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Die ostalpine bronzezeitliche Kupfererzeugung im überregionalen Vergleich
am Grundbeispiel eines Hüttenplatzes in Mühlbach/Sbg.
Hannes Herdits
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie Ur- und Frühgeschichte
Betreuer*in
Otto H. Urban
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25098.74680.273752-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Arbeit betrachtet die ostalpine mittel- bis spätbronzezeitliche Kupfererzeugung aus verschiedenen Blickwinkeln. Unterschiedliche, sich ergänzende Methoden werden zur Bearbeitung und Beschreibung der technischen Befunde, der Hüttenabfälle und der möglichen hüttentechnischen Arbeitsabläufe verwendet. Auf Basis der Befundbeschreibung eines unter ständiger Teilnahme des Verfassers ergrabenen bronzezeitlichen Hüttenplatzes in Mühlbach/ Hochkönig (Salzburg) wird ein Vergleich mit anderen ostalpinen Hüttenplatzbefunden durchgeführt. Dabei ergeben sich mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede in Bezug auf Ofenkonstruktion und Gesamtanlage der bronzezeitlichen Arbeitsstellen. Eine chronologische Weiterentwicklung des Anlagenbaues wird nicht erkennbar. Die Typengliederung der Verhüttungsabfälle zeigt eine klare Trennung in einzelne Gruppen und lässt die Arbeitsweise der bronzezeitlichen Hüttenleute erkennbar werden. Es kann dadurch eine Zuordnung der Abfallgruppen zu unterschiedlichen Formen von Schmelzaggregaten erfolgen. Diese Zuordnung zeigt auch das Fehlen von bestimmten Schmelzaggregatformen im archäologischen Grabungsbefund auf. Eine Diskussion von naturwissenschaftlichen Untersuchungen ergänzt das Gesamtbild. Die Beschaffenheit des erzeugten Metalles (Rohkupfer) ist nach wie vor nicht eindeutig bestimmbar. Auch die Hüttenabfälle (Schlacken) sind zwar typologisch sehr klar beschreibbar, in Bezug auf Chemismus und Phasenbestand aber nicht durchgehend zu klassifizieren. Einzelne Schlackenstücke scheinen bestimmten Verfahrensschritten nahe zu stehen, dabei könnte es sich aber auch um Unfälle, also ungewollte Ereignisse, handeln. Ein experimentalarchäologischer Teil erhellt zusammen mit einer Erläuterung der Herangehensweise prähistorischer Techniker die besonderen Probleme eines chemisch-physikalischen Prozesses, der ohne moderne naturwissenschaftliche Analysenmethoden vollzogen werden musste. Drei aufeinander aufbauende Experimentblöcke verdeutlichen die besonderen Probleme der Erzaufbereitung und der Ofenführung, die ohne diese praktischen Versuche nicht erkennbar und bewusst werden. Es zeigt sich dabei auch, dass pure Empirie ausreicht, um einen hochkomplizierten Verhüttungsprozess zu entwickeln.
Abstract
(Englisch)
The thesis sheds light on the east-alpine middle- to late Bronze Age copper-production from different points of view. Different methods are used to highlight and describe the technical structures, the waste products and the smelting procedures. On the basis of the description of a smelting site which was excavated in the presence of the author a comparison with other smelting sites is made. This comparison shows more commonalities than differences with regard to the construction of the furnaces and layout of the smelting sites. A chronological change in the construction of the main installations does not get evident. The typological characterisation of waste and smelting debris shows a clear clustering of the smelting-slags and highlights the workflow of the Bronze Age smelters. The slag-types can be allocated to different types of smelting installations. The allocation shows that certain types of smelting-installations are missing on some of the excavated places. A discussion on research in natural science complements the results of archaeological methods. The original composition of the metal produced is as yet not clear. The slags can be described typologically but show no differences in their composition. Single slag bits could be attributed to a final smelting procedure but it is not sure if they were produced inadvertently. The experimental part together with a description of the special approach of Bronze Age smelters highlights the difficulties of a chemical and physical process that had to be performed without modern scientific analyzing methods. Three experimental blocks highlight the special problems of ore-dressing and furnace management, which are not evident without conducting practical experiments. This makes clear that empirical work is able to develop a very complicated smelting process.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
History of Technology Copper Smelting Slag Typology Experimental Archaeology
Schlagwörter
(Deutsch)
Technikgeschichte Kupferverhüttung Schlackentypologie Experimentelle Archäologie
Autor*innen
Hannes Herdits
Haupttitel (Deutsch)
Die ostalpine bronzezeitliche Kupfererzeugung im überregionalen Vergleich
Hauptuntertitel (Deutsch)
am Grundbeispiel eines Hüttenplatzes in Mühlbach/Sbg.
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
467, 74, 547-549 Seiten : Illustrationen, Diagramme, Karten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Otto H. Urban
Klassifikationen
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.99 Geisteswissenschaften allgemein: Sonstiges ,
15 Geschichte > 15.15 Archäologie ,
15 Geschichte > 15.19 Vor- und Frühgeschichte ,
50 Technik allgemein > 50.01 Technikgeschichte
AC Nummer
AC13753729
Utheses ID
41497
Studienkennzahl
UA | 092 | 309 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1