Detailansicht
Zur ‚sozialen Bedeutung‘ von Sprachvarietäten in der Obersteiermark
eine qualitative Analyse der Spracheinstellungen junger Frauen (mit Fokus auf die Mutter-Kind-Kommunikation) im politischen Bezirk Bruck-Mürzzuschlag
Isabella Rechberger
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Spanisch UF Deutsch
Betreuer*in
Manfred Glauninger
DOI
10.25365/thesis.49392
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-13706.33162.958764-6
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Den Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Diplomarbeit bilden ausgewählt Aspekte der ‚sozialen Bedeutung‘ von Varietäten der deutschen Sprache im obersteirischen Bezirk Bruck-Mürzzuschlag. Der Fokus liegt auf der Mutter-Kind-Kommunikation vor dem Hintergrund der Prestige-Stigma-Ambivalenz sprachlicher Varietäten. Es handelt sich dabei um eine qualitative empirische Studie die sich innerhalb der soziolinguistischen Spracheinstellungs- und -perzeptionsforschung positioniert.
Ausgangspunkt für die empirische Erhebung ist die quantitative Studie von LICHTENEGGER (2015), die ein interessantes Bild der Spracheinstellungen von jungen Linzerinnen im spezifischen Kontext der Kommunikation mit Kindern zeichnete. An diese Erhebung wurde mittels vorliegendem Projekt (zum Teil) angeschlossen, wobei eine Kontrastierung mit den Ergebnissen von LICHTENEGGER (2015) möglich war.
Mittels qualitativen Tiefeninterviews wurde der Frage nachgegangen, welche Konzepte der deutschen Sprache die Informantinnen der vorliegenden Studie im Lauf ihrer Sozialisation erworben haben und welche soziale Bedeutung (insbesondere Prestige und Stigma) diese Konzepte indizieren. Gefragt wurde in diesem Zusammenhang auch nach (sprach-)biographischen Schlüsselerlebnissen, die möglicherweise Erklärungsansätze für die erworbenen Spracheinstellungen bieten. Des Weiteren wurde herausgearbeitet, ob die von den Informantinnen erworbene soziale Bedeutung von varietätenspezifischen Sprachkonzepten die (intendierte bzw. postulierte) Mutter-Kind-Kommunikation beeinflusst und ob in diesem Zusammenhang auch eine Bereitschaft zur Tradierung von Sprachvarietäten und ihrer sozialen Bedeutung erfolgt.
Dabei konnte gezeigt werden, dass die Informantinnen im Grunde und explizit über eine bivarietäre Konzeption des Deutschen, nämlich ‚Dialekt‘ und ‚Hochdeutsch‘, verfügen. Der linguistisch konzipierte Bereich der ‚Umgangssprache‘ wurde hingegen implizit, mittels Beschreibungen von einem ‚Mittelding‘, ‚Mix aus Hochdeutsch und Dialekt‘ etc., angesprochen. Alle erhobenen Varietätenkonzepte indizieren jeweils Prestige und Stigma: ‚Dialekt‘ ist v. a. in Hinblick auf die Konstruktion einer regionalen Identität prestigeträchtig, ‚Hochdeutsch‘ insbesondere in Form einer ‚normahen‘ Sprechweise, die in formalen Gesprächskontexten besonderes positiv bewertet wird. Gleichzeitig ist ‚Hochdeutsch‘ in informalen Kontexten (Familie, Freunde sowie allgemein im Heimatort) mit einem Stigma behaftet. ‚Dialekt‘ wiederum wurde einerseits im Licht einschneidender biographischer Erlebnisse als Sprach- und Kommunikationsbarriere sowie andererseits auch in der Kommunikation mit Kindern von den Informantinnen stigmatisiert.
Es hat sich zudem gezeigt, dass die individuellen (sprach-)biographischen Schlüsselerlebnisse die jungen Frauen hinsichtlich ihrer (postulierten/intendierten) Mutter-Kind-Kommunikation tendenziell beeinflussen. Diese intendierte Mutter-Kind-Kommunikation ist – mit graduierenden Unterschieden – stärker standardsprachlich geprägt als es die jeweils eigene sprachliche (Primär-)Sozialisation gemäß Selbsteinschätzung war.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Soziolinguistik Spracheinstellungen Sprachvarietäten Mutter-Kind-Kommunikation Prestige Stigma Sprachbiographie Steiermark Bruck-Mürzzuschlag
Autor*innen
Isabella Rechberger
Haupttitel (Deutsch)
Zur ‚sozialen Bedeutung‘ von Sprachvarietäten in der Obersteiermark
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine qualitative Analyse der Spracheinstellungen junger Frauen (mit Fokus auf die Mutter-Kind-Kommunikation) im politischen Bezirk Bruck-Mürzzuschlag
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
x, 169 Seiten : Diagramme, Karten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Manfred Glauninger
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.20 Soziolinguistik: Allgemeines
AC Nummer
AC13756571
Utheses ID
43664
Studienkennzahl
UA | 190 | 353 | 333 |
