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Ein Recht auf Gesundheit für Fremde aus Art 3 und 8 EMRK?
unter besonderer Berücksichtigung der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zur Abschiebung schwer Kranker
Sabrina Lauer
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Rechtswissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Rechtswissenschaften Rechtswissenschaften
Betreuer*in
Hannes Tretter
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.48671
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20783.40951.337066-1
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das Recht auf Gesundheit findet sich in verschiedenen internationalen Menschenrechtsverträgen, als sogenanntes soziales Grundrecht ist es allerdings nicht in der Europäischen Menschenrechtskonvention verankert. Dennoch hat der EGMR im Laufe der vergangenen Jahrzehnte sich häufig mit dem Gesundheitszustand der Beschwerdeführer, insbesondere jenem von Fremden in Zusammenhang mit aufenthaltsbeendenden Maßnahmen, vor allem unter dem Blickwinkel des Art 3 EMRK beschäftigt. Art 3 EMRK ist ein absolut geltendes existenzielles Grundrecht, das Folter sowie unmenschliche oder erniedrigende Behandlung verbietet. Durch die dynamische Rechtsprechung des EGMR wurde der Anwendungsbereich von Art 3 EMRK sukzessive erweitert. Allerdings stellt der Gesundheitszustand eines Fremden nur in außergewöhnlichen Ausnahmefällen ein Abschiebehindernis dar und zwar insbesondere dann, wenn es sich um eine lebensbedrohliche Krankheit handelt und der Beschwerdeführer im Zielland weder die notwendige medizinische Behandlung noch familiäre Unterstützung erhalten kann. Im Gegensatz dazu steht das Recht auf Privat- und Familienleben, bei dem die physische und psychische Integrität einen Teilaspekt darstellt, unter einem Eingriffsvorbehalt. Aus der stringenten Rechtsprechung des EGMR kann daher nicht auf ein allgemeines Recht auf Gesundheit für Fremde geschlossen werden.
Abstract
(Englisch)
The right to health can be found in various human rights treaties, but as a so-called social human right it is not incorporated in the European Convention on Human Rights. Nevertheless the Court has dealt in a number of cases with the state of health of applicants, especially aliens facing deportation or expulsion, mainly under Art 3 ECHR. Art 3 ECHR is an absolute existential fundamental right that prohibits torture as well as inhuman or degrading treatment. Due to the dynamic case law of the European Court of Human Rights the scope of application of Art 3 ECHR has been gradually extended. However the state of health of an applicant can only be an impediment for expulsion under very exceptional circumstances, namely if the applicant suffers from a life threatening disease and there is neither necessary medical treatment nor family support available in the country of destination. On the contrary the right to private and family life, of which the physical and psycholological integrity is an integral part, is not absolute and can be interfered. From the stringent case law of the Court no general right to health for foreigners can be derived.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Gesundheit EMRK
Autor*innen
Sabrina Lauer
Haupttitel (Deutsch)
Ein Recht auf Gesundheit für Fremde aus Art 3 und 8 EMRK?
Hauptuntertitel (Deutsch)
unter besonderer Berücksichtigung der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zur Abschiebung schwer Kranker
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
VI, 189 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Hannes Tretter
Klassifikation
86 Recht > 86.45 Grundrechte
AC Nummer
AC14546642
Utheses ID
43011
Studienkennzahl
UA | 083 | 101 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1