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Die Moralisierung von Lebensmitteln
Projektionen konsumethischer Grundprinzipien und die Handelspraxis einer Wiener Lebensmittelkooperative
Gerald Baumgartlinger
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Kultur- und Sozialanthropologie
Betreuer*in
Thomas Fillitz
DOI
10.25365/thesis.46395
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25408.38020.896965-8
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit untersucht empirisch, wie eine zivilgesellschaftliche Bewegung, eine alternierende Form des Konsumverhaltens interpretiert, kontextualisiert und schließlich praktiziert. Die Wiener Lebensmittelkooperative Einkorn ist eine von zahlreichen Food Coops, die sich aktuell in ganz Österreich steigender Beliebtheit erfreuen. Die Mitglieder des Einkorns definieren ökosoziale Kriterien, mit deren Hilfe konsumethische Handlungen getätigt werden. Die Kriterien, welche die Basis für den Bezug von Lebensmitteln bei einer ProduzentIn darstellen, beinhalten regional, saisonal und biologisch produzierte Lebensmittel, bezogen von kleinstrukturierten Landwirtschaftsbetrieben, mit einer sozialen Arbeitspraxis, gegenüber ihren Angestellten. Die Forschungsarbeit konzentriert sich daher zunächst auf konsumethische Grundprinzipien des Vereins. Die Feldforschung zeigt, dass diese Praxis neue respektive wiederentdeckte Beziehungen zwischen KonsumentInnen und ProduzentInnen entstehen ließ. Der persönliche Kontakt zu den ProduzentInnen ist einerseits ein weiteres Handlungsmotiv des Einkorns, andererseits implizieren die direkten Beziehungen die Grundlage einer höheren Intention der Mitglieder. Durch neu entstandene Netzwerke soll der Zwischenhandel von der Lebensmitteldistribution ausgeschlossen werden und eine soziale Wirtschaftspolitik entstehen. Die Forschung zeigt, dass sich die Einkorn-Mitglieder im Kontrast zum kapitalistischen Marktsystem definieren. Die Handlungen der Supermarktketten ziehen demnach Großteils negative Folgen für Mensch und Umwelt nach sich. Das Distributions- und Konsumsystem der Food Coop hingegen setzt sich positive Auswirkungen, für sämtliche partizipierende AkteurInnen, zum Ziel. Besonders eine Rückbesinnung auf bessere Agrarmethoden ruft hierbei gewissen romantisierende Imaginationen bei den Mitgliedern hervor. Stetige Reflexionsprozesse verändern allerdings die Wahrnehmungen der einzelnen Mitglieder, die sich durchaus der Ambivalenz konsumethischer Handlungen bewusst sind.
Abstract
(Englisch)
The present master thesis empirically examines how a civil society movement interprets, contextualises and finally practices an alternative form of consumer behaviour. The Viennese Food Cooperative Einkorn is one of numerous food coops which are currently enjoying increasing popularity throughout Austria. The members of the Einkorn define eco-social criteria. With the help of these actions ethical consumption is practiced. The criteria that form the basis for the supply of food from a producer include regional, seasonal and biologically produced food from small-scale farms with a social practice of labour concerning their employees. The research work therefore concentrates first on the basic principles of ethical consumption of the cooperative. Field research shows that this practice has created new and re-discovered relationships between consumers and producers. The personal contact with the producers is on the one hand a further motive of the Einkorn actions, on the other hand the direct relations imply the foundation of a higher goal of its members. Through newly established networks, the commercial trade should be excluded from food distribution and a social economic policy should be created. The research shows that the Einkorn members define themselves in contrast to the capitalist market system. Based on this assumption the actions of the supermarket chains have a mainly negative impact on people and the environment. The distribution and consumption system of the Food Coop, on the contrary, has a positive impact, for all participating actors. A reconsideration of better agrarian methods in particular evokes certain romanticising imaginations among the members. However, continuous reflection processes change the perceptions of the individual members, who are aware of the ambivalence of consumer behaviour.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Consumption Solidarity Food Consumerism Ethical Consumption Solidarity Cooperative Food Cooperative Projection Imagination Sociality Embedded Economy Ecosocial
Schlagwörter
(Deutsch)
Konsum Konsumtion Solidarwirtschaft Nahrung Lebensmittel Konsumethik Ethischer Konsum Solidarwirtschaft Kooperative Lebensmittelkooperative Projektion Imaginationen Imagination Sozialität Eingebettete Wirtschaft Ökosozial
Autor*innen
Gerald Baumgartlinger
Haupttitel (Deutsch)
Die Moralisierung von Lebensmitteln
Hauptuntertitel (Deutsch)
Projektionen konsumethischer Grundprinzipien und die Handelspraxis einer Wiener Lebensmittelkooperative
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
I, 149 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Thomas Fillitz
AC Nummer
AC13704103
Utheses ID
41059
Studienkennzahl
UA | 066 | 810 | |
