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Es kann nicht sein
der literarische Diskurs zur Abtreibung in Novellen und Romanen der Ersten Republik
Iris Susanne Himmlmayr
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Deutsche Philologie
Betreuer*in
Konstanze Fliedl
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.44443
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-13741.81272.728569-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das Ziel der vorliegenden Masterarbeit ist es, den literarischen Diskurs zur Abtreibung in Novellen und Romanen der Ersten Republik Österreichs zu untersuchen. Ausgehend von der Interdiskurstheorie nach Link und Link-Heer wird anhand eines heterogenen Samples die Verquickung von verschiedenen (politischen, gesellschaftlichen, medizinischen) Spezialdiskursen zur Abtreibung und deren Vorkommen in literarischen Werken beschrieben. Die Untersuchung literarischer Texte schafft dabei die Grundlage für eine Rekonstruktion der Handlungsräume und Sagbarkeitsfelder, die in der Ersten Republik in Bezug auf die Abtreibung aktiv waren. Dementsprechend fragt die vorliegende Masterarbeit nach der Darstellung des Diskursstranges zur Abtreibung im literarischen (Inter-)Diskurs der Ersten Republik und der diskursiven Verstrickung der Individuen. Bei der Zusammenstellung des Samples wurde darauf geachtet, dass sich die Novellen und Romane in ihrer Behandlung des Motivs, in den Hintergründen der Autorinnen und Autoren ebenso wie in der ihnen zugesprochenen „literarischen Qualität“ und Situierung am zeitgenössischen Buchmarkt unterscheiden. Einer detaillierten Feinanalyse werden Johann Ferchs politischer Tendenzroman Die nicht Mütter werden dürfen … ein Roman vom Schlachtfeld der Mutterschaft (1921) und Mela Hartwigs Novelle Der phantastische Paragraph (1928) unterzogen. Das untersuchte Sample enthält zudem folgende Publikationen: Am Kreuzweg der Liebe (1920), Die Vergiftung (1920), Die Verdorrten (1921), Der Amokläufer (1922), Die Hoteltreppe (1925), Der wilde Garten (1927), Der stumme Prophet (1928), Therese (1928), Sandkorn im Sturm (1929), Der Leib der Mutter (1924/1931), Der Richter ohne Gnade (1931), Leidenschaft in Algier (1932), Die Schwestern Kleh (1933) und Die Eingeborenen von Maria Blut (1937). Es zeigt sich, dass der literarische Diskurs auf verschiedene bevölkerungspolitische Spezialdiskurse zurückgreift und die im politischen Diskurs wichtige Frage um die Legalisierung medizinischer, sozialer und eugenischer Indikationen verhandelt. Die Literatur der Ersten Republik bietet den Leserinnen und Lesern zudem die Möglichkeit, einen identifikatorischen Blick auf die abtreibenden Frauen zu werden. Es wird deutlich, dass die literarische Behandlung des Themas weitaus komplexer und differenzierter ist, als die bisherige literaturwissenschaftliche Forschung mit ihrem Fokus auf politisch motivierte Zeitdramen der Weimarer Republik zeigen konnte.
Abstract
(Englisch)
The aim of this master’s thesis is to analyse the literary discourse on abortion in novellas and novels written during the First Republic of Austria. Using the framework of interdiscourse theory and analysis, this study discusses the interaction of political, social, medical and literary discourses on abortion. The study is specifically concerned with investigating the ‘Sagbarkeitsfelder’ and spaces of action portrayed in the literature of the First Republic. The sample consists of a heterogeneous number of novellas and novels: Am Kreuzweg der Liebe (1920), Die Vergiftung (1920), Die nicht Mütter werden dürfen … ein Roman vom Schlachtfeld der Mutterschaft (1921), Die Verdorrten (1921), Der Amokläufer (1922), Die Hoteltreppe (1925), Der wilde Garten (1927), Der phantastische Paragraph (1928), Der stumme Prophet (1928), Therese (1928), Sandkorn im Sturm (1929), Der Leib der Mutter (1924/1931), Der Richter ohne Gnade (1931), Leidenschaft in Algier (1932), Die Schwestern Kleh (1933) und Die Eingeborenen von Maria Blut (1937). The results show that the literary discourse draws on different concepts of population policy and on the political discussion concerning medical, social and eugenic indications. Furthermore, the novellas and novels offer the possibility of identification with women, whose voice often could not be heard in the medical, political or legislative discourse. The literary discourse on abortion offers a much more complex view on this divisive subject than previous studies have shown.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Abortion First Republic literature Austria interwar period Hartwig Ferch paragraph discourse indication reproduction
Schlagwörter
(Deutsch)
Abtreibung Erste Republik Literatur Österreich Zwischenkriegszeit Hartwig Ferch Engelmacherin Arzt Klassenparagraph Interdiskurs Indikation Schwangerschaftsabbruch Paragraph
Autor*innen
Iris Susanne Himmlmayr
Haupttitel (Deutsch)
Es kann nicht sein
Hauptuntertitel (Deutsch)
der literarische Diskurs zur Abtreibung in Novellen und Romanen der Ersten Republik
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
155 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Konstanze Fliedl
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.71 Literaturgeschichte ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.81 Epik, Prosa ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.90 Literatur in Beziehung zu anderen Bereichen von Wissenschaft und Kultur ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.93 Literarische Stoffe, literarische Motive, literarische Themen ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen allgemein > 18.10 Deutsche Literatur
AC Nummer
AC13379412
Utheses ID
39335
Studienkennzahl
UA | 066 | 817 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1