Detailansicht
Macht als konstitutives Gestaltungselement dialogischer Dolmetschsituationen
Joanna Maria Jedrygas
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Translation Deutsch Polnisch
Betreuer*in
Mira Kadric-Scheiber
DOI
10.25365/thesis.47033
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30454.40856.199964-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Manifestation von Machteinflüssen in der Praxis des Dialogdolmetschens. Das Ziel der Arbeit war es zu prüfen, ob, ähnlich wie in anderen Situationen zwischenmenschlicher Interaktion, Macht sowie Machteinflüsse auch in dialogischen Dolmetschsituationen auftreten und diese beeinflussen beziehungsweise mitgestalten. Im Falle einer positiven Beantwortung der Forschungsfrage sollte die Schlussfolgerung durch die Beantwortung der Zusatzfrage ergänzt werden, wie groß der Einfluss von Macht auf Dialogdolmetscheinsätze tatsächlich ist sowie, ob der bewusste Umgang mit Machtverhältnissen als eine unabdingbare Kompetenz von Dolmetschenden erachtet werden sollte.
Zur Erreichung des Forschungsziels waren zwei methodologische Schritte notwendig. Zunächst musste eine theoretische Grundlage in Hinblick auf das Verständnis des Phänomens Macht geschaffen werden, die als Basis für die weitere Auseinandersetzung mit dem Auftreten von Machtverhältnissen in der Praxis des Dialogdolmetschens dienen sollte. Eine solche Grundlegung des Machtverständnisses in Bezug auf den Tätigkeitsbereich und die Anforderungen des Dialogdolmetschens erfolgte im dritten Kapitel dieser Arbeit. Der zentrale Abschnitt der Arbeit, der in weiterer Folge Erkenntnisse für die Beantwortung der Forschungsfrage liefern sollte, bestand aus einer Diskussion zweier exemplarisch gewählter Fallbeispiele aus dem Bereich des Dialogdolmetschens. Die Diskussion der Fallbeispiele erfolgte im Rahmen eines translationswissenschaftlich und soziologisch verankerten Analyseverfahrens, dessen Fokus auf der Erhebung der während eines dialogischen Dolmetscheinsatzes auftretenden Machterscheinungen lag.
Im Zuge der Auswertung der Analyseergebnisse konnte die Forschungsfrage bejahend beantwortet werden. Die Diskussion der gewonnenen Erkenntnisse zeigte auf, dass Machteinflüsse im Dialogdolmetschen stets präsent und wirksam sind. Zudem kann aufgrund der Stärke des ausgemachten Einflusses in beiden analysierten Fallbeispielen festgestellt werden, dass Macht nicht lediglich eine zusätzliche Eigenschaft von Dolmetschsituationen ist, sondern einen konstitutiven Einfluss auf die Gestaltung, Entwicklung und den Verlauf von dialogischen Dolmetschsituationen hat. Entsprechend wichtig erscheint es auch, dass Dolmetschende in diesem Bereich ein Bewusstsein für die Wirkung von Machtverhältnissen entwickeln.
Abstract
(Englisch)
The objective paper deals with the influence of power in community interpreting situations. As power can be considered a social phenomenon inherent to all forms of human interaction, the goal of the above paper was to examine whether power is also present in situations of community interpreting as well as whether this potential presence of power constitutes a certain form of influence on interpreting situations. In case of an affirmative answer to this research question, the scope of research should be broadened so as to further determine how great the influence of power on community interpreting situations and settings really is as well as whether it is necessary for community interpreters to be able to deal with power relations in the interpreting process.
The methodology chosen to achieve the goals set out in the research question consisted of two independent steps. The first one was to create a theoretical basis explaining the concept of power underlying any further power-related considerations taken throughout this thesis. Such a description of a power concept suitable for the analysis of community interpreting situations is proposed in chapter three. The second step was to gather information necessary for answering the research question. This part can be considered as the key section of the paper and consists of a thorough analysis of two representative examples of community interpreting situations regarding their exposure to power and its influence on the interacting individuals. The method of analysis has been designed based on sociological and translational approaches to power for the purpose of describing and determining the manifestation and influence of power in community interpreting situations.
The findings of the performed analyses have led to the conclusion that power and its influence show a constant presence in situations of liaison interpreting. Furthermore, the great level of power-related influence on community interpreting situations confirmed that power is not only an additional attribute of interpreting activities but forms a constituent part of the organization and the development of community interpreting situations. Therefore, it also appears to be of great importance that interpreters active on this field know how to deal with power relations existing in different contextual frames of community interpreting situations.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
power power relations liaison interpreting community interpreting
Schlagwörter
(Deutsch)
Macht Machtverhältnisse Dialogdolmetschen Kommunaldolmetschen
Autor*innen
Joanna Maria Jedrygas
Haupttitel (Deutsch)
Macht als konstitutives Gestaltungselement dialogischer Dolmetschsituationen
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
155 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Mira Kadric-Scheiber
AC Nummer
AC15033298
Utheses ID
41621
Studienkennzahl
UA | 070 | 331 | 375 |
