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Politisch instrumentalisiert?
Funktionen der Reisetagebücher und Tourenbücher von Frauen im Nationalsozialismus
Lea Luna Holzinger
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Geschichte
Betreuer*in
Christa Ehrmann-Hämmerle
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.46141
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-18736.47302.120265-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit leistet einen Beitrag zur Geschichte des Reisens und Wanderns. Sie untersucht anhand von Reisetagebüchern und Tourenbüchern von vier Frauen aus den 1930er und 1940er Jahren die Funktionen solcher Aufzeichnungen dargestellt. In Bezug auf die vorangegangene Geschichte des Reisens und Wanderns steht die Frage nach gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, die diese Freizeitbeschäftigungen seit dem 18. Jahrhundert beeinflussten, im Vordergrund. Besonderes Augenmerk liegt auf der politischen Instrumentalisierung des Reisens und Wanderns zur Zeit des Nationalsozialismus. Darüber hinaus wird die Geschichte reisender Frauen und Bergsteigerinnen behandelt. Schwerpunkt dabei ist die Darstellung der gesellschaftlichen Konventionen und Gegebenheiten, unter denen Frauen im 18. und 19. Jahrhundert ihre Reisen unternahmen und Berge bestiegen. Weiters beschäftigt sich diese Arbeit mit der Tradition der Reiseberichts- und Tourenberichtsschreibung. Es wird der Frage nachgegangen, inwieweit Reiseberichte ein eigenes „Genre“ darstellen. Auch bei diesem Bereich erfolgt erst die allgemeine Darstellung der Geschichte des Verfassens von Reisetexten und dann jene der Reiseliteratur von Frauen. Ähnlich wie bei dem Teilabschnitt über die Geschichte reisender und wandernder Frauen liegt der Fokus auch hier auf der Herausarbeitung jener gesellschaftlichen Umstände und Weiblichkeitsvorstellungen, unter denen Frauen ihre Reiseberichte und Tourenberichte verfassten. Da die meisten der in dieser Arbeit analysierten Reisetagebücher und Tourenbücher Fotos der jeweiligen Reisen und Wanderungen enthalten, wird auch auf die Tradition der Urlaubsfotografie eingegangen. Für die konkrete Quellenanalyse schließlich kommt die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring zum Einsatz. Es wurden Inhaltskategorien gebildet, mit denen die Texte erschlossen und deren Häufigkeit mittels Diagrammen dargestellt wurden. Auch bei der Analyse der Fotos und Postkarten in den Reisetagebüchern und Tourenbüchern kam das Verfahren der Kategorienbildung zur Anwendung. Im Zuge der Analyse zeigten sich Muster in den Reisetagebüchern und Tourenbüchern: So erwähnen alle Schreiberinnen jene Landschaften, Ortschaften und Sehenswürdigkeiten, die sie gesehen hatten oder an denen sie vorbeigefahren waren in einer Art „Leistungsschau“. Allerdings wurden auch Unterschiede deutlich. Zwei Schreiberinnen legen mehr Wert auf die Erwähnung von Persönlichem als die anderen beiden. Sie flechten ausführliche Erzählungen über ihre Mitreisenden ein, während eine andere diese kaum oder gar nicht beschreibt. Auch das Vorkommen von politischem Geschehen ist unterschiedlich. Zwei Schreiberinnen machen dazu keine Anmerkungen. Eine Schreiberin beschreibt politisches Geschehen nur, wenn es ihre Reise, beispielsweise in Form eines Fliegerangriffes, beeinflusst. Eine Schreiberin macht ebenfalls Bemerkungen zu Politik, wenn deren Auswirkungen ihr auf ihren Reisen begegnen. Sie macht jedoch auch Aussagen, die klar ihre politische Gesinnung zum Ausdruck bringen. Bei der Analyse der Fotos und Postkarten wurde darauf geachtet, inwieweit Parallelen zu den schriftlichen Einträgen bestehen. Es zeigte sich, dass oftmals Motive, die auf den Fotos zu sehen sind, auch in den schriftlichen Einträgen beschrieben werden. Allerdings eröffnen die Fotos auch Bereiche, die nicht beschrieben werden. Insgesamt lässt sich die Frage nach den Funktionen von Reisetagebüchern und Tourenbüchern klar mit einer Erinnerungsfunktion beantworten. Die Reise und die Touren werden schriftlich und bildlich festgehalten, um zu einem späteren Zeitpunkt eine Erinnerung an sie wachzurufen. Auch wenn Politik nicht immer offen thematisiert wurde, waren die Texte indirekt dennoch in die starke Politisierung des Reisens im Nationalsozialismus eingebunden.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Reisetagebücher Tourenbücher Reisen Wandern Geschichte des Reisens Geschichte des Wanderns Geschlechtergeschichte Wandervereine Bergsteigerinnen Selbstzeugnisse Nationalsozialismus Fotografie Postkarten Politisierung
Autor*innen
Lea Luna Holzinger
Haupttitel (Deutsch)
Politisch instrumentalisiert?
Hauptuntertitel (Deutsch)
Funktionen der Reisetagebücher und Tourenbücher von Frauen im Nationalsozialismus
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
130 Seiten : Illustrationen, Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Christa Ehrmann-Hämmerle
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.03 Theorie und Methoden der Geschichtswissenschaft ,
15 Geschichte > 15.07 Kulturgeschichte ,
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte ,
15 Geschichte > 15.24 Zweiter Weltkrieg ,
15 Geschichte > 15.37 Europäische Geschichte 1914-1945 ,
15 Geschichte > 15.43 Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
AC Nummer
AC15321388
Utheses ID
40826
Studienkennzahl
UA | 066 | 803 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1