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1683 revisited - die 'Türkenbelagerung' als hybrides Identitätskonstrukt
eine kritisch-diskursanalytische Untersuchung medialer Repräsentationen der ,Zweiten Wiener Türkenbelagerung‘ in österreichischen Zeitungen und Pressemeldungen der Austria Presse Agentur 1955-2010
Judith Pfeifer
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie Politikwissenschaft
Betreuer*in
Karin Liebhart
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15817.82098.479961-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Mit Fragen zur Konstruktion, printmedialen Tradierung und Instrumentalisierung des kollektiven Gedächtnisses an die so genannte „Zweite Wiener Türkenbelagerung“ 1683 sowie mit gegenwärtigen Deutungen und Neuinterpretationen beschäftigt sich dieses interdisziplinär ausgerichtete Dissertationsprojekt und untersucht auf politik-, sprach-, medien- und kulturwissenschaftlicher Ebene die Vielfältigkeit des im kollektiven Gedächtnis Österreichs (und Europas) verankerten und verinnerlichten Geschichtsbildes „der Türken“. Seit den so genannten „Türkenkriegen“ des 16. und 17. Jahrhunderts werden von den jeweilig herrschenden Machteliten immer wieder stereotype Feindbilder über „die Türken“ reproduziert, die jeweils um aktuelle Elemente erweitert und so für die Gegenwart nutzbar gemacht werden. Bis heute bietet das Gedenken an die ,Türkenbelagerung’ einen hypermedialen Referenzrahmen für die Konstruktion von v.a. nationalen und religiösen Identitäten und wird u.a. politisch und medial instrumentalisiert. Worüber die Massenmedien – „Wirklichkeitsgeneratoren sui generis“ (Merten/ Schmidt/ Weischenberg 1994: 1) – informieren, wird zum Bestandteil des Alltagswissens. Über eine Kritische Diskursanalyse (Critical Discourse Analysis - CDA) österreichischer Printmediendiskurse von 1955 bis 2010 werden ideologische Praktiken und Interessenlagen, die hinter sprachlichen Handlungen und Handlungsmustern stehen, offengelegt und sowohl auf synchroner wie diachroner Ebene u.a. der Frage nachgegangen, welche gesellschaftlichen Funktionen das Türkengedenken in Österreich einnimmt. Durch eine innovative Verknüpfung diskursanalytischer Zugänge – Discourse Historical Approach (Wodak et al. 2009) in Kombination mit korpuslinguistischen Methoden (Baker et al. 2009) – werden Kontinuitäten und Diskontinuitäten gegenwärtiger Aktualisierungen der „Zweiten Wiener Türkenbelagerung“ sichtbar.
Abstract
(Englisch)
This interdisciplinary thesis applies the discourse-historical analysis (Wodak et al 2009), in combination with corpus linguistics (Baker et al 2009), to explore the functions and effects of commemorations of the 2nd Turkish siege of Vienna in 1683 within Austrian print media discourses between 1955 and 2010. The paper focusses on media representations of the 2nd Turkish siege, on political slogans (e.g. ‘Christian Bulwark’) and the underlying significance of the anniversaries in 1983 (300th anniversary) and 2008 (325th anniversary). The repeatedly re-ignited memory of the ‘Türkenzeit’, the age of the “Turkish” (i.e. Ottoman) invasions can be viewed as a hybrid frame for the construction of national and religious identities in Austria (and Europe) and is frequently used to disavow political adversaries, though the specific memory of the Turks has faded. Because of their ritual character jubilees and commemorative events update and actualise interpretations of history for the present. Political scientist Murray Edelman (1988) stresses how language structures the view of political events. Applying current theoretical presuppositions in the fields of memory, identity, media and political representations (as exemplified by Jan and Aleida Assmann, Maurice Halbwachs, Stuart Hall, Oliver Marchart, Moritz Csáky, Andre Gingrich, Paul Ricoeur, Ruth Wodak) permits significant new perspectives on exploring the discursive construction of collective memory.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Ottoman Sieges of Vienna Collective "Cultural Memory" "Frontier Orientalism" Conveyance of Historical Images Perception of 'The Self' and 'The Other' Constructions of Identities Print Media Discourse (Cultural) Diversity
Schlagwörter
(Deutsch)
Osmanische Belagerungen Wiens kollektives "kulturelles Gedächtnis" "Grenz-Orientalismus" Tradierung von Geschichtsbildern Selbst- und Fremdbilder Identitätskonstruktionen Printmediendiskurse Migration (kulturelle) Diversität
Autor*innen
Judith Pfeifer
Haupttitel (Deutsch)
1683 revisited - die 'Türkenbelagerung' als hybrides Identitätskonstrukt
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine kritisch-diskursanalytische Untersuchung medialer Repräsentationen der ,Zweiten Wiener Türkenbelagerung‘ in österreichischen Zeitungen und Pressemeldungen der Austria Presse Agentur 1955-2010
Paralleltitel (Englisch)
1683 revisited - representations of the 'Second Turkish Siege' of Vienna in Austrian print media 1955-2010 : a discourse analysis
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
364 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Karin Liebhart ,
Ruth Wodek
Klassifikation
89 Politologie > 89.99 Politologie: Sonstiges
AC Nummer
AC15217557
Utheses ID
43994
Studienkennzahl
UA | 092 | 300 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1