Detailansicht

"Fürstengräber"
Eliten in der Hallstatt- und Frühlatènezeit? Gräber als Spiegel der Gesellschaftsstruktur? : eine Diskursanalyse
Gertrude Rychly
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie Ur- und Frühgeschichte
Betreuer*in
Otto Helmut Urban
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15824.24581.404052-2
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ab dem 8. Jhdt. v.Chr. sind in einzelnen außergewöhnlichen Grabstätten Grabbeigaben zu erkennen, die sich wesentlich von anderen zeitgleichen Gräbern unterscheiden. Dies führte dazu, diese Gräber als „Fürsten-, Adels.-, Elite, oder Königsgräber etc. zu bezeichnen. In der Fachwelt herrscht jedoch weder über die Begriffsbestimmung noch über den Interpretationsansatz Einigkeit. Primäre Aufgabe dieser Arbeit ist demnach, Entstehung und Entwicklung der oben erwähnten Begrifflichkeit in ihren sich wandelndem historischem Kontext zu betrachten und sie als dessen Ausdruck zu verstehen. Das Schrifttum um die Gräber fungiert hier also sozusagen als Quelle. Von zentraler Bedeutung ist der in der zweiten Hälfte des 19. Jhdts. erstmalig angewendete Begriff „Fürst“, dessen Weg bis in die Gegenwart in all seinen Schattierungen zurückverfolgt wird. Löste er nämlich zunächst Assoziationen mit den zeitgenössischen „Landesfürsten“ aus und bot somit die Möglichkeit, die eigene rezente Vergangenheit in die prähistorische Zeit zurück zu projizieren, erlaubte er später das Bild einer dem Mittelalter nachempfundenen Feudalgesellschaft mit Fürstendynastien an ihrer Spitze zu zeichnen. Die teilweise hitzige Diskussion um dieses Modell hält bis heute an. Vertreter einer traditionellen, historisch-archäologischen Forschung und Verfechter eines kulturanthropologischen Ansatzes stehen sich noch immer verständnislos gegenüber. Neben „Fürst“ ist „Elite“ ein weiterer Schlüsselbegriff dieser Arbeit. Er eignet sich dazu, die in besonders reichen Gräbern Bestatteten zu bezeichnen aber auch eine Hierarchisierung kleinerer Gräberfelder in Randbezirken vorzunehmen. An die Forschungsgeschichte schließt eine ausführliche literaturanalytische Untersuchung ausgewählter Textpassagen an. Sie soll die Entwicklung des „Fürstengräber“-Begriffs veranschaulichen. Die Arbeit macht sich Methoden der Diskurs- sowie Inhaltsanalyse zunutze und kombiniert sie miteinander.
Abstract
(Englisch)
From the 8th century BC onwards some extraordinary graves contain items that distinguish them significantly from other contemporary graves. This distinction was traditionally interpreted as a social differentiation among those buried, and the more elaborate burial sites were labeled as graves of princes, nobles, elites or kings. Scholarly opinion, however, is divided as to what extent this interpretation is actually valid, and the incongruous use of terminology in archaelogical circles further highlights the difficulties of finding universally accepted definitions. The goal of this dissertation is to observe the development of the terminology mentioned above in the changing historical context and see it as an expression thereof. The description of the graves serves as the source. The main research question will focus on the historiographical use of the (German) term “Fürst”, first used in the second half of the 19th century, and its various connotations up to the present. Another key term in this work is “Elite”. It is very appropriate to describe persons buried in elaborate graves but also to categorize the levels of hierarchy in small burial sites in peripheries. The history of research is followed by a detailed analysis of selected passages of literature. It is to explain the development of the term “Fürstengräber” (graves of princes) and the concept of the term “Fürst” at the same time. This work uses methods of discourse as well as an analysis of content and combines the two.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
research history iron age funeral discourse analysis terminology Hallstattkultur Hallstatt culture
Schlagwörter
(Deutsch)
Hallstattzeit Frühlatènezeit Diskursanalyse Terminologie Fürstengräber Elite Literaturanalyse Gesellschaftsstruktur Forschungsgeschichte
Autor*innen
Gertrude Rychly
Haupttitel (Deutsch)
"Fürstengräber"
Hauptuntertitel (Deutsch)
Eliten in der Hallstatt- und Frühlatènezeit? Gräber als Spiegel der Gesellschaftsstruktur? : eine Diskursanalyse
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
438 Seiten : Illustrationen, Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Otto Helmut Urban ,
Gerhard Trnka
Klassifikationen
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.00 Geisteswissenschaften allgemein: Allgemeines ,
15 Geschichte > 15.19 Vor- und Frühgeschichte
AC Nummer
AC14464252
Utheses ID
42474
Studienkennzahl
UA | 092 | 309 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1