation wird die Ökonomisierung jedoch nicht als einziges Erklärungsmodell beschrieben. Mögliche Erklärungsansätze liefern beispielsweise auch Aspekte der Aufmerksamkeitsökonomie. Die Arbeit schließt mit einem Fazit und stellt mögliche Konsequenzen der Untersuchungsergebnisse für Gesetzgebung, Kommunikationspraxis und Ausbildung, Selbstkontrolle sowie kommunikationswissenschaftliche Forschung zur Diskussion.
Abstract
(Englisch)
Nowadays, classical advertisements are not the only way to communicate advertising messages via print media. Various forms of advertising have emerged. The undefined area between advertisements and editorial content is growing. A systematic analysis of surreptitious advertising in Austrian daily newspapers did not exist so far. Therefore the underlying thesis wants to provide a contribution in order to close this gap in communication sciences. Surreptitious advertising is an interdisciplinary phenomenon. For this reason it cannot be analysed exclusively from the perspective of communication sciences. An economic approach to the topic is necessary as well as a normative one, which considers judicial basic principles and ethic norms. Surreptitious advertising is analysed under consideration of the economisation of the media. Causes and consequences of this development, especially for journalism and society, are described. Surreptitious advertising is discussed as a consequence of the economisation at the level of editorial products. The separation of advertising and editorial content is regulated under section 26 of Austrian media law. Moreover there exists a form of voluntary self-regulation via the commitment to ethical guidelines. Based on the results of the content analysis, which covered the period of a so called artificial week in all Austrian daily newspapers, it can be noted that media reality strongly differs from the principles as laid down in the various regulations. Surreptitious advertising, defined as publications, which combine editorial and advertising contents in a, from the perspective of the reader, deceptive way, was detected in almost every daily newspaper. The analysis shows that in Austrian daily newspapers the consequences of the economisation are noted in form of surreptitious advertising. In the course of the interpretation, economisation is not brought forward as the only explication for the development outlined above. Another approach to explain surreptitious advertising is the influence of the economy of attention. The thesis closes with a conclusion and brings up to discussion possible consequences in the field of legislation, practice of communication, education, self-regulation and communication sciences.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
surreptitious advertising daily newspapers Austria media law self-regulation advertising journalism economisation
Schlagwörter
(Deutsch)
Schleichwerbung Tageszeitung Österreich Mediengesetz Selbstkontrolle Werbung Journalismus Getarnte Werbung Ökonomisierung
Autor*innen
Katja Horninger
Haupttitel (Deutsch)
Bezahlte Wahrheiten
Hauptuntertitel (Deutsch)
"Schleichwerbung" in österreichischen Tageszeitungen ; eine Bestandsaufnahme
Paralleltitel (Englisch)
Paid truths - "surreptitious advertising" in Austrian daily newspapers ; a critical survey
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
409 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Wolfgang Langenbucher ,
Johann Haas
Klassifikation
05 Kommunikationswissenschaft > 05.00 Kommunikationswissenschaft: Allgemeines
AC Nummer
AC05039673
Utheses ID
3855
Studienkennzahl
UA | 092 | 301 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1