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Brauner Fußball in der Steiermark
Analyse der Fußballberichterstattung von 1940-1945 hinsichtlich popularkultureller Indikatoren
Harald Stoiber
Art der Arbeit
Magisterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Magisterstudium Publizistik-u.Kommunikationswissenschaft
Betreuer*in
Wolfgang Duchkowitsch
DOI
10.25365/thesis.43948
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-24232.85161.316862-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Unser Bild über den Nationalsozialismus ist noch immer von Mythen, Stereotypen und Extremen geprägt. Die Erzählungen von Augenzeugen werden weniger, die Kriegsgeneration stirbt langsam weg. Es könnte schwerer werden, differenzierte Auseinandersetzungen zu führen, persönliche Erfahrungen geltend zu machen und Grautöne zuzulassen.
Deshalb ist es wichtig sich mit dem alltäglichen und dem privaten Leben der damaligen Zeit zu beschäftigen, damit mehr Interpretationsspielraum zwischen „Anschluss“-Euphorie und Widerstandsglauben möglich ist. Abseits der NS-Propaganda, der Kriegsfelder und der Orte des Gräuels gab es auch ein „normales“ Leben. Doch auch dieses wurde vom NS-Regime bewusst aufrechterhalten und gefördert, um die negativen Folgen des Krieges und das Leid abzufedern bzw. zu lindern. Massenphänomene halfen dabei, die Bevölkerung bei Laune zu halten. Einerseits wurden diese gerade deshalb von den Nazis instrumentalisiert, andererseits wurden den Menschen Freiräume bewusst zugestanden. Fußball war ein solcher Freiraum und die Nationalsozialisten hatten ihre liebe Mühe, den Spagat zwischen ideologischer Umwälzung und österreichischem Nationalempfinden zu schaffen. Der Wiener Fußball nahm vor dem Zusammenschluss eine Sonderposition ein, die identitätsstiftenden Charakter für die ÖsterreicherInnen darstellte. Mit Hilfe einer Inhaltsanalyse von Fußballberichten einer steirischen Regionalzeitung wurde untersucht, ob die Theorien zum Verhältnis zwischen der österreichischen Fußballkultur und dem NS-Regime auch in der Provinz ihre Gültigkeit besitzen. Die besondere Ausgangssituation und die unterschiedlichen Interessen sowie Lebenswelten lassen nicht vermuten, dass sich die Erkenntnis eins zu eins übertragen lassen. Spannend ist aber, dass - wie es scheint - dem Faktor Wiener Fußball ein höheres Maß an widerständigem Gedankengut unterstellt wurde und dass der Umgang der Nationalsozialisten dabei differierte. Die Fragestellungen dieser Arbeit können in Folge zu einem besseren Verständnis der Situation des Wiener Fußballs beitragen. Dabei soll sich – im Gegensatz zum starken Wienbezug anderer Arbeiten – das wissenschaftliche Erkenntnisinteresse in die Bundesländer verlagern.
Ziel der Arbeit ist es einerseits eine zusätzliche Perspektive auf die historischen Gegebenheiten anzubieten und andererseits bei der Ausdifferenzierung der Thematik unterstützend zu sein. Denn nur wenn der Alltag der Menschen zur NS-Zeit in den Mittelpunkt gerückt, und versucht wird, das klassische Schwarz-weiß-Schema zu überwinden, ist ein ganzheitlicher und realitätsnaher Blick auf die Vergangenheit möglich.
Abstract
(Englisch)
Our image of National Socialism is still characterized by myths, stereotypes and extremes. Eye witness accounts are becoming rarer as the war generation is dying. It could become more difficult to have complex discussions, to include personal experiences and to go beyond black and white thinking.
It is therefore important to study the everyday life of regular people and their personal lives during that time. This will allow more space between “Anschluss” euphoria and the resistance movement. Beyond the Nazi propaganda, the war zones and the places of horror there was a normal life. The Nazi regime kept those spaces alive on purpose and even promoted them. They wanted to ease the pain of the negative consequences of the war. Mass phenomenons helped to keep the public at ease. On the one hand, those spaces were specifically targeted by Nazis to brainwash people, on the other hand they conceded freedom to the people. Soccer was one of those concessions and the Nazis had quite some trouble to balance their ideological infiltration with the strong minded Austrian national psyche. In pre-Anschluss Austria, soccer in Vienna took a special, identity-defining role for Austrians. This thesis analyzes the content of soccer reports of local Styrian newspapers in order to see if the theories of the relationship between Austrian soccer culture and the Nazi regime also hold true outside Vienna. The special starting position, as well as different interests and culture would lead to believe that the findings of previous research doesn’t apply in this case. It seems that Vienna soccer had the reputation for being rebellious against the Nazis but their handling of the sport was much more complex. By answering these question we might also learn more about soccer in Vienna, but it should mainly shed light on other regions of Austria.
The goal of this thesis is to add a perspective of our historical understanding by showing us the grey areas between propaganda and freedom. We have to focus on the daily life of people during the Nazi era and shift the perspective on all regions of Austria in order to go beyond the classical black and white thinking. Only then we can have a holistic and realistic view of the past.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Fußball unterm Hakenkreuz Fußball Steiermark Nationalsozialismus Popularkultur historische Kommunikationsforschung Kleine Zeitung
Autor*innen
Harald Stoiber
Haupttitel (Deutsch)
Brauner Fußball in der Steiermark
Hauptuntertitel (Deutsch)
Analyse der Fußballberichterstattung von 1940-1945 hinsichtlich popularkultureller Indikatoren
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
117 Seiten : Illustration
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Wolfgang Duchkowitsch
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.39 Massenkommunikation, Massenmedien: Sonstiges ,
15 Geschichte > 15.24 Zweiter Weltkrieg
AC Nummer
AC13430194
Utheses ID
38909
Studienkennzahl
UA | 066 | 841 | |
