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Die gesellschaftspolitische Entwicklung der gewaltsamen Auseinandersetzungen der Rebellengruppe LRA und deren sozialen und kulturellen Auswirkungen in Norduganda auf ehemalige Kindersoldaten
Barbara Salcher
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Gerald Hainzl
DOI
10.25365/thesis.4822
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30289.31873.564562-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In dieser Arbeit geht es um den Reintegrationsprozess von ehemaligen Kindersoldaten in Norduganda in ihre Familien. Die Rebellengruppe Lord’s Resistance Army, unter der Führung von Joseph Kony, kämpft seit mittlerweile über zwanzig Jahren gegen die Regierung des amtierenden ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni. Die Gründe des Konfliktes sind vor allem die Marginalisierung des Nordens, die schon während der Kolonialzeit der Briten stattgefunden hat. Die ethnischen Unterschiede im Land und der ungerechte Zugang zu ökonomischen Ressourcen waren weitere Gründe dieses Konfliktes.
Die Rebellengruppe hat zwischen 1986 bis heute an die 30.000 Kinder in Norduganda entführt und als Kindersoldaten missbraucht. Nach ihrer Entführung wurden die meisten Kinder in die LRA-Camps im Südsudan gebracht und vor allem die Jungen als Soldaten ausgebildet. Die Mädchen wurden mit Kommandanten zwangsverheiratet oder als Lastenträger eingesetzt.
Während ihrer Gefangenschaft mussten die Kinder die Befehle der Kommandanten befolgen, sonst wurden sie geschlagen oder gar getötet. In diesem Zusammenhang waren sie gleichzeitig Täter und Opfer und waren tagtäglich diesem enormen psychischen Druck ausgesetzt.
Die Kinder bzw. Jugendlichen, die flüchten konnten, wurden vielfach in Rehabilitationszentren untergebracht. Dort versuchten sie mit Hilfe von Sozialarbeitern und Psychologen ihre Traumas zu verarbeiten und durch einen geregelten Tagesablauf wieder eine gewisse Ordnung in ihr Leben zu bringen. Das „Rachele Rehabilitation Centre“ in Lira ist eines dieser Zentren, das aber mittlerweile in eine Schule umgewandelt wurde. Viele dieser ehemaligen Kindersoldaten haben dort die Möglichkeit ihre versäumten Schuljahre nachzuholen.
Im Zuge des Friedensprozesses in Uganda konnten einige Teilerfolge verzeichnet werden. Präsident Museveni hat 2004 den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag beauftragt, Joseph Kony und einige seiner Kommandanten zu verhaften. Der Druck auf die LRA wurde somit zwar erhöht, jedoch konnte bis heute keiner der Angeklagten gefasst werden. Seit 2006 fanden in der südsudanesischen Stadt Juba Friedensverhandlungen zwischen Vertretern der LRA mit Delegierten der ugandischen und sudanesischen Regierung sowie religiösen und kulturellen Führer verschiedener ethnischer Gruppen aus Norduganda statt. Durch diese Treffen konnte ein endgültiger Friedensvertrag ausgearbeitet werden, der jedoch bis heute noch nicht unterzeichnet wurde. Die Konsolidierung von einem dauerhaften Frieden würde die Einbeziehung aller ethnischen Gruppen in politische Fragen sowie ein finanzieller Wiederaufbau des Nordens erfordern. Weitere müssten folgen.
Abstract
(Englisch)
The focus of this final work is on the rehabilitation and reintegration process of ex child soldiers in northern Uganda. Joseph Kony, the leader of the rebel group Lord’s Resistance Army (LRA), and his commanders are fighting now over twenty years against the Ugandan government of Yoweri Museveni. The aim of the rebels is to overthrow Museveni and to build a new government on the basic of the Ten Commandments.
Since the beginning of the fight in 1987 over 30,000 children were abducted from the rebels and misused as soldiers. Many of them died in captivity through weapons or suffering hunger and thurst. Those who could manage to escape were brought to rehabilitation centres in the northern part of Uganda. With the help of social workers they try to deal with their past and to look ahead.
The children get in the centres all the basic needs like food, clothes, medical treatment and a bed. After at least one month they go back to their families. Through various traditional reintegration rituals the children were welcomed back in the community.
Not only reintegration processes are common in northern Uganda but also peace reconciliation rituals, like the traditional justice system “Mato Oput” among the ethnic group of the Acholi in northern Uganda. Mato Oput offers a possibility to solve conflicts peacefully among the clans. The elders of the involved clans meet and discuss the matter and find a common sense. After fixing the compensation both parties drink a bitter drink (Mato Oput) to forget and forgive the incidents. This drink symbolizes that both clans have accepted all the bitter facts of the conflict.
The peace process in northern Uganda started in May 2006 in Juba, southern Sudan, where representatives of the Ugandan and Sudanese government, cultural and religious leaders from affected ethnic groups in this area as well as delegations of the rebels have met for peace talks. In several meetings they agreed to a final peace agreement although Joseph Kony, the leader of the LRA, up to now failed to sign this agreement. Also the ICC (International Criminal Court) started its investigation on Kony and his commanderes whereas no relevant results came out.
The peace negotiations and the reconciliation between the conflict parties in Uganda are a long process which presumes many diplomatic efforts.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Uganda child soldiers reintegration
Schlagwörter
(Deutsch)
Uganda Kindersoldaten Reintegrationsprozess
Autor*innen
Barbara Salcher
Haupttitel (Deutsch)
Die gesellschaftspolitische Entwicklung der gewaltsamen Auseinandersetzungen der Rebellengruppe LRA und deren sozialen und kulturellen Auswirkungen in Norduganda auf ehemalige Kindersoldaten
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
144 S. : Ill., Kt.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Gerald Hainzl
Klassifikationen
73 Ethnologie > 73.76 Politische Ethnologie: Sonstiges ,
89 Politologie > 89.76 Friedensforschung, Konfliktforschung
AC Nummer
AC07661987
Utheses ID
4296
Studienkennzahl
UA | 307 | | |
