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"Und es hat Zeiten gegeben, da war ich einfach ZERRÜTTET"
Dolmetschen in der Traumatherapie
Anja Krimsky
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Dolmetschen Russisch Französisch
Betreuer*in
Mira Kadrić-Scheiber
DOI
10.25365/thesis.45018
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25686.37328.373559-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
DolmetscherInnen, welche in der Traumatherapie kontinuierlich mit erschütternden und emotional belastenden Inhalten konfrontiert werden, sind ohne effektive Coping-Strategien anfällig für psychische oder physische Belastungserkrankungen. Allerdings werden solche Strategien nur unzureichend in der dolmetschwissenschaftlichen Literatur behandelt. Daher ist das Ziel der vorliegenden Arbeit Coping-Strategien beim Dolmetschen in der Traumatherapie aufzuzeigen und zu diskutieren. Mithilfe eines interdisziplinären Ansatzes, aus den Bereichen der Dolmetschwissenschaft und der Psychotraumatologie, wurde die Praxis vor dem Hintergrund der Theorie betrachtet. Im Rahmen einer explorativen qualitativen Studie wurden anhand von leitfadengestützten Interviews sechs DolmetscherInnen zu den Themen Coping-Strategien, psychische und phsyische Stressysmptome und Resilienz befragt. Die Ergebnisse der empirischen Untersuchung deuten darauf hin, dass Coping- und Psychohygiene-Maßnahmen zwar meist unbewusst eingesetzt aber dennoch von allen DolmetscherInnen als effektiv erachtet werden. Bis auf eine Person, haben sich alle Befragten für ein Nachgespräch mit PsychotherapeutInnen und fünf von sechs DolmetscherInnen für eine Gruppensupervision als Coping-Strategie ausgesprochen. Zudem konnte ein Hinweis dafür gefunden werden, dass sich das Teilhaben am Genesungsprozess der KlientInnen und das Bewusstsein etwas Gutes zu tun positiv auf Coping und Resilienz auswirken. Es ließ sich aber auch feststellen, dass manche DolmetscherInnen, um mit dem Ziel ihrer Rolle gerecht zu werden, emotional aufwühlende Inhalte in der direkten Rede dolmetschten, obwohl es ihnen emotional zu nahe ging. Diese Ergebnisse lassen die Schlussfolgerung zu, dass das neutrale "Rollenkorsett" der DolmetscherInnen überdacht werden muss und dass Coping-Strategien, Psychohygiene aber auch Abgrenzung, Empathie und Resilienz Eingang in Studium und Berufsausbildung für DolmetscherInnen finden sollten.
Abstract
(Englisch)
Interpreters who are working in trauma therapy are constantly confronted with traumatic and distressing content. If their coping-strategies are not effective, they are more susceptible to psychological and physical stress. However, such strategies are rarely discussed in interpreting studies, especially in German-speaking literature. The aim of this research is to point out and discuss potential coping-strategies. By using an interdisciplinary approach based on interpreting studies and psychotraumatology, an empirical analysis was conducted. Semi-structured interviews where held with six interpreters regarding their individual coping-strategies, psychological and physical consequences of occupational stress, emotional strain and resilience in connection with traumatic context. The outcomes of this research show that interpreters are mostly unaware of using coping-strategies and mental hygiene methods, nevertheless regard them as effective when used. All interpreters spoke in favor of group-supervision as a coping-strategy and all but one interpreter thought that follow-up discussions with the therapists are helpful. Furthermore, the study showed that interpreters are motivated by witnessing the healing processes of their clients and by knowing to work for a good cause. Moreover, it could be shown that some interpreters would not change into third person but would remain in first person in order to fulfill their role, even when confronted with horrifying or shocking content. From this study, it can be concluded that the rigid "role-corset" should be reconsidered. In addition to the traditional university curriculum, interpreters should receive training in coping-strategies and mental hygiene, role boundaries, empathy and resilience.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
coping-strategies trauma therapy mental-health community interpreting emotional strain occupational stress
Schlagwörter
(Deutsch)
Coping-Strategien Traumatherapie Psychotherapie Community Interpreting emotionale Belastung berufsbezogener Stress
Autor*innen
Anja Krimsky
Haupttitel (Deutsch)
"Und es hat Zeiten gegeben, da war ich einfach ZERRÜTTET"
Hauptuntertitel (Deutsch)
Dolmetschen in der Traumatherapie
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
104 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Mira Kadrić-Scheiber
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.45 Übersetzungswissenschaft
AC Nummer
AC13779637
Utheses ID
39846
Studienkennzahl
UA | 065 | 360 | 345 |
