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Theresienstadt und Österreich 1945-2015
Magdalena Liedl
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Zeitgeschichte
Betreuer*in
Bertrand Perz
DOI
10.25365/thesis.43577
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15477.87043.327563-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Zwischen Herbst 1941 und Kriegsende 1945 wurde die ehemalige Habsburger Festung Theresienstadt in Nordböhmen von den Nationalsozialisten als Durchgangslager für Juden und Jüdinnen auf der deren Deportation in die Vernichtungseinrichtungen weiter im Osten genutzt. Theresienstadt war dabei eines der wichtigsten Deportationsziele für verschleppte Juden und Jüdinnen aus Wien. Auch als Täter waren Österreicher überdurchschnittlich in Theresienstadt vertreten. So stammten alle drei Kommandanten des Ghettos aus Österreich.
Dennoch gibt es bis heute keine österreichische Rezeptionsgeschichte des Ghettos. Diese Arbeit untersucht daher wie diese Geschichte des Ghettos nach 1945 in Österreich auf den verschiedensten Ebenen von der justiziellen Verfolgung der Täter bis zur medialen und kulturellen Thematisierung Theresienstadts oder der Zusammenarbeit österreichischer Institutionen mit der Gedenkstätte aufgearbeitet und rezipiert wurde.
Dabei zeigen sich mehrere Tendenzen: Erstens folgt die Rezeptionsgeschichte Theresienstadts nicht allgemeinen Phasenmodellen zur österreichischen Erinnerungskultur, sondern das Ghetto wurde langsamer und später aufgearbeitet als andere Lager. So kommt es tatsächlich erst in den späten 1990er Jahren zu einer Diskussion Theresienstadts im Kontext des Genozids. Davor gibt es immer wieder lange Zeitperioden, etwa die 1970er, in denen Theresienstadt vollkommen aus der öffentlichen Debatte verschwindet. Zweitens scheint die österreichische Rezeptionsgeschichte Theresienstadts auch von tschechischen bzw. tschechoslowakischen Entwicklungen beeinflusst zu sein, etwa der Öffnung der Tschechoslowakei im sogenannten ‚Prager Frühling‘ oder dem Ende der kommunistischen Herrschaft 1989. Drittens wird in den 1980er Jahren das Narrativ Theresienstadts als ‚Kultur-Ghetto‘, in dem die Häftlinge vor allem künstlerisch tätig waren und das ‚weniger schlimm‘ als andere Lager gewesen sei, die dominante Erzählung in der öffentlichen Debatte. Die Rezeptionsgeschichte Theresienstadts in Österreich zeigt daher auch, dass, festgemacht an einem konkreten Ort, die Rezeption der NS-Zeit komplexer und von verschiedensten Akteuren beeinflusst ist, als dies in groben Modellen der nationalen Gedächtnisgeschichte dargestellt werden kann.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Theresienstadt Rezeptionsgeschichte Österreich Nationalsozialismus
Autor*innen
Magdalena Liedl
Haupttitel (Deutsch)
Theresienstadt und Österreich 1945-2015
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
91 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Bertrand Perz
Klassifikation
15 Geschichte > 15.60 Schweiz, Österreich-Ungarn, Österreich
AC Nummer
AC13346736
Utheses ID
38577
Studienkennzahl
UA | 066 | 689 | |
