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Interindividuelle Bewertung beschleunigungsbedingter Arbeitsanforderungen und der Einfluss von Persönlichkeitsfaktoren
neue Freiheiten - neue Unsicherheiten - Ressourcen?
Michaela Holzer
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Naturwissenschaften Psychologie
Betreuer*in
Martin Arendasy
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15819.37979.973562-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die heutige Gesellschaft ist von einem massiven Wandel auf der Makroebene betroffen, welcher von der Globalisierung, dem technischen Fortschritt und von politischen und demografischen Veränderungen getrieben ist. Darüber hinaus erfährt dieser Wandel in den letzten Jahren eine Beschleunigung. Folgen für den Arbeitskontext bzw. die Beschäftigten sind daraus z.B. Arbeitsintensivierung, Anforderungen bzgl. der Arbeitsautonomie, Flexibilität, Lernanforderungen und Weiterentwicklung, Arbeitsmarktunsicherheiten, zunehmende Entgrenzung von Arbeit, aber auch mehr Selbstbestbestimmtheit (Individualisierung, wie z.B. Selbstkontrolle) sowie Selbstverwirklichungsmöglichkeiten. Nur wenige theoretische und empirische Studien haben bisher diese neuen arbeitsbezogenen Anforderungen untersucht. Nahe liegt, dass diese Anforderungen folglich direkte Auswirkungen haben (z.B. Stress, Wohlbefinden). Zentrales Ziel dieser Studie ist, die Big-Five Persönlichkeitsfaktoren auf ihre Wirkung als personale Ressourcen- bzw. Einflussfaktoren auf die Wahrnehmung bzw. die Bewertung mit neuen, beschleunigungsbedingten Arbeitsanforderungen hin zu untersuchen. Dabei wird speziell auch der Arbeitsstatus (Anstellung in einem Normalarbeitsverhältnis oder in einer selbständigen/flexiblen Beschäftigung) von N = 215 österreichischen ArbeitnehmerInnen miteinbezogen. Gezeigt werden konnten zwar signifikante, jedoch erwartungsgemäß niedrige Effekte der Persönlichkeitsfaktoren im Bewertungsprozess der erfassten Anforderungsskalen als positive „Herausforderung“ oder Belastung (Neurotizismus (N-), Extraversion (E+), Offenheit für Erfahrung (O+), Gewissenhaftigkeit (C+)). Beispielsweise ist hoher Neurotizismus mit niedriger Unsicherheitstoleranz, niedriger Flexibilität und niedriger Arbeitsautonomie korreliert. Extraversion, Offenheit für Erfahrung und Gewissenhaftigkeit hingegen, beeinflussen die Wahrnehmung von Anforderungen eher in positive Richtung. Lediglich für Verträglichkeit wurden keine Effekte gefunden. Weiters spielt dabei auch die Ambivalenz dieser Anforderungen eine Rolle. Einige der untersuchten Effekte stellten sich auch als geschlechtsspezifisch heraus bzw. wurden Unterschiede z.B. zum Unsicherheitserleben über die Beschäftigungsformen gefunden. Die Untersuchung zeigte, dass Persönlichkeitsfaktoren - hier die Big-5, direkten Einfluss auf die subjektive Einschätzung von Arbeitsanforderungen haben. Praktische Implikationen dieser Ergebnisse werden diskutiert.
Abstract
(Englisch)
Today’s societies are facing a massive macro-level change, which is driven by globalization, technological progress, political and demographic change. Moreover, this has even accelerated in recent years. Therefore, in the work context employees are exposed i.e. to intensified workloads, different demands of job autonomy, flexibility, learning demands, labor market uncertainties, increasing nonstandard work hours and self-determination (i.e., self-control demands). Only a few theoretical and empirical studies have so far examined these new work-related demands. Such demands challenge the assumption that job characteristics have linear relations with outcome variables (i.e. stress, wellbeing). The central aim of this study is to investigate the Big-Five personality factors as personal “resources” for dealing with new, accelerated job demands with special focus on work status (employed vs. self-employed) on N = 215 Austrian adults. It was shown that personality factors have effects (Neuroticism (N-), Extraversion (E+), Openness to Experience (O+), Conscientiousness (C+)) in appraising labor demands as challenge and/or hindrance-factors. For example, high Neuroticism is related with low certainty, low flexibility and low work-autonomy while E, O and C predict a more positive appraisal of different factors like self-determination, self-realization and job-security. Only for Agreeableness (A) there was no effect found. Furthermore, the ambivalent (i.e. simultaneously positive and negative) consequences of job demands emanating from economic and organization changes were taken into account. Although some of effects found are gender specific. Further differences, e.g. in the perception of work security were found for the differential forms of employment. The study reveals that personality factors (Big-5) directly influence the perception of and the estimation with work-demands. Altogether, the findings demonstrate the capacity of personal traits as important determinants of employee’s adaption to work environments. Implications of these findings are discussed.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
social and economic change uncertainty job autonomy flexibility Five-Factor-Model (FFM) personality self-employment job-demands-resources personal resources acceleration
Schlagwörter
(Deutsch)
sozioökonomischer Wandel Unsicherheit Autonomie Flexibilität Fünf-Faktoren Modell (FFM) Persönlichkeit Selbstständigkeit Job-Demands-Resources persönliche Ressourcen Beschleunigung
Autor*innen
Michaela Holzer
Haupttitel (Deutsch)
Interindividuelle Bewertung beschleunigungsbedingter Arbeitsanforderungen und der Einfluss von Persönlichkeitsfaktoren
Hauptuntertitel (Deutsch)
neue Freiheiten - neue Unsicherheiten - Ressourcen?
Paralleltitel (Englisch)
The role of personality factors in appraising accelerated work-related demands
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
VIII, 149 Seiten : Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Konrad Wolfgang Kallus ,
Jürgen Glaser
Klassifikationen
77 Psychologie > 77.52 Differentielle Psychologie ,
77 Psychologie > 77.93 Angewandte Psychologie
AC Nummer
AC15021829
Utheses ID
43512
Studienkennzahl
UA | 091 | 298 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1