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The legitimation of the European Parliament
a comparative assessment of newspaper contents and their effects in three European union member states
Olga Eisele
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium Sozialwissenschaften (Dissertationsgebiet: Politikwissenschaft)
Betreuer*in
Hajo Boomgaarden
Mitbetreuer*in
Johannes Pollak
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.46375
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20535.84601.566182-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Arbeit analysiert die Legitimation des Europäischen Parlamentes (EP) über die Massenmedien. Das Parlament als Kerninstitution der repräsentativen Demokratie hat eine besondere Stellung in der Diskussion um das Demokratiedefizit der Europäischen Union (EU). Insbesondere steht mit wachsendem Euroskeptizismus immer drängender die Frage im Raum, inwiefern das EP seine Funktion als Legitimationsquelle für Europäische Politik erfüllt und erfüllen kann. In diesem Zusammenhang ist in den letzten Jahren zunehmend auch die Rolle nationaler Parlamente in EU-Angelegenheiten diskutiert worden. Ausgehend von der zentralen Annahme, dass Massenmedien die Vermittlung politischer Kommunikation zukommt und sie damit eine Plattform für die Bewertung und Auseinandersetzung mit der Legitimität des Parlaments darstellen, wird in der Arbeit die generelle Qualität von Zeitungsinhalten untersucht; zusätzlich wird der vergleichende Neuigkeitswert von EP und nationalen Parlamenten in EU-Angelegenheiten beleuchtet sowie eine Analyse von Medieneffekten vorgenommen. Diese Analysen zielen darauf ab, zur Schließung von identifizierten Forschungslücken in der politikwissenschaftlichen Diskussion zur Legitimität des EP beizutragen. Das Projekt beleuchtet diese Fragen in den jeweils drei größten Tageszeitungen in drei EU-Mitgliedstaaten (Finnland, Deutschland, Großbritannien), deren Inhalte zum EP über eine manuelle Inhaltsanalyse erhoben wurden. Als Forschungszeiträume werden einerseits die Europa-Wahlen 2009 und 2014 und andererseits Routineperioden in 2011 und 2012 untersucht. In methodischer Hinsicht ist die Arbeit quantitativ-deduktiv aufgebaut und bedient sich verschiedener statistischer Analyseverfahren zur Auswertung der erhobenen Daten. Das Projekt nutzt zudem externe Datenquellen wie den European Election Survey und den Datensatz des Projektes PACE (Parliamentary Communication of Europe), das sich auf die Kommunikation von und über nationale Parlamente in EU-Angelegenheiten konzentriert. Im Ergebnis scheinen die Sichtbarkeit des EP, und damit sein Legitimationspotenzial, besonders zu Nicht-Wahl-Zeiten, teilweise extrem eingeschränkt. Zusätzlich bestätigen die Analysen die Ergebnisse früherer Studien zur EU generell, in denen ein starker nationaler Fokus in der EU-Berichterstattung ausgemacht wurde. Nationale Parlamente weisen außerdem in den Augen von JournalistInnen einen höheren Neuigkeitswert auf. Sie wären daher eventuell besser als Quellen für die Legitimation von EU-Politik geeignet. Effekte von Berichterstattung werden in 2009 nur für Bürger festgestellt, die ein generelles Interesse am EP haben; durch eine durch die Finanzkrise erhöhte Salienz der EU als öffentliches Thema verändert sich dieses Bild für die Wahl 2014, in der Effekte direkt und nicht mehr vom politischen Interesse der Bürger moderiert werden. So scheinen Inhalte die Bürger zu erreichen, gleichzeitig aber durch starke Negativität im Diskurs zur De-Legitimation des Parlaments beizutragen. Mit Hinblick auf das Demokratiedefizit der EU scheint das EP damit nur begrenzt in der Lage zu sein, die Legitimität von EU-Politik zu erhöhen. Abschließend gibt die Arbeit daher den Denkanstoß, dass eine Arbeitsteilung von EP und nationalen Parlamenten von Nutzen sein könnte. National Parlamente könnten entsprechend ihrem höheren Neuigkeitswert stärker die Kommunikation europäischer Themen in Angriff nehmen, während das EP sich mehr auf parlamentarische Kontrollfunktionen konzentrieren würde. Durch die Stärkung des Parlamentarismus als solchem in der EU hätte damit das ‚demokratische Trugbild‘, das jahrzehntelang von der Vorstellung eines starken EP genährt wurde, eventuell die Chance, Wirklichkeit zu werden.
Abstract
(Englisch)
The thesis focusses on the legitimation of the European Parliament (EP) via the mass media. Parliament as the core institution of representative democracy has a prominent status in the discussion about the European Union’s democratic deficit. With growing Euroscepticism, however, the question arises if and how the EP can fulfil its function as central source of legitimacy for EU politics. In this context, the role of national parliaments is increasingly discussed. Departing from the central assumption that mass media serve as diffuser of political communication and constitute a platform for disputing and evaluating the legitimacy of the EP, the thesis assesses the general quality of newspaper contents as well as the newsworthiness of the EP in comparison to national parliaments; in addition, a media effects analysis is conducted. Analyses aim at contributing to the tackling of identified research gaps in the political science discussion about the EP’s legitimacy. The project sheds light on the proposed research questions by looking into the three largest newspapers in Finland, Germany, and the United Kingdom relying on a manual content analysis. As research periods, the EP elections 2009 and 2014 as well as routine periods in 2011 and 2012 are used. The methodological framework is designed in a quantitative-deductive fashion using different statistical tools for analysis. In addition, the thesis uses external data, such as the European Election Survey and data from the PACE (Parliamentary Communication of Europe) project which deals with communication by and about national parliaments in EU affairs. In conclusion, the visibility of the EP – and, therefore, its legitimizing potential, seems very limited especially during non-election times. Results of earlier research which found a strong national bias in EU coverage more generally are confirmed. Furthermore, national parliaments seem to be more newsworthy in the eyes of newsmakers and may be a better source of legitimacy. Weak effects of coverage in 2009 are found, however only for citizens that had reported to remember reading about the EP in the news. In 2014, obviously mostly due to the increased contestation of the EU in times of crisis, effects became direct and no longer moderated by political interest. Thus, contents are found to reach people in 2014, but due to the great negativity in the discourse, they seem to contribute to a de-legitimation rather than increase the EP’s public support in public. Regarding the EU’s democratic deficit, the EP’s potential to help legitimate EU politics seems quite limited. The thesis, therefore, reflects upon the possibility of a division of labour between parliamentary levels: NPs could focus stronger on communicating EU affairs to the domestic audience due to their greater newsworthiness while the EP could focus more on controlling tasks at the supranational level. Thus, in strengthening parliamentarism as such in the EU, the ‘democratic mirage’ that has been nourished for so long by the image of a strong EP, would maybe have the chance to become real.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Content Analysis Democratic Deficit European Parliament Legitimacy Newspaper Contents Media Effects
Schlagwörter
(Deutsch)
Demokratiedefizit Europäischen Parlament Inhaltsanalyse Legitimität Medieneffekte Zeitungsinhalte
Autor*innen
Olga Eisele
Haupttitel (Englisch)
The legitimation of the European Parliament
Hauptuntertitel (Englisch)
a comparative assessment of newspaper contents and their effects in three European union member states
Paralleltitel (Deutsch)
Die Legitimation des Europäischen Parlaments : eine vergleichende Untersuchung von Zeitungsinhalten und deren Effekte in drei Mitgliedstaaten der Europäischen Union
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
xii, 276 Seiten : Diagramme
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Hans-Jörg Trenz ,
John Erik Fossum
Klassifikationen
89 Politologie > 89.35 Demokratie ,
89 Politologie > 89.51 Parlament ,
89 Politologie > 89.56 Politische Kommunikation ,
89 Politologie > 89.73 Europapolitik, Europäische Union
AC Nummer
AC14501875
Utheses ID
41039
Studienkennzahl
UA | 796 | 310 | 300 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1