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Das Kaffeehaus in Anekdoten
literarische Ausschnitte einer Wiener Tradition in ihrer Hochblüte zur Zeit der Wiener Moderne
Petra Kirchmayer
Art der Arbeit
Magisterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Magisterstudium Publizistik-u.Kommunikationswissenschaft
Betreuer*in
Horst Pöttker
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22753.96699.967962-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit behandelt das Genre der Kaffeehausliteratur und rückt dabei die Kaffeehauskultur zur Zeit der Wiener Moderne in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Vor allem das erste Drittel des 20. Jahrhunderts steht dabei ganz im Namen der Literatur, Kunst und Kultur, welche seinerzeit in engster Verbindung mit dem Kaffeehaus stehen. Durch die besondere Beachtung der internen Strukturen, mit Fokus auf die Publikumsstruktur, gliedert sich im Zuge der geschichtlichen Hineinführung in die Materie Jürgen Habermas mit ein. Mit dem Einbezug seiner Überlegungen innerhalb der Habilitationsschrift, „Strukturwandel der Öffentlichkeit“, werden die institutionellen Züge des Lokals sowie dessen Auftreten als neutraler Sprechsaal aufgezeigt und dabei erläutert, dass es das Kaffeehauspublikum in erster Linie selbst war, welches für die Durchsetzung des Kaffeehauses als institutionelles Gefüge sorgte. Die interne Weglassung von Hierarchien und Abhängigkeiten waren die Voraussetzungen für die Möglichkeit zum bedingungslosen Miteinander und kommunikativen Austausch auf Augenhöhe. Status oder Besitz spielten dabei keine Rolle. Das (gute) Argument reiht sich allem anderen vor. Durch diese intensive Auseinandersetzung mit dem zeitgenössischen Publikum - zu welchem auch die Vertreter des Genres zu zählen sind – spielt die Zeitzeugenperspektive innerhalb der Literatur eine besondere Rolle. Sie wird für die Hinzuzählung des Genres zur klassischen Kaffeehausliteratur als unbedingtes Muss markiert und dient damit gleichzeitig der Abgrenzung zu neueren Herangehensweisen an die Thematik (ohne Zeitzeugenstatus). Für die detaillierte Anschauung des Genres sowie des favorisierten Erzähl- bzw. Schreibstils der persönlichen Anekdote, wird Friedrich Torbergs biographisches (Kaffeehaus-)Werk, „Die Tante Jolesch Oder der Untergang des Abendlandes in Anekdoten“, herangezogen. Es erfolgt eine intensive inhaltliche Auseinandersetzung und literarische Analyse sowie Vergleiche mit weiteren Werken aus der Kaffeehausliteratur dieser Zeit. Die Anschauung der anekdotisch aufbereiteten Texte führt schließlich zum Aufzeigen von Überschneidungen mit journalistischen Inhalten, genauso wie zu Ähnlichkeiten mit Kultur- bzw. Milieustudien. Das Genre erweist sich damit als verbindendes Glied zwischen einzelnen Wissenschaftsbereichen. Die Erinnerung der Literatur an Kulturstudien gliedert die Kulturwissenschaft sowie die englischen Cultural Studies in die Anschauung mit ein. Teilweise ergeben sich ebenso Parallelen zur Geschichtswissenschaft sowie Soziologie. Durch diesen ideellen Gang ins zeitgenössische Kaffeehaus erfolgt ein Mitschnitt der Geschichte, der über jeweilige Charakteristika und zeittypische Stile aufklärt. Das enorme Engagement in Kunst und Kultur wird dabei unterstrichen. Die für die Stadt und ihre Bewohner wichtige, das Leben mitbestimmende Rolle des Kaffeehauses wird so Schritt für Schritt immer klarer.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Kaffeehaus Kaffeehausliteratur Anekdote Friedrich Torberg Wiener Leben
Autor*innen
Petra Kirchmayer
Haupttitel (Deutsch)
Das Kaffeehaus in Anekdoten
Hauptuntertitel (Deutsch)
literarische Ausschnitte einer Wiener Tradition in ihrer Hochblüte zur Zeit der Wiener Moderne
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
96 Seiten : Illustration
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Horst Pöttker
Klassifikation
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.01 Geschichte der Wissenschaft und Kultur
AC Nummer
AC14502709
Utheses ID
41380
Studienkennzahl
UA | 066 | 841 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1