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Gölge oyunu Karagöz'ün 19. ve 20. yüzyıllardaki deǧişimi
Ahmet Aksit
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie Turkologie
Betreuer*in
Claudia Römer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.70957
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20913.52712.595272-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Im Osmanischen Reich hatte das traditionelle Schattenspiel Karagöz drei Säulen: 1. Die politische Satire 2. Die Obszönität 3. Der Humor. Die politische Satire wurde durch den Staat in der Mitte des 19. Jahrhunderts verboten und die Obszönität wurde in den folgenden Jahren durch die Intellektuellen und durch den Staat stark unterdrückt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts öffneten sich viele Bühnen in Istanbul, damit hatten die Leute der Hauptstadt die Möglichkeit das westliche Theater kennenzulernen. Die traditionellen Schauspiele Karagöz und Ortaoyunu waren nicht mehr die einzigen Unterhaltungsmöglichkeiten in der Stadt. Die Schattenspielforschungen fingen im Osmanischen Reich nach 1886 an. Die ersten Spieltexte wurden von Ignácz Kúnos, Georg Jacob und Hellmut Ritter in diesem Zeitraum und in den folgenden Jahren niedergeschrieben. Die traditionellen Schattenspielstexte kann man in zwei Gruppen teilen; kâr-i kadîm (klassisch) und nev îcâd (neu). Ich nehme kâr-i kadîm Spiele als Anfangspunkt an und versuche, die Veränderungen in den späteren Texten zu verfolgen. Das Schattenspiel im Osmanischen Reich existierte seit dem 16. Jahrhundert und man kann in den kâr-i kadîm Spielen die Spuren der älteren Zeiten sehen. Die zirka in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufkommenden nev îcâd Spiele wurden von der westlichen Bühne beeinflusst, jedoch soll man diese Texte als traditionell bewerten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stand die neu entstandene öffentliche Meinung auf zwei wichtigen Säulen: Die Presse und die Bühne. In 70’er Jahren des 19. Jahrhunderts gab Teodor Kasap satirische Zeitungen heraus und eine von diesen Zeitungen war Hayâl. Teodor Kasap veröffentlichte in Hayâl seine Artikel in Form von Karagöz-Hacivat Dialogen, nämlich muhavere. Ich versuche durch diese Artikel und durch manche anderen zeitgenössischen Zeitungen die Wechselbeziehung zwischen Karagöz und satirischen Presse zu beobachten. Eine ähnliche Wechselbeziehung gab es zwischen der Bühne und den traditionellen Schauspielen wie Karagöz und Ortaoyunu. Ich verwende die Sekundärliteratur zur osmanischen Theatergeschichte, um diese Beziehungen zu verstehen. Im zweiten Teil dieser Arbeit konzentriere ich mich auf die Spiele, die nach der Republik (1923) von durch die Regierung unterstützten Intellektuellen geschrieben und mit den neuen lateinischen Buchstaben von der Regierungspartei CHP veröffentlicht wurden. Diese Spiele verloren die traditionellen Eigenschaften des Schattentheaters und so beschleunigten diese Versuche nur den Niedergang des Schattenspiels. Als ich diese Arbeit angefangen habe, habe ich gedacht, dass die von den Regierungen (im Osmanischen Reich und in der Republik) unterstützten Intellektuellen die traditionellen Schauspiele fehlinterpretierten und Karagöz seine authentische Art lassen müssen hätte. So verlor das Volk sein Interesse für Karagöz. Dieses Vorurteil war nur teilweise richtig für die Republik Ära, weil früher die Intervention der Intellektuellen nicht so stark war. Es sollte einen anderen Grund für diesen Niedergang von Karagöz geben, der seit dem 16. Jahrhundert die beliebteste Unterhaltung der osmanischen Gesellschaft war. Die Konkurrenz des Theaters in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts spielte wahrscheinlich bei diesem Niedergang eine wichtige Rolle. Aber diese Konkurrenz erklärt nicht die ganze Geschichte, weil in der gleichen Zeit das griechische Schattenspiel Karagiozis trotz vielen Hindernissen im Aufstieg war. In 1826 befahl Mahmud II. die Vernichtung der Janitscharen, die starke Verhältnisse mit den Handwerkern und mit den Kaffeehäusern in der Hauptstadt des Reiches hatten. In den gleichen Tagen wurden tausende Junggesellen von der Hauptstadt vertrieben. Circa 25 Jahre später wurde die politische Satire im Schattenspiel durch Sultan Abdülmecid verboten. Dieses Verbot war vielleicht der Anfang des Rückgangs für Karagöz, der wahrscheinlich die Fähigkeit der Opposition mit diesem Verbot verlor.
Abstract
(Englisch)
The traditional shadow theater Karagöz had three pillars; (1) political satire, (2) obscenity and (3) humour. The political satire was to be prohibited by the state in the middle of the 19th century and the obscenity was to be taken under a strong pressure by the intellectuals and the state in the following years. In the second half of the 19th century, many theaters were opened in Istanbul and the people of the capital could thus become acquainted with Western theater. Henceforth the traditional shadow theater Karagöz and orta oyunu were not the only entertainment possibilities in the city. In the Ottoman Empire, research on the shadow theater began in 1886. The texts of the Karagöz plays were written down by Ignácz Kúnos, Georg Jacob und Hellmut Ritter in this period and in the following years. The traditional Karagöz plays can be divided into two groups: kâr-ı kadîm (classic) and nev îcâd (new). I took the kâr-ı kadîm plays as a starting point and tried to understand the changes in later plays. The shadow theater had existed in the Ottoman Empire since the 16th century; it is possible to see the traces of the past centuries in the kâr-ı kadîm plays. The nev îcâd plays which came out in the second half of the 19th century were influenced by Western theater, however they should be considered as comparatively traditional plays. In the second half of 19th century, the Ottoman public opinion was based on two pillars, the press and theater. In the 1870s, Teodor Kasap published satirical newspapers, among them Hayâl. Kasap published his articles in Hayâl in the form of Karagöz-Hacivat dialogues which are called muhavere. By using these articles I tried to observe the interrelation between the satirical press and Karagöz. There was a similar interrelation between the theater and the traditional plays of Karagöz and orta oyunu. I read the secondary literature about the Ottoman theater history in order understand this relation. In the second part of this thesis I concentrated on the Karagöz plays which were written during the early republican era. The authors were supported by the state and the above-mentioned plays were published with the newly accepted Latin characters by the government party CHP. These plays had lost the traditional properties of the shadow theater and this attempt only sped up the decline of Karagöz. As I started working on this thesis, I thought that the traditional plays were misinterpreted by the intellectuals who were supported by the governments both of the Ottoman and republican periods. Karagöz had to leave his authentic way. Thus the people lost their interest in Karagöz. This prejudice was only partly correct because the intervention of the intellectuals before the republic was not so dominant. There must be different reason for the decline of Karagöz, which had been the most popular entertainment of the Ottoman society. The competition of the theater in the second half of the 19th century probably played an important part in this decline. But the competition of the theater does not explain the entire story about Karagöz. As Karagöz was in decline, in the same period the Greek shadow theater Karagiozis was rising, despite many obstacles on its way. In 1826, Mahmud II ordered the destruction of the Janissary corps, which had strong relations with the craftsmen and with the coffee houses in the capital of the Ottoman Empire. In the same days thousands of bachelors would be expelled from the city. About 25 years later, the politic satire was to be prohibited by Sultan Abdülmecid. Thus began the decline for Karagöz, who probably lost the ability of opposition with the above mentioned prohibition.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Modernization of Turkey Shadow Theatre Karagöz
Schlagwörter
(Deutsch)
Modernisierung der Türkei Schattentheater Karagöz
Autor*innen
Ahmet Aksit
Haupttitel (Türkisch)
Gölge oyunu Karagöz'ün 19. ve 20. yüzyıllardaki deǧişimi
Paralleltitel (Deutsch)
Die Veränderung des Schattentheaters Karagöz während des 19. und 20. Jahrhunderts
Paralleltitel (Englisch)
The transformation of the shadow theatre Karagöz during 19th and 20th centuries
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
vi, 277 Seiten
Sprache
Türkisch
Beurteiler*innen
Claudia Römer ,
Gisela Procházka-Eisl
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.68 Türkei ,
24 Theater, Film, Musik > 24.24 Puppenspiel, Marionettenspiel
AC Nummer
AC14492602
Utheses ID
42929
Studienkennzahl
UA | 092 | 386 | |
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