Detailansicht
On the compatibility of fundamental rights and crisis communications
experiences with disasters in Austria and Hungary
Mechthild Geyer
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Universitätslehrgang Risikoprävention u Katastrophenmanagem.
Betreuer*in
Florian Rudolf-Miklau
DOI
10.25365/thesis.49736
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-13166.11477.582852-4
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit prüft die potenziellen Möglichkeiten, Grundrechte auf die Krisenkommunikation anzuwenden. Auf Basis zweier Fallstudien wird die Anwendbarkeit des Rechts auf Leben, des Rechts auf Informationsfreiheit, des Rechts auf Datenschutz und des Rechts auf Eigentum geprüft.
Dabei wird das Seilbahnunglück von Kaprun / Österreich im Jahr 2000 als Musterbeispiel der Krisenkommunikation betrachtet: Während dieses Unglücks mit 155 Todesopfern wurden Schwierigkeiten kommuniziert, zunächst gegenüber der qualifizierten Öffentlichkeit, in zweiter Instanz gegenüber den Medien.
Im Gegensatz dazu ist der Hergang der Rotschlammkatastrophe in Kolontar / Ungarn bis heute nicht vollständig aufgearbeitet: 10 Menschen starben an diesem Tag im Oktober 2010, weil Warnungen von Wächtern des Reservoirs ignoriert worden waren, und folglich keine Handlungen gesetzt wurden.
Die zur Verfügung stehenden Materialien sind für beide Fälle von unterschiedlicher Qualität. Denn zur Rückverfolgung der Katastrophe von Kaprun konnte der damalige Leiter des polizeilichen Führungsstabes für ein Interview gewonnen werden. In Bezug auf die Katastrophe von Kolontár ist wenig Literatur verfügbar, weshalb das Material durch die Ergebnisse von Untersuchungen durch die Europäische Union aufgestockt wurde, denen der politische Einschlag nicht abgesprochen werden kann.
Entsprechend dieses Materials sind beide Ereignisse nach den vier Phasen der Krise laut Steven Fink (Frühwarnung, Akutphase, chronischer Verlauf, Auflösung) sortiert worden. Des Weiteren wurden zwei Inhaltsanalysen durchgeführt, um die Sensibilität der Ereignisse für die Grundrechte unter Betrachtung zu untersuchen.
Die empirischen Methoden mündeten in die Einsicht, dass die Tendenz zu Grundrechtsverletzungen während der Frühwarn- und der Akutphase besonders hoch ist und dass das Recht auf Informationsfreiheit in einer Krisensituation nicht völkerrechtlich gewährleistet werden kann.
Um diese beiden Einsichten zu vervollständigen, wird die Frage nach den Informationen, die Bürger*innen in einer Krisensituation brauchen, aufgeworfen. Diese führt zu dem Schluss, dass spezifische emotionale Bedürfnisse nicht durch abstrakte gesetzliche Normen erfüllt werden können. Stattdessen erfordert die Einzigartigkeit einer jeden Krise, den situations-angepassten und empathischen Umgang mit Bedürfnissen auf der operationalen Ebene – anstatt einer Verordnung von normativer Ebene.
Abstract
(Englisch)
The present paper examines the possible scope of applying fundamental rights standards to crisis communications. Conducting two case studies of men-induced disasters, the applicability of the right to life, the right to freedom of information, the right to the protection of personal data, and the right to property is measured.
To approach this, the cable car disaster of the year 2000 in Kaprun / Austria is estimated as a paramount example of crisis communications. During the Kaprun case, the difficulties of the solving of the deaths of 155 victims were communicated, first to the qualified public, shortly afterwards to the media.
In the contrary, the case of the red sludge disaster Kolontár / Hungary is still not resolved: 10 people died at this event in October 2010, as the warnings of guardians have not been taken seriously, and, consequently, no action by the officials was triggered.
The sources on both disasters are of different quality, as for the Kaprun case the then high commander of the police forces could be canvassed for a guided interview, while for the Kolontár case less literature is available which was, therefore, augmented by investigations of the European Union which may not lack background political incentives.
According to the material, both courses of events are sorted to Steven Fink’s four stages of a crisis (prodromal, acute, chronic, resolution). In order to explore the sensitivity of both cases to the rights of concern, two content analyses are, furthermore, conducted. The empirical methods result in the insights that the tendency to violations of fundamental rights is given especially during the prodromal and acute stages of the disaster, and that the right to freedom of information cannot be maintained in crisis settings what is also not required by international law.
To conclude these two main insights, the question for the kind of information that people need during a crisis is raised. It results in the insight that the specific emotional needs of people can impossibly be satisfied by abstract legal standards. Therefore, the uniqueness of every crisis setting requires a situational and empathic approach from the operational level instead of the normative level.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
crisis communications crisis communication fundamental rights obligation to inform about disasters
Schlagwörter
(Deutsch)
Krisenkommunikation Grundrechte Informationspflicht im Katastrophenfall
Autor*innen
Mechthild Geyer
Haupttitel (Englisch)
On the compatibility of fundamental rights and crisis communications
Hauptuntertitel (Englisch)
experiences with disasters in Austria and Hungary
Paralleltitel (Deutsch)
Zur Kompatibilität von Grundrechten und Krisenkommunikation : Erfahrungen mit Katastrophen in Österreich und Ungarn
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
X, 113 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Florian Rudolf-Miklau
AC Nummer
AC14523208
Utheses ID
43973
Studienkennzahl
UA | 992 | 242 | |
