Detailansicht

Untersuchungen zu Stille als musikalischem Phänomen
Ioana-Vittoria Geanta
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie Musikwissenschaft
Betreuer*in
Gernot Gruber
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15820.71458.520661-2
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Gegenstand der Arbeit ist die Untersuchung von Stille als musikalischem Phänomen. Damit zusammenhängend werden die Definition, die terminologische Deutung und die Klassifikation von Stillephänomenen innerhalb der musikwissenschaftlichen Disziplin aus unterschiedlichen Perspektiven untersucht, dies mit besonderer Berücksichtigung von Wechselwirkungen oder auch Divergenzen zwischen den verschiedenen Konzepten. Aus Sicht der Akustik sind dies: Lautschwäche, Lautstärkemessung, Lautlosigkeit; aus Sicht der Historik und Ästhetik: Leerstelle, (klingende) Pause, Zäsur, artikulatorische Stille, klingende Stille, Stille als Gegenstand tonmalerischer Darstellung eines außermusikalischen Inhalts, die Diskussion einer Hörbarkeit oder Nichthörbarkeit der Sphärenharmonie usw. Im ersten Teil der Arbeit wird in Zusammenhang mit der Untersuchung der Terminologie der Stille ein historischer Abriss (anhand ausgewählter Beispiele aus theoretischen Schriften) über die jüngere Geschichte der Pause als „einfachste Art der Stille in der Musik“ (Ludwig Finscher), beginnend mit den deutschsprachigen Ausführungen bei Martin Agricola im 16. Jh., geliefert. Der zweite Teil der Arbeit widmet sich der Untersuchung der grundlegenden Paradoxie des Stillebegriffs sowie von deren Implikationen für das traditionellerweise antithetisch aufgefasste Verhältnis von Musik und Stille, die damit zugleich ex negativo sowie in Abhängigkeit definiert wurde (vgl. etwa die von Hugo Riemann geprägte Umschreibung der Pausen als „Minuswerthe“). Im 20. Jh. emanzipiert sich musikalische Stille von dieser Dependenz und wird zum gleichberechtigten musikalischen Gestaltungsmittel neben Klang und Geräusch, so dass angesichts von Stücken wie John Cages 4ʹ33ʺ von einem Paradigmenwechsel im kompositorischen Umgang mit Stille gesprochen werden kann.
Abstract
(Englisch)
This study deals with silence and the relationship between silence and music which has been considered antithetical by tradition. Based on this, a definition and terminological interpretation of silence, as well as a classification of silence phenomena are provided (in terms of acoustics: sound level measurement, noiselessness; in terms of aesthetics and historical musicology: blank space, [sounding] rest, caesura, articulatory silence, sounding silence, silent sound, tone painting and silence etc.). The focus is set on the interrelationships and divergences between these various concepts. Furthermore, emphasis is placed on investigating the terminology of silence (rests) as well as on summarizing the aesthetic functions of rests in music history. Another focus lies on investigating the paradigm shift within silence-related music in the 20th century, as can be determined through the examination of musical opera by John Cage and his predecessors such as Erwin Schulhoff.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
silence rest quietness tone painting rhetorical figures aesthetics philosophy of music
Schlagwörter
(Deutsch)
Stille Pause Schweigen Tonmalerei Figurenlehre Ästhetik Musikphilosophie
Autor*innen
Ioana-Vittoria Geanta
Haupttitel (Deutsch)
Untersuchungen zu Stille als musikalischem Phänomen
Paralleltitel (Englisch)
Studies on Silence in Music
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
338 Seiten : Illustrationen, Diagramme, Notenbeispiele
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Gernot Gruber ,
Hans-Dieter Klein
Klassifikationen
24 Theater, Film, Musik > 24.40 Musik: Allgemeines ,
24 Theater, Film, Musik > 24.43 Musikphilosophie, Musikästhetik ,
24 Theater, Film, Musik > 24.50 Historische Musikwissenschaft
AC Nummer
AC14492150
Utheses ID
43540
Studienkennzahl
UA | 092 | 316 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1