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Dynamic communicative ability in typically developing bilingualism and bilingual language impairment
a longitudinal twin case study
Lisa-Maria Müller
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie (Dissertationsgebiet: Sprachwissenschaft)
Betreuer*in
Wolfgang Dressler
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.44224
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17027.89659.105353-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das Ziel dieser Dissertation ist es die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen typischer Zweisprachigkeit und zweisprachiger Sprachstörung zu verstehen und Spezifizitäten von zweisprachiger Entwicklung aufzuzeigen. Basierend auf einem ausführlichen Überblick über die Definitionen von Sprache und kommunikativer Kompetenz wird ein neues, dynamisches Model kommunikativer Fähigkeit vorgestellt. Dieses Modell hat seine Wurzeln in dynamischer Systemtheorie und besteht aus linguistischer, Diskurs-, Interaktions-, soziolinguistischer, strategischer und kognitiver Fähigkeiten. Diese interagieren alle miteinander und ihrem Umfeld. Es wird argumentiert, dass die Heterogenität von typischer Zweisprachigkeit und Sprachstörung einen solchen dynamischen und holistischen Ansatz verlangt. Der systematische Literaturüberlick, welcher 44 Studien an der Schnittstelle von typischer und gestörter Zweisprachigkeit analysiert, ist ein weiterer Beleg für die Notwendigkeit von einem holistischen Ansatz in der Beschreibung dieser beiden Gruppen von Sprachlernenden. Auf Basis dieses systematischen Literaturüberblicks wird gezeigt, dass weniger sprachspezifische Faktoren, wie phonologische und semantische Verarbeitung oder das Verhältnis von L1 zu L2, in der Entwicklung von sprachübergreifenden Tests in Betracht gezogen werden sollten. Deshalb verfolgt diese Dissertation das Ziel einer holistischen Beschreibung von typischer und gestörter Zweisprachigkeit. Es werden die Ergebnisse einer longitudinalen Zwillingsfallstudie präsentiert, in der ein normal entwickeltes Englisch-Polnisches zweisprachiges Kind mit seinem Zwillingsbruder, welcher eine (spezifische) Sprachstörung hat, verglichen wurde. Beide Kinder wurden zwischen 4;8 and 8;6 mit einer Kombination von standardisierten und nicht standardisierten Sprachtests in beiden Sprachen getesteset und die Ergebnisse wurden durch Spontansprachaufnahmen ergänzt. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass (spezifische) Sprachstörung nicht auf Grammatik beschränkt ist, sondern einen Einfluss auf alle Ebenen von Sprache und Kommunikation hat. Die Kinder unterschieden sich zwar deutlich in ihrer Grammatikproduktion, was vor allem aus späteren Erhebungen deutlich wird, aber markante Unterschiede waren auch in der Struktur und Komplexität ihrer Narrationen, der Vollständigkeit ihrer Antworten, ihrer Wahl von kommunikativen Strategien, ihrer sozialen Kommunikation, ihrem verbal Kurzzeitgedächtnis und metakognitiven exekutiven Funktionen erkenntlich. Diese Ergebenisse entsprechen dem dynamischen Modell von kommunikativen Fähigkeiten, welches in dieser Dissertation vorgeschlagen wurde und zeigt die Relevanz eines holistischen Ansatzes in der Beschreibung und Diagnose von zweisprachigen Kindern. Deshalb wird im letzten Kapitel dieser Dissertation der Prototyp eines Screening Tools für zweisprachige Sprachstörung vorgestellt, welches alle sechs Ebenen des dynamischen Modells kommunikativer Fähigkeiten umfasst. Diese Arbeit trägt somit zur theoretischen Diskussion von Sprache, Kommunikation, Zweisprachigkeit und Sprachstörung bei, beschreibt typische und gestörte Englisch-Polnische zweisprachige Entwicklung im Detail anhand einer Fallstudie und schlägt eine mögliche Anwendung der gewonnen Erkenntisse vor.
Abstract
(Englisch)
The aim of this thesis is to disentangle the overlaps between typically developing bilingualism and bilingual language impairment and to describe specificities of bilingual development. On the basis of an extensive literature review discussing definitions of language and communicative competence, a new model of Dynamic Communicative Ability is proposed. This model is rooted in dynamic systems theory and encompasses the six components of linguistic, discourse, interactional, sociocultural, strategic and monitoring (i.e.: cognitive) abilities. These are all intertwined and stand in close relationship with their environment. It is argued that such a holistic and dynamic approach is necessary to describe the heterogeneity of typical and atypical bilingual development. The systematic literature review, summarising forty-four articles at the intersection of typical bilingualism and bilingual language impairment, provides further evidence for the importance of taking a more holistic approach to the description of these two groups of dual language learners. Based on this review, it will be argued that less language-specific features, such as phonological and semantic processing or the relationship between L1 and L2 might need to be considered if more general language assessments, spanning a wider variety of language combinations, are to be developed. Therefore, this thesis takes a holistic approach to the description and analysis of typical and atypical bilingual development. The results of a longitudinal twin case study, assessing the phonological, lexical, grammatical, discourse, interactional, sociocultural, strategic and cognitive differences between a typically developing English-Polish bilingual child and his twin brother with (specific) language impairment are presented. The children were assessed between the ages of 4;8 and 8;6 in both their languages and results from standardised and non-standardised language assessments are complemented by spontaneous speech recordings. The results clearly show that language impairment is not restricted to grammar but affects all aspects of language and communication. While differences were observed for grammatical accuracy in both languages, the children also differed in their story complexity and structure, exhaustivity of answers in conversations, Theory of Mind, use of internal state terms, social communication, type of communication strategies employed, verbal short-term memory and metacognitive executive functions. This is in line with the Dynamic Model of Communicative Ability proposed in this thesis and provides further evidence for the necessity to take a holistic approach in the assessment of bilingual children, if misdiagnoses are to be prevented in the future. Therefore, a screening tool for bilingual language impairment that attempts to give a broader overview of children’s communicative abilities in their two languages is proposed in the conclusion. This thesis hence adds to theoretical discussions about language, communication, bilingualism and language impairment, provides in-depth insights on typical and atypical bilingual development and proposes a potential practical application for the insights obtained.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Bilingualism (Specific) Language Impairment communicative competence case study longitudinal study language acquisition
Schlagwörter
(Deutsch)
Zweisprachigkeit (Spezifische) Sprachstörung kommunikative Kompetenz Fallstudie Langzeitstudie Spracherwerb
Autor*innen
Lisa-Maria Müller
Haupttitel (Englisch)
Dynamic communicative ability in typically developing bilingualism and bilingual language impairment
Hauptuntertitel (Englisch)
a longitudinal twin case study
Paralleltitel (Deutsch)
Dynamische Kommunikative Kompetenz in typischer Zweisprachigkeit und zweisprachiger Sprachstörung : eine longitudinal Zwillingsfallstudie
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
v, 412 Seiten : Illustrationen, Diagramme
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Wolfgang Dressler ,
Viktoria Murphy
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.23 Mehrsprachigkeit ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.30 Psycholinguistik: Allgemeines ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.31 Spracherwerb ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.43 Zweitsprachenerwerb ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.52 Syntax ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.53 Phonetik, Phonologie ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.55 Morphologie, Wortbildung ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.59 Lexikologie
AC Nummer
AC13666747
Utheses ID
39145
Studienkennzahl
UA | 792 | 327 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1