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Der gesittete Barde
Shakespeare-Adaptionen im josephinischen Wien
Thomas Hödl
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Theater-, Film- und Mediengeschichte
Betreuer*in
Hilde Haider-Pregler
DOI
10.25365/thesis.47908
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22767.59467.151069-8
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Moralvermittlung, poetische Gerechtigkeit, Bühnenillusion, gesittete Dialoge, rührende Szenen und subtile Komik waren Aspekte, die im josephinischen Wien bei einem Besuch der stark von der Regierung und Zensur beeinflussten Schaubühnen erwartet werden konnten. Obwohl diese Paradigmen des damaligen Wiener Theaters nur vereinzelt auf die Dramen William Shakespeares oder die elisabethanische Bühne, für die sie verfasst worden waren, zutreffen, kam es zur Zeit Josephs II. zu den ersten nachgewiesenen Shakespeare-Aufführungen in der österreichischen Hauptstadt. Um die Diskrepanz zu dem gegenwärtigen Theaterverständnis zu verringern, wurden die Stücke umgeändert und den herrschenden Verhältnissen angepasst.
Von 1770 bis 1789 wurden in den Theatern nächst der Burg und nächst dem Kärntnertor insgesamt 16 Sprechtheater-Stücke aufgeführt, welche in zeitgenössischen Quellen und in der späteren Forschung als Auseinandersetzungen mit dem englischen Dramatiker rezipiert werden. Diese reichen von gekürzten und leicht abgeänderten Übersetzungen bis zu freien Bearbeitungen, die auf eigenständige Weise mit Shakespeares Handlungen und Figuren umgehen. Der gesittete Barde. Shakespeare-Adaptionen im josephinischen Wien untersucht die Bearbeitungen textanalytisch, um die Abänderungen herauszuarbeiten, die vermehrt an den aus England stammenden Vorlagen bzw. an deren bereits vorhandenen Übersetzungen vorgenommen wurden. Inwiefern diese das damalige Theatermodell widerspiegeln, liegt der Arbeit als Forschungsfrage zugrunde.
Durch diese Vorgangsweise ermöglicht die Untersuchung der Shakespeare-Adaptionen, mehrere Charakteristika des Theaters der Wiener Aufklärung anhand plakativer Beispiele zu besprechen. Verschiedene theatertheoretische Positionen, die sich in Wiener Wochenschriften, Theatral-Almanachen oder Dramaturgien aus dem 18. Jahrhundert finden, werden beschrieben und mit der Vorgangsweise der Shakespeare-Bearbeiter verglichen. Die Aufgabe des Theaters als moralische Sittenschule, der kompromissbereite Umgang mit den drei aristotelischen Einheiten, die auf Illusion ausgerichteten Bühnenverhältnisse, der Einfluss und die Vorgaben der Zensur sowie die Stellung von Unterhaltungswert und Publikumsgeschmack im Verhältnis zur Theorie der Aufklärer werden dabei behandelt.
Im Fokus der Arbeit stehen somit theaterhistorische Erkenntnisse, die sich über das Schauspiel des josephinischen Wiens und die frühe Shakespeare-Rezeption im österreichischen Raum gewinnen lassen. Theoretische Überlegungen zu dem Umgang mit für eine andere Zeit oder einen anderen Kulturraum verfassten Dramen werden begleitend angestellt. Hierzu werden sowohl Stellungnahmen aus dem Wien des 18. Jahrhunderts als auch eine kurze Betrachtung gegenwärtiger Shakespeare-Inszenierungen herangezogen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
William Shakespeare Wien Theater Adaption Bearbeitung Joseph II. Moral Tugend Illusion Sittlichkeit Zensur 18. Jahrhundert Aufklärung Rezeption
Autor*innen
Thomas Hödl
Haupttitel (Deutsch)
Der gesittete Barde
Hauptuntertitel (Deutsch)
Shakespeare-Adaptionen im josephinischen Wien
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
128 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Hilde Haider-Pregler
Klassifikation
24 Theater > 24.06 Theatergeschichte
AC Nummer
AC14521371
Utheses ID
42328
Studienkennzahl
UA | 066 | 581 | |
