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Die politische Mockumentary
Daniel Ebner
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Politikwissenschaft
Betreuer*in
Ulrich Brand
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.45407
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20810.96115.671360-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
„Bye Bye Belgium“ nannte sich im Dezember 2006 ein als TV-Sondersendung getarnter Fake-Dokumentarfilm des wallonischen Fernsehens, der im Stile einer kaum als Satire zu erkennenden Live-Reportage die angebliche Teilung Belgiens proklamierte und damit ein Massenpublikum schockierte. Anhand dieses Fallbeispiels, das europaweit Aufsehen erregte, wird in der vorliegenden Arbeit die Wirkungsweise und Rezeption des dokumentarischen Fakes im Zusammenhang mit einem heiklen politischen Thema untersucht und der Begriff der „politischen Mockumentary“ als eigenständige Kategorie für ein mediales bzw. filmisches Format mit politischer Substanz eingeführt. Die politische Mockumentary – gleichsam eine provokant-subversive Sonderform der meist parodistisch angelegten Fake-Doku – zeichnet sich vor allem durch eine starke thematische Zuspitzung, einen hohen Täuschungsgrad (also hohe Plausibilität und Realitätsnähe) sowie eine aufklärerische, erzieherische Absicht aus. Wie als eine der zentralen Thesen formuliert und an den aufgeregten bis panikartigen Reaktionen auf „Bye Bye Belgium“ auch ersichtlich wird, ermöglicht das ungewöhnliche Format bei heiklen politischen Themen eine Verhandelbarkeit, die über das Medium hinausgeht, sowie das Generieren einer neuen Reflexions- und Interpretationsebene. Entsprechend wurde die formal an Orson Welles' legendäres Hörspiel „War of the Worlds“ angelehnte Aktion von manchen Zeitungen als spektakulärer Coup gefeiert, der an das verdrängte Grundproblem des belgischen Staates erinnerte. Andere Medien hingegen bezeichneten die Simulation des keineswegs unrealistischen Szenarios, an der auch PolitikerInnen des Landes beteiligt waren, ein halbes Jahr vor der belgischen Parlamentswahl und angesichts der unterminierten Glaubwürdigkeit der massenmedialen Politikberichterstattung als fragwürdig und fahrlässig. Der theoretische erste Teil der Arbeit stützt sich weitgehend auf Erkenntnisse aus der politischen Kommunikation, den Visual Studies, den Cultural Studies und der Filmwissenschaft und verortet die politische Mockumentary zwischen künstlerischem, massenmedialem und Protestanspruch. Die Film- und Medienanalyse des Fallbeispiels befasst sich anschließend mit der konkreten Wirkungsweise und Rezeption des dokumentarisch wirkenden Fakes und stellt die Frage, inwiefern das Format ein probates Mittel ist, um diskursives Material für heikle politische Diskussionen bereitzustellen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Political Communication Fake Documentary Television Mass Media Political Journalism Activism Satire Subversion Visual Studies
Schlagwörter
(Deutsch)
Politische Kommunikation Fake Dokumentarfilm Fernsehen Massenmedien Politikberichterstattung Protest Satire Subversion Visual Studies
Autor*innen
Daniel Ebner
Haupttitel (Deutsch)
Die politische Mockumentary
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
155
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ulrich Brand
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.30 Massenkommunikation, Massenmedien: Allgemeines ,
24 Theater > 24.34 Filmgattungen, Filmsparten ,
24 Theater > 24.38 Fernsehen, Hörfunk ,
89 Politologie > 89.53 Politische Kultur ,
89 Politologie > 89.56 Politische Kommunikation ,
89 Politologie > 89.90 Außenpolitik, Internationale Politik
AC Nummer
AC13681006
Utheses ID
40177
Studienkennzahl
UA | 066 | 824 | |
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