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Le Collège de France
500 Jahre nach seiner Gründung – verstaubt oder am Puls der Zeit?
Doris Gwinner
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Peter Cichon
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.4804
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30065.35820.800170-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das Collège de France geht auf die Ernennung der ersten „Lecteurs royaux“ durch François I im Paris des Jahres 1530 zurück. Die Universität von Paris verfügte zu jener Zeit über eine Monopolstellung im höheren Bildungswesen. Ihre vier Fakultäten umfassten alle Disziplinen, die nützlich und erlaubt waren, zu wissen und zu lehren. Sie hielt an der traditionellen Scholastik fest und eine Reform der Lehrmethoden und Lehrinhalte war undenkbar. Mit der Renaissance verbreitete sich jedoch ein neues Bewusstsein über ganz Europa, und die Gelehrten beschäftigten sich mit – teilweise wieder entdeckten – Meisterwerken der Antike. Außerdem erleichterte nun der technische Fortschritt in der Buchdruckerkunst den Zugang zu neu aufgelegten Werken der antiken Autoren, damit auch zu einer größeren Auswahl an Literatur und somit auch zu Wissen im Allgemeinen. Im Rahmen dieser humanistischen Bewegung ist auch die Ernennung der ersten Lecteurs royaux vor fast 500 Jahren zu sehen, die in ihren Vorlesungen jene Disziplinen berücksichtigten, die nicht an der Universität gelehrt wurden; zu Beginn waren dies Griechisch, Hebräisch und Mathematik. Heute verfügt das Collège de France über 52 Lehrstühle und die Berufung an das Institut wird oft als Krönung einer wissenschaftlichen Laufbahn bezeichnet. Im französischen Hochschulwesen direkt dem Ministère de l’Enseignement supérieur et de la Recherche unterstellt, zählt es zu den Grand Etablissements und dient heute der Forschung und der unmittelbaren Lehre des Erforschten. Die Vorlesungen sind öffentlich, kostenfrei, es ist weder eine Einschreibung notwendig, noch führen die Lehrveranstaltungen zu einem Zeugnis. Die Professoren bieten in jedem Studienjahr neue Vorlesungen an, die ihre Forschung und die daraus gewonnen Erkenntnisse ihres Fachgebiets berücksichtigen. Die Lehrstühle selbst sind keineswegs dauerhaft: Das Fachgebiet des Lehrstuhls kann beibehalten oder wie in den meisten Fällen umgewandelt werden: ein Mathematiker kann einem Historiker folgen, ein Linguist einem Wirtschafter. Die Möglichkeit der Veränderung der wissenschaftlichen Disziplinen verhindert ein starres, einzementiertes System. Dadurch verfügt das Collège de France über eine beträchtliche Freiheit seiner Lehrtätigkeit und kann sich relativ leicht an die Veränderungen im wissenschaftlichen Bereich anpassen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Collège de France Höheres Bildungswesen Frankreich
Autor*innen
Doris Gwinner
Haupttitel (Deutsch)
Le Collège de France
Hauptuntertitel (Deutsch)
500 Jahre nach seiner Gründung – verstaubt oder am Puls der Zeit?
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
92 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Peter Cichon
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.01 Geschichte der Sprach- und Literaturwissenschaft
AC Nummer
AC07668195
Utheses ID
4278
Studienkennzahl
UA | 236 | 346 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1