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Regionale Variation im DaF-/DaZ-Kontext
eine Analyse von Lernmaterialien und Spracheinstellungen
Juliane Angela Schopf
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Deutsche Philologie
Betreuer*in
Alexandra Lenz
DOI
10.25365/thesis.44167
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17469.08928.234668-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit thematisiert die Darstellung des Deutschen als plurizentrische Sprache in aktuellen DaF- und DaZ-Lehrwerken. Dazu wird zum einen untersucht, inwieweit der plurizentrische Ansatz in den Lehrwerken „Panorama“ und „Pluspunkt Deutsch“ von Cornelsen sowie „DaF kompakt neu“ und „Berliner Platz NEU“ von Klett umgesetzt wird. Zum anderen wird dies durch eine Befragung der DaF- und DaZ-RedakteurInnen derselben Verlage ergänzt, wodurch etwaige Zusammenhänge zwischen der Darstellung des Deutschen in den Lehrwerken und den Spracheinstellungen der Personen, die diese entwickeln, deutlich werden sollen.
Der erste Teil beschäftigt sich mit dem theoretischen Hintergrund des Konzepts des Deutschen als plurizentrische/plurinationale/pluriareale Sprache, indem die Plurizentrik-Diskussion in der Linguistik beleuchtet und die Etablierung des plurizentrischen Ansatzes im DaF-/DaZ-Bereich erläutert wird.
Nachfolgende Lehrwerkanalyse untersucht die genannten Lehrwerke anhand eines spezifischen Kriterienrasters dahingehend, inwieweit die Plurizentrik des Deutschen auf sprachlicher und inhaltlicher Ebene dargestellt wird. Es wurde deutlich, dass bezüglich der Umsetzung des plurizentrischen Ansatzes in den Lehrwerken Mängel festzustellen sind: Die Lehrwerke sind sprachlich und inhaltlich sehr auf Deutschland ausgerichtet, während Österreich und die Schweiz – wenn überhaupt – nur an einigen Stellen erwähnt werden. Dabei sind die erwähnten österreichischen und deutschschweizer Varianten häufig einem falschen Sprachzentrum zugeordnet oder enthalten Elemente aus dem Dialekt oder der Umgangssprache. Inhaltlich werden die beiden Länder primär anhand von unreflektierten Klischees wie beispielsweise Tourismus oder Kulinarik präsentiert. Neben der Tatsache, dass das Deutsche vorrangig als homogene Standardvarietät dargestellt wird, fehlt es den Lehrwerken an authentischen Materialien, anhand derer die Lernenden Varietätenkompetenz und Toleranz gegenüber der Variation entwickeln könnten.
Durch die anschließende Befragung der DaF- und DaZ-RedakteurInnen wurde die Tendenz deutlich, dass diese festgestellten Mängel in Verbindung mit den Spracheinstellungen der Befragten und den Kriterien zur Auswahl von Varianten bei der Entwicklung von Lehrwerken stehen: So wird die Einstellung vertreten, dass im Raum Hannover beziehungsweise in Norddeutschland das „beste“ Deutsch gesprochen werde und die deutschländische Varietät wird als bekannter und standardsprachlicher eingeschätzt als die österreichische und deutschschweizer Standardvarietät. Aus Gründen der Übersichtlichkeit und der Befürchtung, Lernende mit mehreren Varianten zu verwirren, wird bevorzugt nur eine Variante in Lehrwerke aufgenommen. Dadurch, dass unter anderem Nachschlagewerke mit didaktischem Hintergrund, Übungsgrammatiken oder andere Lehrwerke zur Konzeption von Lehrwerken herangezogen werden, ist eine korrekte und differenzierte Zuordnung zu Sprachzentren des Deutschen und eine konsequente Vermittlung der Standardvarietät nicht gegeben.
Die Ergebnisse zeigen, dass bezüglich der Umsetzung des plurizentrischen Ansatzes in DaF- und DaZ-Lehrwerken noch Verbesserungsbedarf besteht. So könnte – neben der Thematisierung der Plurizentrik des Deutschen in Aus- und Fortbildung – etwa die Konsultation von Kodizes, die das Deutsche als plurizentrische Sprache beschreiben und auf empirischen Daten basieren, korrektere Angaben in den Lehrwerken bewirken. Auch authentische Texte und Materialien aus allen Sprachzentren des Deutschen würden die Qualität der untersuchten Lehrwerke diesbezüglich steigern.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Variationslinguistik Plurizentrik Lehrwerkanalyse Spracheinstellungsforschung
Autor*innen
Juliane Angela Schopf
Haupttitel (Deutsch)
Regionale Variation im DaF-/DaZ-Kontext
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Analyse von Lernmaterialien und Spracheinstellungen
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
176 Seiten : Illustrationen, Diagramme, 1 Karte
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Alexandra Lenz
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.69 Sprachwissenschaft: Sonstiges
AC Nummer
AC13409465
Utheses ID
39102
Studienkennzahl
UA | 066 | 817 | |
