Detailansicht
Begegnung Marcel Duchamps und Huang Yong Pings im transkulturellen Raum
zu einer rezeptionsdynamischen Betrachtung Duchamps während der chinesischen Avantgarde der frühen 1980iger Jahre
Claudia König
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Kunstgeschichte
Betreuer*in
Sabeth Buchmann
DOI
10.25365/thesis.46327
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17025.69282.257066-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Dass Marcel Duchamp spätestens seit den 1950igern im euro-amerikanischen Kontext eine Schlüssel-funktion für die gesamte künstlerische Praxis des 20. Jahrhunderts einnimmt ist bereits als unumstrittenes Phänomen in die Kunstgeschichte eingegangen. Dass sein Werk allerdings eine ähnlich bedeutende Rolle in der Kunstentwicklung Chinas ab den 1980iger Jahren spielte, ist weitaus weniger bekannt. Die vorliegende Masterarbeit leistet demnach einen Beitrag, diese Lücke zu schließen und durch eine globale Perspektivierung Duchamps Œuvre aus neuartigen Blickwinkeln zu betrachten. In diesem Kontext stellt sich die Frage, warum ausgerechnet Duchamps Œuvre innerhalb der chinesischen Avantgarde Kunst, und im Speziellen durch den Wegbereiter chinesischer Konzeptkunst, Huang Yong Ping, eine so intensive Rezeption erfahren hat. Die Beantwortung dieser Fragestellung konvergiert mit einer komparativen Analyse ausgewählter Arbeiten Duchamps (“Trois Stoppages Étalon”/“Unhappy Readymade”/“Élevage de Poussière”) mit dem Frühwerk Huang Yong Pings (“Roulette-Serie I-III”/”Dust”), welche das Kernstück der Untersuchung bildet und Arbeiten unter dem Gesichtspunkt zufallstheoretischer Kunstexperimente analysiert. Huang Yong Ping kann als einer der zentralsten Vertreter der konzeptuellen Kunstströmung der 1980iger Jahre betrachtet werden, welcher sich in seinen Arbeiten mehrfach auf Duchamps Schaffenswerk bezieht. Die Einverleibung von westlicher Literatur auf Grund der plötzlichen Informationsflut im Zuge der Öffnungspolitik Deng Xiaopings erfolgte für Huang Yong Ping zeitgleich mit der Rückbesinnung auf Werke chinesischer Philosophie. Vor dem Hintergrund dieses besonderen sozio-historischen Bezugsfeldes formuliert er ein anspruchsvolles Frühwerk, welches - eingebettet in ein von Duchamp und chan-buddhistischen Sichtweisen geprägtes Ideengehäuse - eigenständige Dynamiken entfaltet. In diesem Kontext liegt das Bestreben vorliegender Masterarbeit in der Befragung und Analyse des Beziehungsverhältnis von Marcel Duchamp, Huang Yong Ping sowie chan-buddhistischen Aspekten in beiden Werkkomplexen, um mögliche Interpendenzen offenzulegen. In diesem Zusammenhang ist es primäres Anliegen dieser Masterarbeit, aufzuzeigen, dass Huang Yong Pings Duchamp-Rezeption bewusst und strategisch erfolgte, indem er sich im Besonderen für Duchamps Zufallsexperimente interessierte, welche als maßgeblicher Katalysator für chan-buddhistische Inhalte betrachtet werden müssen. Dieser Ansatz verfolgt des Weiteren die These, dass Duchamps Werk möglicherweise doch mehr von fernöstlichem Gedankengut beeinflusst ist, als bisher angenommen. In diesem Kontext stellt sich die Frage, wie die wechselseitige Durchdringung des Frühwerks zweier Pioniere der Konzeptkunst aus so kulturfremden Kontexten hinreichend analysiert werden kann. Innerhalb dieser Untersuchung wurde deshalb auf das „dritte-Raum“-Konzept des postkolonialen Kulturtheoretikers Homi K. Bhabha zurückgegriffen, um die komparative kunsthistorische Methodik durch eine transkulturelle Perspektive zu erweitern.
Abstract
(Englisch)
Besides the well-known fact of Marcel Duchamp, the “father of conceptual art”, playing a key-figure role within the entire western artistic development at least after the 1950s, his far-reaching reception within Asian art history is still quite unrecognized. Therefore this master-thesis, which is focusing on the influence of Marcel Duchamp on the Chinese avant-garde Movement in the 1980s, makes a contribution to close this gap when putting a more global perspective on Duchamp’s reception. In this concern the purpose of this study is to investigate why Duchamp in particular became such an influential inspiration for Chinese Avant-garde artists, especially for the conceptual artist Huang Yong Ping. For answering this questions an art historical comparative method is applied, whereby selected art works of Duchamp (“Trois Stoppages Étalon”/“Unhappy Readymade”/“Élevage de Poussière”) and Huang Yong Ping (“Roulette-Serie I-III”/”Dust”) - all focusing on by-chance operations - are analysed and compared with each other. Huang Yong Ping can be regarded as one of the first and most important conceptual artists within Mainland China in the 1980s, who explicitly refers to Marcel Duchamp’s œuvre. In consequence of Deng Xiaoping’s opening policy after 1979 he was simultaneously incorporating western modern art as well as Chinese traditional knowledge in form of literature, which suddenly flooded the country with long banned information. Within this particular socio-historical setting Huang Yong Ping was therefore formulating an unique artistic language, which is strongly influenced by Duchamp’s ideas as well as Chinese Philosophy, especially Chan-Buddhism. Thus this study is an initial attempt to determine the relationship between Duchamp, Huang Yong Ping as well as chan-buddhistic aspects in both of their artworks. In this context the primary purpose of this study is to illustrate that Huang Yong Ping’s reception of Duchamp was intentionally determined whereby he was especially interested in Duchamp’s chance operations. This attempt also includes the theory, that Duchamp could possibly been more influenced by eastern concepts than previously assumed. Considering the changing social and political circumstances throughout the 1980s in China as well as the juxtaposition of two artists within different time, space and culture, new art historical approaches are required to describe and investigate this hybrid situation. In the last chapter the postcolonial concept of the “Third Space”, which was set up by cultural theorist Homi K. Bhabha, is used in order to widen the art historical comparative examination through a transcultural perspective.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
China Avant-garde Marcel Duchamp Huang Yong Ping chan-buddhism chance transculturality
Schlagwörter
(Deutsch)
China Avantgarde Marcel Duchamp Huang Yong Ping Chan-Buddhismus Zufall Transkulturalität
Autor*innen
Claudia König
Haupttitel (Deutsch)
Begegnung Marcel Duchamps und Huang Yong Pings im transkulturellen Raum
Hauptuntertitel (Deutsch)
zu einer rezeptionsdynamischen Betrachtung Duchamps während der chinesischen Avantgarde der frühen 1980iger Jahre
Paralleltitel (Englisch)
Encounter between Marcel Duchamp and Huang Yong Ping within a transcultural space : a dynamic analysis on the reception of Duchamp by the Chinese avant-garde movement of the early 1980s
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
128 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Sabeth Buchmann
Klassifikationen
20 Kunstwissenschaften > 20.00 Kunstwissenschaften: Allgemeines ,
20 Kunstwissenschaften > 20.05 Kunst in Beziehung zu anderen Wissenschaftsgebieten ,
20 Kunstwissenschaften > 20.30 Kunstgeschichte: Allgemeines ,
20 Kunstwissenschaften > 20.40 Außereuropäische Kunst ,
20 Kunstwissenschaften > 20.41 Asiatische Kunst ,
20 Kunstwissenschaften > 20.89 Kunstgeschichte: Sonstiges ,
73 Ethnologie > 73.50 Kultureller Wandel
AC Nummer
AC13350430
Utheses ID
40992
Studienkennzahl
UA | 066 | 835 | |
