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Disability in the fiction of J. M. Coetzee
Diana Mudura
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Anglophone Literatures and Cultures
Betreuer*in
Ewald Mengel
DOI
10.25365/thesis.44714
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-10109.55786.623368-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Diplomarbeit befasst sich mit den Werken von J.M. Coetzee mit dem Ziel, die Darstellung von körperlicher und geistiger Beeinträchtigung sowie deren narratologische Implikationen in Texten aufzuzeigen sowie zu erläutern, wie diese den Leseprozess beeinflussen können. Zur Untersuchung wurden die drei Prosawerke Waiting for the Barbarians (1980), Life & Times of Michael K (1983) und Foe (1986) von Coetzee herangezogen, die dem Thema der Apartheid gewidmet sind. In seinen kritischen Werken betont Coetzee wiederholt die entsetzlichen Effekte des Apartheid-Systems. Der Grund, aus dem diese Texte ausgewählt wurden, besteht in der Widerspiegelung in diesen Texten der entsetzlichen Umstände und die soziale Ungleichheit, die durch das Apartheid-System entstanden sind, widerspiegeln. In diesen Prosawerken ist die Behinderung stets ein Attribut der sozial, politisch und ethnisch untergeordneten Personen, die sich aufgrund ihres sozialen Status außerhalb der Sprache befinden. Ihr Auftreten im Text beeinflusst jedoch auch die Entwicklung der in den Werken vorkommenden körperlich nicht beeinträchtigten Personen, denen sie begegnen, sowie die geschehenden Ereignisse und Struktur und Methode des Erzählens.
Im Fokus dieser Diplomarbeit liegt der Moment der Begegnung zwischen einer körperlich beeinträchtigten und einer körperlich gesunden Person. Nach dem Zusammentreffen verändert sich die Einstellung des Nichtbeeinträchtigten dem Behinderten gegenüber deutlich. Mit der Zeit fängt der Nichtbehinderte an, diese (körperlichen) Unterschiede zu akzeptieren und zu erkennen, was nötig ist, um mit diesem (körperlichen) Unterschied zu leben. Er wechselt seine Sicht auf diese Unterschiede, die von Rosemarie Garland Thomson als “normate reaction” bezeichnet werden. Er wechselt von Angst, Überlegenheit und Abscheu zu Begeisterung, Neugier und dem Drang, sich um die beeinträchtigte Person zu kümmern. Die Fähigkeit, sich in die Lage des Behinderten hineinzuversetzen, kommt von der Erkenntnis darüber, wie zerbrechlich der menschliche Körper ist.
Die Arbeit, die sich auf die These von Quayson stützt, betont die Tatsache, dass in jedem einzelnen Fall körperliche Beeinträchtigung das grundlegende Element der Erzählung darstellt. Ihre Auswirkungen auf das Umfeld sind über die gesamte Struktur des Textes hinweg sichtbar. Somit führt die Charakterisierung der beeinträchtigen Personen und deren Anwesenheit im Text die nicht beeinträchtige Figur in eine hermeneutische Sackgasse. Der Standpunkt wird einem nicht behinderten Erzähler zugewiesen. Die allgemeine Fragmentierung der Erzählung ist der größte Hinweis auf das Vorhandensein von körperlicher Beeinträchtigung.
Die Darstellung unterschiedlicher Formen von Beeinträchtigung verändert unvermeidlich das Leseerlebnis des/der Lesers/in, indem sie ihm/ihr die eigene Verwundbarkeit bewusst macht. Damit verändert sich die Perspektive auf körperliche Beeinträchtigung und die die davon betroffenen Personen.
Abschließend zeigt die Diplomarbeit, dass die beeinträchtigten Figuren trotz ihrer Stellung außerhalb von Sprache und Politik als starke und fähige Personen dargestellt werden, die durch ihr Auftreten andere Figuren sowie die Erzählung und die Leser/innen beeinflussen.
Abstract
(Englisch)
This thesis looks at the fictional works of J. M. Coetzee with the purpose of examining how disability is represented, what the narratological implications of its presence are, and how it affects the process of reading. In the analysis, the focus is on three of Coetzee’s apartheid novels, namely Waiting for the Barbarians (1980), Life & Times of Michael K (1983) and Foe (1986). In his critical work, Coetzee repeatedly stresses the deforming and disabling effects of the system of apartheid. Hence, the reason for choosing these particular texts is because they reflect the disabling conditions and social deformation which the system of apartheid is responsible for creating. In these novels, disability is always an attribute of the socially, ethnically and politically inferior characters, which, as a consequence of their status, are also situated outside language. However, their presence in the text considerably affects the development of the able-bodied characters that they encounter as well as the narrative events, structure and technique.
A particular focus of the thesis is on the moment of encounter between a “normal” character and an impaired character. Following the meeting, the non-disabled character undergoes a profound change in his or her set of attitudes to the disabled other. The able-bodied character gradually learns to accept and experiment what it means to accommodate oneself with (corporeal) difference. He or she shifts from what Rosemarie Garland Thomson classifies as a “normate” reaction to difference which is indicated by feelings of fear, superiority or repugnance to fascination, curiosity and an earnest impulse to look after the more vulnerable other. The ability to empathetically identify with the disabled other is a result of acknowledging the fragility of one’s own body.
The thesis then looks at the narratological effects of the representation of disability only to reveal the existence in the texts of what Ato Quayson refers to as “aesthetic nervousness”. Drawing on Quayson’s argument, the paper emphasizes the fact that, in each case, disability is at the core of the narrative and its effects permeate the entire structure of the text. Consequently, the characterisation of the disabled character, whose presence in the text triggers a hermeneutical impasse for the able-bodied character, the point of view, which is always endowed to a non-disabled narrator, and the overall fragmentation of narrative are the main pointers of the presence of disability. For the reader, the representation of various forms of impairment inevitably alters the reading experience in that it raises awareness about one’s own vulnerability and in doing so, shifts the outlook on disability and the disabled.
In conclusion, this thesis shows that, despite their position outside language and politics, the disabled characters are represented as enduring, resilient and able existences whose presence considerably affects other characters, the narrative as a whole and the reader.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
disability deformation J. M. Coetzee South Africa
Schlagwörter
(Deutsch)
Behinderung
Autor*innen
Diana Mudura
Haupttitel (Englisch)
Disability in the fiction of J. M. Coetzee
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
101 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Ewald Mengel
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.00 Sprach- und Literaturwissenschaft: Allgemeines
AC Nummer
AC13432272
Utheses ID
39578
Studienkennzahl
UA | 066 | 844 | |
