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Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten - ein kontraktualistisch-bedingungslogisches Argument
Sabine Riedl
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie (Dissertationsgebiet: Philosophie)
Betreuer*in
Herlinde Pauer-Studer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.48276
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22774.31797.508471-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Dissertation legt eine neuartige Interpretation von Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten vor. Ich weise die Behauptung der gängigen Lesart, dass die allgemeine Gesetzesformel und/oder die Zweck-an-sich Formel den Mittelpunkt von Kants kategorischem Imperativ bilden, zurück. Ich teile die Auffassung, dass beide Formeln wichtige Elemente darstellen und zentrale Rollen spielen, halte jedoch eine vertragstheoretische Konzeption von einem Reich der Zwecke, ergo die dritte (Unter)Formulierung, für das fundamentale Prinzip des kategorischen Imperativs. Die Thesis der Dissertation ist, dass Kants Grundlegung in umgekehrter Richtung zu lesen ist: Ausgehend von einer vertragstheoretisch verstandenen Reich der Zwecke Formel zu der allgemeinen Gesetzesformel und der Selbstzweckformel. Die mithilfe der kontraktualistischen Methode etablierte Argumentation zielt darauf ab, die notwendigen Gelingensbedingungen (normative felicity conditions) des kategorischen Imperativs herauszuarbeiten. Dies geschieht innerhalb des Rahmens des kategorischen Imperativs und ohne Notwendigkeit, auf das moralische Gesetz rekurrieren zu müssen. In dieser Arbeit wird die vertragstheoretische Methode ausgearbeitet, indem Hobbes‘ Leviathan als komplexer Konditionalsatz analysiert wird. Die gleiche methodische Vorgangsweise wird in der Folge auf Kants Grundlegung angewandt. Trotz der massiven Unterschiede zwischen Hobbes‘ und Kants anthropologischer Sichtweise und was ihren jeweiligen Vernunftbegriff betrifft, verwenden beide dennoch die gleiche regressiv-kontraktualistische Argumentationsmethode. Daher kommt diese Dissertation zu einer zweiten Erkenntnis: die rational-individualistische (Hobbes) und die universalistische (Kant) Form der Vertragstheorie können nicht länger als antagonistische Positionen betrachtet werden.
Abstract
(Englisch)
This thesis presents a novel reading of Kant’s Groundwork of the Metaphysics of Morals. I reject the claim of most philosophers that the Formula of Universal Law and/or the Formula of Humanity are the center of Kant’s Categorical Imperative. While I agree that they are important elements and play central roles, I maintain a contractualist conception of the Realm of Ends as the fundamental principle of the Categorical Imperative. The claim is that Kant’s Groundwork has to be read in reversed order: from a contractualistic understanding of the Formula of the Realm of Ends to the Formula of Universal Land and the Formula of Humanity.The argument established by contractualist method aims at carving out the necessary normative felicity conditions of Kant’s Categorical Imperative without the need to resort to the moral law. In practice, this thesis elaborates the contractualist method by analyzing Hobbes‘ Leviathan as a complex conditional clause. The same methodological reading is then applied to Kant’s Groundwork. Despite the major differences in their relevant anthropological concepts, and in terms of their notion of reason they use the same regressive contractualist method. The thesis comes thus to a second finding: the individualist-rationalistic approach (Hobbes) and the universalistic approach (Kant) to contractualist thought can no longer be considered antagonistic positions.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
contractualism Kant Categorical Imperative Hobbes Korsgaard Rawls
Schlagwörter
(Deutsch)
Vertragstheorie Kant kategorischer Imperativ Hobbes Korsgaard Rawls
Autor*innen
Sabine Riedl
Haupttitel (Deutsch)
Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten - ein kontraktualistisch-bedingungslogisches Argument
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
245 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Wilfried Hinsch ,
Peter Schaber
Klassifikation
08 Philosophie > 08.38 Ethik
AC Nummer
AC14527380
Utheses ID
42648
Studienkennzahl
UA | 792 | 296 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1