Detailansicht
Analyse des Wortfeldes taqwā im tafsīr al-Qurṭubīs
Khurshed Sayfulloev
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Islamwissenschaft
Betreuer*in
Rüdiger Lohlker
DOI
10.25365/thesis.46546
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14726.11460.275478-4
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit der Analyse des Wortfelds taqwā anhand eines der bedeutendsten Werke des klassischen islamischen Qur'anexegeten ʿAbd Allāh Abū Muḥammad b. Aḥmad b. Abi Bakr b. Farağ al-Ansārī al-Ḫazrağī al-Andalūsī al-Qurṭubī. Sein Werk trägt den Titel „Al-Ğāmiʿ li aḥkām al-Qur'ān wa al-mubayyan limā tudamminuhu min as-sunnah wa āy al-furqān“.
Dabei sollte die Arbeit folgende Fragestellungen behandeln:
Woher stammt das Wort taqwā?
Was bedeutet das Wort taqwā?
Wie kann man die taqwā erlangen?
An wen ist die taqwā gerichtet?
Wer ist der Träger der taqwā?
Wo ist der Ort der taqwā?
Inhaltlich lässt sich die Arbeit in vier Teile gliedern. Im ersten Teil behandelt der Verfasser die Kurzbiographie al-Qurṭubīs, in der die wesentlichen Informationen über den Werdegang des Exegeten dargestellt werden. Weiters setzte sich der Verfasser mit der grundlegenden Frage der Wissenschaft der Qur'ānexegese beziehungsweise des Tafsiir auseinander. Anschließend wurden die Unterschiede zwischen dem Qur'ānkommentars al-Qurṭubīs und anderen Qur'ānkommentatoren herausgearbeitet.
Der zweite Teil der Arbeit befasst sich mit der Behandlung des Wortfelds taqwā anhand des Qur'ānkommentars al-Qurṭubīs. Dabei wurde jeder Qur'ānvers, der mit dem Wortfeld taqwā im Zusammenhang steht, einzeln bearbeitet. Die deutsche Übersetzung Muḥammad Asads der ausgewählten Verse wurde angeführt, die Kommentare al-Qurṭubīs dazu vom Verfasser aus dem Arabischen ins Deutsche übersetzt und anschließend analysiert.
Der dritte Teil der Arbeit bietet eine zusammenfassende Darstellung des Wortfelds taqwā. Hier sind die einzelnen Analysen, die im Bezug auf die Kommentare al-Qurṭubīs gemacht wurden, zusammengefasst.
Abschließend wurden die Ergebnisse der durchgeführten Analyse der ausgewählten Qur'ānischen Verse im Bezug auf das Wortfeld taqwā im Kommentar al-Qurṭubīs ausgearbeitet. Dabei wurde zunächst die lexikalische Erklärung des Wortes taqwā behandelt, und zwar anhand der Darlegung der ursprünglichen Umwandlung der Wurzel des Verbes des Grundstammes w-q-y, durch die der Buchstabe waw zu einem tā' wurde.
Weiters wurden die fünf weiteren Fragestellungen der Arbeit ausführlich beantwortet. Es wurde festgestellt, dass der Begriff taqwā sich nicht lediglich auf die Gottesfurcht und Frömmigkeit beschränkt, sondern im weiteren Sinne eine viel breitere Bedeutung inne hat. Diese Bedeutung wurde anhand von drei Kriterien behandelt, nämlich im Bezug auf Gott, im Bezug auf die Einzelperson selbst und im Bezug auf die Gesellschaft. Die taqwā im Bezug auf Gott bezieht sich dabei auf die strikte Befolgung der Vorschriften Allāhs, sowohl der Gebote, als auch der Verbote. Die Verpflichtungen sollen dabei auf die beste Art und Weise gemäß der Methode des Propheten Muḥammad ausgeübt werden. Was taqwā im Bezug auf den Einzelnen angeht, so bedeutet es, dass das Benehmen eines Menschen in Einklang mit den Geboten und Verboten Gottes gebracht werden sollte, wodurch man sich von der eventuellen Bestrafung Gottes schützt. Das dritte Kriterium behandelt die taqwā im Bezug auf die Gesellschaft, also der zwischenmenschlichen Beziehungen. Dabei wurde die taqwā als Gerechtigkeit angeführt, wenn sogar diese Gerechtigkeit eigenen oder familiären Interessen zuwider ist. Deswegen hat die taqwā eines Menschen eine höhere Stellung als die Herkunft, Ethnizität, soziale Position und anderen Statussymbolen. Dabei sind laut al-Qurṭubī nur diejenige, die taqwā haben, in der Lage, die gesamte Offenbarung Gottes als Botschaft für sich zu akzeptieren, das heißt jene, die gerecht sind.
Für die Erlangung der taqwā wurde die Vorgehensweise, die al-Qurṭubī als notwendig betrachtet, erörtert, nämlich die Notwendigkeit des Begreifens der Majestät Gottes, das Verlangen nach Wissen und die Aufrichtigkeit der Bittgebete. Die Anständigkeit und Keuschheit, aber auch die Entschlossenheit, freiwillig guten Taten zu verrichten, wurden als Verstärker der taqwā erwähnt.
Weiters wurde betont, dass die taqwā ausschließlich an Gott gerichtet werden kann, denn alle Angelegenheiten eines Muslims stehen letztendlich in Verbindung mit der Rechenschaft, die Gott gegenüber abgelegt werden wird. Dabei ist al-Qurṭubī der Meinung, dass der Ort der taqwā das Herz sei und derjenige, der sich strikt an die taqwā hält und sich mit tugendhaften Eigenschaften schmückt, ein muttaqī bezeichnet werden kann.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass taqwā so viel bedeutet, wie die Gebote und Verbote Gottes strikt, in Kleinen und im Großen, gemäß der Anweisungen Gottes und der Methode seines Gesandten Muḥammad, zu befolgen, sich von der Anbetung allem, was neben Gott stehen könnte, fernzuhalten, bei Gott Zuflucht vor seiner Bestrafung zu suchen und sich vor Gottes Zorn durch das Recht Gottes zu schützen. Anders gesagt, ist die taqwā eine äußerste Vorsicht im Handeln, um sich von der Bestrafung Gottes im Jenseits, im Bezug auf das Verhalten im Diesseits gegenüber Gott, gegenüber der Gesellschaft und gegenüber sich selbst, zu schützen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Analyse taqwā Islam Qur'an al-Qurṭubī Qur'ānexegese Qur'ānkommentar Gottesfurcht Frömmigkeit
Autor*innen
Khurshed Sayfulloev
Haupttitel (Deutsch)
Analyse des Wortfeldes taqwā im tafsīr al-Qurṭubīs
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
152 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Rüdiger Lohlker
AC Nummer
AC13721827
Utheses ID
41190
Studienkennzahl
UA | 066 | 674 | |
