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Die Spuren des Geheimnisses
zu einem Denken des Geheimnisses bei Jacques Derrida
Eva Maria Aigner
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Philosophie
Betreuer*in
Arno Böhler
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.46957
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-13169.94954.600665-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Mit Hinblick auf aktuelle Debatten über Transparenz, Datenschutz und Überwachung erlangt der Begriff des „Geheimnisses“ zunehmend an politischer und philosophischer Bedeutung. Die Arbeit bespricht unterschiedliche Ansätze eines „Denkens des Geheimnisses“ oder eines „geheimnisvollen Denkens“ in der zeitgenössischen Westlichen Philosophie und macht das Geheimnis auf diese Weise als ein zentrales philosophisches Problem sichtbar. Ausgehend von einem alltäglich-lebensweltlichen Verständnis des Geheimnisses als strategisch und vorläufig verborgener „Wissensinhalt“ – eine Perspektive, die vor allem mit Georg Simmel und A. und J. Assmann herausgearbeitet wird – folgt die Arbeit den multiplen Spuren des Geheimnisses in den Texten Jacques Derridas. Diese „Spurensuche“ macht sichtbar, in welcher Weise sich durch Derridas Schrift eine Dekonstruktion des Begriffs des Geheimnisses als „vorläufig Verborgenes“, aber auch des „unergründlichen“ Geheimnisses der negativen Theologie vollzieht. Derrida denkt das Geheimnis als produktive Kraft oder Passion, die den Prozess des Denkens und des Schreibens in Bewegung setzt und dabei eine fruchtbare „Unverständlichkeit“ des Textes produziert. Im Anschluss an die Thematisierung seines kontroversen „Bekenntnisses“ zur Unzugänglichkeit und Widerständigkeit der eigenen Schrift, wird Derridas Begriff des Geheimnisses als eine „Figur des Zwischen“ herausgearbeitet. Im Fokus steht dabei die strukturelle Verbindung, die Derrida zwischen dem „absoluten Geheimnis“ und dem Konzept der „Spur“ zeichnet. Indem es den Grenzbereich zwischen dem „Inneren“ und dem „Außen“ – der Phänomenologie, eines Text-Systems etc. – markiert, durchbricht das Geheimnis stets die zirkuläre Bewegung des philosophischen Denkens und Schreibens selbst. Es wirft die Frage nach der Verwundbarkeit des philosophischen oder wissenschaftlichen System-Denkens auf und verspricht ein „überflüssig-Werden“ der Grenzen zwischen Philosophie und Literatur. Trotz seines „Geschmacks“ für das Geheimnis, scheint Derrida auch aufmerksam zu bleiben für die Drohung des „Ausschlusses“ oder des Elitismus, den das Geheimnis stets impliziert. Diese kritische Sichtweise wird mit Bezug auf Derridas Schrift Schibboleth beleuchtet. Zuletzt adressiert die Arbeit Derridas Bezugnahme auf den psychoanalytischen Begriff der Krypta in Fors, wobei aufgezeigt wird, inwiefern das Geheimnis zur Bedingung einer unabschließbaren Erzählung oder Fiktion wird. Dies eröffnet schließlich die Frage nach der essentiellen Verbindung von Literatur und Geheimnis, die Derrida in seinem Essay Littérature au secret aufwirft.
Abstract
(Englisch)
Regarding the current discourses on transparency, data privacy and surveillance, the notion of the secret gains increasing political and philosophical relevance. The thesis discusses different approaches to a philosophical “thinking of the secret” or “secret thinking” within contemporary Western Philosophy, thus highlighting it as a central philosophical theme. Starting from a commonplace understanding of the secret as a strategically and preliminarily hidden content of knowledge – a view prominently developed by Georg Simmel and A. and J. Assmann – the thesis follows the multiple traces of the secret within the work of Jacques Derrida. This “tracing” makes visible how through Derrida’s writing, the concept of the secret as preliminary “hidden” as well as the secret of negative theology are being deconstructed. As it becomes apparent, Derrida thinks the secret as a productive force or passion, putting the process of thinking and writing into motion, thereby producing a fruitful “incomprehensibility” of the text. After discussing his controversial commitment to the inaccessibility and resistance of his own writing, the thesis develops Derrida’s notion of the secret as a “figure of the in-between”. It focuses on the structural relation Derrida draws between what he calls an “absolute secret” and his concept of the “trace”. Marking a borderline between the “inside” and the “outside” (of phenomenology, a text-system etc.), the secret always disrupts the circling movement of philosophical thinking and writing itself. It raises the question of the vulnerability of the philosophical or scientific system of thought and promises a “becoming superfluous” of the boundaries between philosophy and literature. Despite his “taste” for the secret, Derrida also seems to stay aware for the threat of exclusion or elitism the secret always implies. This critical aspect of his thinking of the secret is outlined within a reconstruction of his arguments in Schibboleth. Finally, the thesis addresses Derrida’s reference to the psychoanalytical term of the “crypt” in Fors, showing how the secret becomes the condition of an un-concluded tale or fiction. This will allow the question of the essential relation between the secret and literature Derrida establishes in his essay Littérature au secret.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Derrida secret Schibboleth crypt trace Simmel
Schlagwörter
(Deutsch)
Derrida Geheimnis Schibboleth Krypta Spur Simmel
Autor*innen
Eva Maria Aigner
Haupttitel (Deutsch)
Die Spuren des Geheimnisses
Hauptuntertitel (Deutsch)
zu einem Denken des Geheimnisses bei Jacques Derrida
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
129 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Arno Böhler
Klassifikation
08 Philosophie > 08.25 Zeitgenössische westliche Philosophie
AC Nummer
AC13741458
Utheses ID
41556
Studienkennzahl
UA | 066 | 941 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1