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Präfrontale Funktionen bei Männern mit Psychopathie im Strafvollzug
Andrea Rainer-Harbach
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Psychologie
Betreuer*in
Reinhold Jagsch
DOI
10.25365/thesis.44603
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22425.98689.174052-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Psychopathie ist eine psychiatrisch-psychologische Störung, die weder in der ICD-10 (International Classification of Diseases – 10. Auflage nach WHO) noch im DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders ¬¬– 5. Auflage nach APA, 2013) beschrieben ist und somit kategorisch der antisozialen bzw. der dissozialen Persönlichkeitsstörung zugeordnet wird. Als Ursachen der Psychopathie werden genetische, neurobiologische und familiäre Risikofaktoren diskutiert. Neurobiologische Defizite sind vor allem im präfrontalen Kortex zu finden. Es konnte gezeigt werden, dass der präfrontale Kortex für gewisse Fähigkeiten verantwortlich ist, die als exekutive Funktionen bezeichnet werden. Schädigungen in diesem Bereich gehen mit Verhaltensweisen wie Enthemmung, Impulsivität, emotionaler Labilität und einer reduzierten Urteilsfähigkeit einher und werden mit aggressivem und kriminellem Verhalten assoziiert. In dieser Arbeit wurden Psychopathen und Nicht-Psychopathen miteinander verglichen. Einerseits wurde untersucht, inwiefern Psychopathie einen Effekt auf die präfrontalen Funktionen hat, und andererseits, ob die präfrontalen Funktionen Auswirkungen auf die Art der Deliktbegehung, auf das Vorhandensein einer polytropen Kriminalität oder auf das Vorliegen von Jugendkriminalität unter zusätzlicher Einbeziehung des Bildungsniveaus haben. Durchgeführt wurde eine Querschnittserhebung von April bis Juli 2016 in einer österreichischen Justizanstalt. Getestet wurden 34 Psychopathen und 36 Nicht-Psychopathen. Es konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Versuchsgruppen in den präfrontalen Funktionen Planungsfähigkeit, Verarbeitungsgeschwindigkeit und mentaler Flexibilität gefunden werden. Es zeigte sich jedoch, dass Psychopathen, im Vergleich zu Nicht-Psychopathen, signifikant höhere Defizite in der Impulskontrolle aufweisen. Hinsichtlich der Deliktbegehung zeigte sich, dass Psychopathen signifikant häufiger wegen Körperverletzung inhaftiert waren. Dagegen begingen Nicht-Psychopathen signifikant häufiger nur ein Delikt gegen Leib und Leben. Zusätzlich zeigte sich, dass Psychopathen signifikant häufiger Jugendkriminalität und polytrope Kriminalität aufweisen als Nicht-Psychopathen sowie dass Personen mit multipler Kriminalität sich signifikant in der Impulskontrolle von Personen ohne multipler Kriminalität unterscheiden. Bezüglich der Berufsausbildung zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Versuchsgruppen. Jedoch absolvierten Personen mit Jugendkriminalität signifikant seltener eine Berufsausbildung als Personen ohne Jugendkriminalität.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Präfrontale Funktionen Psychopathie antisoziale Persönlichkeitsstörung Strafvollzug
Autor*innen
Andrea Rainer-Harbach
Haupttitel (Deutsch)
Präfrontale Funktionen bei Männern mit Psychopathie im Strafvollzug
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
93 Seiten : Illustrationen, Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Reinhold Jagsch
Klassifikation
77 Psychologie > 77.70 Klinische Psychologie
AC Nummer
AC13456031
Utheses ID
39487
Studienkennzahl
UA | 066 | 840 | |
