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Der Wandel von Essdiskursen am Beispiel ausgewählter Reiseführer
Kai-Uwe Dagner
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie Volkskunde
Betreuer*in
Konrad Köstlin
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.49216
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-13706.92984.994578-6
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem zunehmenden Wandel von Ausdrücklichkeiten rund um unser Essen. Denn es zeigt sich, dass sich Speisen und ihre Zutaten immer öfter weg von selbstverständlichen und nicht weiter hinterfragten Dingen des Alltages hin zu Ausdrucksmitteln persönlicher Einstellungen und Bekenntnissen entwickeln. Dieses Phänomen lässt sich maßgeblich darauf zurückführen, dass Menschen aufgrund von schwindenden übergeordneten Moralinstanzen zunehmend aus sich selbst heraus entscheiden müssen, was richtig oder falsch, gut oder schlecht ist. In dieser Situation erscheinen unsere Speisen immer öfter als geeignete Symbolträger, da sich über sie individuelle Einstellungen und Werthaltungen ausdrucksstark zur Schau stellen lassen. Was dabei zu Präferenzen und Tabus erhoben werden kann, hängt allerdings auch zu einem großen Teil von verschiedenen öffentlichen Diskursen ab. Denn durch die Wirkmächtigkeit der in ihnen ausverhandelten Sinnzusammenhänge beeinflussen sie ebenso unsere Erfahrungsweise von Wirklichkeit und tragen so wesentlich dazu bei, unsere Wahrnehmung von Welt zu konstituieren. In Bezug auf den veränderten Stellenwert unseres Essens kommt hier auch dem Reise- bzw. Tourismusdiskurs eine maßgebliche Rolle zu. So ist es unbestritten, dass unsere Vorstellung von einer vermeintlich guten Küche auch durch unsere Urlaubstage im Süden, etwa in Italien oder Kroatien, mitgeprägt ist. Die vorliegende Arbeit will daher u.a. untersuchen, auf welche Art und Weise das moderne Reisen die oben dargestellten Veränderungen in der Küche beeinflusst hat und wie dabei die Verknüpfungen mit bestimmten Nahrungsbildern aussehen. Zusätzlich soll in diesem Zusammenhang auch herausgearbeitet werden, wie die neue Moral rund ums Essen argumentiert und mit dem Genussbegriff in Verbindung gebracht wird. Zur besseren Anschaulichkeit geschieht dies anhand von ausgewählten Reiseführern, deren Speisendarstellungen analysiert und miteinander verglichen werden. Damit will die Arbeit zu einem besseren Verständnis hinsichtlich des Wandels von Essdiskursen im Tourismus-Kontext beitragen, der in der ethnologischen Nahrungsforschung seit Alois Wierlachers Essay „Verfehlte Alterität: Zum Diskurs deutschsprachiger Reiseführer über fremde Speisen“ bisweilen nur wenig Beachtung fand.
Abstract
(Englisch)
This work examines the growing change in how we view our food. Instead of meals and their ingredients being seen as an everyday necessity barely worthy of any deeper consideration, what we eat is instead becoming an expression of our personal attitudes and beliefs. This phenomenon can largely be traced to the retreat of moral frameworks imposed from above, resulting in people having to decide for themselves what is good or bad, what is right or wrong. In such a situation, our food is increasingly being seen as a means through which we can powerfully express our personal values and attitudes to the outside world. Identifying new preferences and taboos largely depends on the varied public discourse being held around us. After all, the strength of the contextual scenarios built through such discourse combined with our experiences from reality are strong contributory factors in how we perceive our environment. In relation to the changing value we assign our food, the nature of travel and tourism also plays an important role. It is undeniable that our impression of what we believe to be fine cuisine is also shaped by holidays spent in the south of Europe, such as in Italy or Croatia. This study will therefore seek to examine how and to what extent modern travel has influenced the changing perspectives towards food and cuisine as outlined above, and what form these associations to certain dietary viewpoints take. Furthermore, this work will also outline how the new moral framework surrounding food is argued and supported, and linked to the concept of pleasure. Selected travel guides will be used to lend context to the themes discussed here, whereby their representations of food and cuisine will be analysed and compared. It is the purpose of this essay to contribute to a better understanding of the current change in gourmet attitudes within a tourism context, which has to date been largely neglected in the field of ethnological nutrition research since Alois Wierlacher's essay "Verfehlte Alterität: Zum Diskurs deutschsprachiger Reiseführer über fremde Speisen" [Misguided Alterity: On the Language of German Tourist Guides on Foreign Cuisine].

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Changing food discourses new moral changing values tourism travel travel guides
Schlagwörter
(Deutsch)
Veränderte Essdiskurse neue Moral Wertewandel Tourismus Reisen Reiseführer
Autor*innen
Kai-Uwe Dagner
Haupttitel (Deutsch)
Der Wandel von Essdiskursen am Beispiel ausgewählter Reiseführer
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
397 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Konrad Köstlin ,
Hermann Steininger
Klassifikationen
73 Ethnologie > 73.25 Ernährung, Nahrungszubereitung ,
73 Ethnologie > 73.50 Kultureller Wandel
AC Nummer
AC14501213
Utheses ID
43502
Studienkennzahl
UA | 092 | 308 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1