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moderne/körper/krieg
Körperbilder und Informationsvermittlung im Medienverbund
Otmar Schöberl
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Betreuer*in
Brigitte Marschall
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.49794
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-10960.23998.637059-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Mit den Elektronischen Medien ist der Mensch, scheint es, endgültig gegenüber der Technologie ins Hintertreffen geraten, sie scheinen effizienter, schneller, leistungsfähiger zu sein. Gleichzeitig hat die Flut an Informationen allein durch die Medien in den letzten Jahren rasant zugenommen. Wie könnte nun ein Körper aussehen, der mit ihnen Schritt halten kann? Vorliegende Arbeit untersucht diese Frage u. a. am Beispiel des Mediums Film. Dabei ist eine grundlegende These, dass der Film mehr noch als andere Medien mit vorgefertigten Schemata arbeitet, die dargestellte menschliche Körper zunächst in zwei Gruppen anordnen: Feste Körper, die mit dem Männlichen identifiziert werden und das Stabile, Solide, aber auch Starre darstellen, und flüssige Körper, assoziiert mit dem Weiblichen, biegsam und veränderbar. Im Mittelpunkt vorliegender Studie steht ein dritter Aggregatzustand: ein gasförmiger Körper. Dieser ist in Etappenschritten im Optimieren der eigenen Kräfte zu sehen (wie in The Matrix), dem Entwickeln neuer Kräfte (wie vor allem in den populären Superhelden-Filmen) und der Vervielfachung seiner selbst (wie etwa in John Carpenters The Thing). In einem weiteren Schritt ist er ständig damit beschäftigt, die Informationen, die die Medien vermitteln, zu speichern: ein Sammler, der keine Minute Ruhe hat. Denn ständig gibt es neue Informationen, es bleibt keine Zeit, als sie zu sammeln… In seine Extreme gedacht, hätte der gasförmige Körper letztlich keine Zeit mehr, in irgendeiner Weise zu agieren: So wäre ihm auch die Aktion des Kaufes verwehrt; das kapitalistische System würde hier an eine Grenze stoßen, die nicht zu durchdringen ist. Und es zeigt sich hier, was Gilles Deleuze und Félix Guattari schrieben: Der Kapitalismus funktioniert in seinen Fehlzündungen. Natürlich muss der gasförmige Körper in seiner realen Ausprägung kaufen, allein schon, um zu überleben und um seine (vermeintlichen) Mängel zu beheben, die ihm Teile der Information suggerieren. Gekauft wird schließlich auch die Information, die nur über Ströme von Geld fließen kann: Gebühren für TV und Internet. Der gasförmige Körper in seiner idealen Ausprägung versucht nun, stets unsichtbar an jedem Punkt der Erde gleichzeitig zu sein und alles im Moment seiner Entstehung wahrzunehmen, um die Informationsvermittlung der Elektronischen Medien überholen zu können. Damit ähnelt dieser gasförmige Körper dem christlichen Gott, der alles sieht und wahrnimmt; der Körper, der in der Lage wäre, mit den Neuen Medien Schritt zu halten, wäre also der einer uralten Vorstellung. Gleichzeitig ist dieser gasförmige Körper das personifizierte „Synzeichen“ Gilles Deleuzes, also eine situative Schale, ein Milieu, etwas Umgreifendes: Er umfasst die Welt. Nun könnte der gasförmige Körper seine aufgezeichneten Informations-Teile neu zusammensetzen, ihnen eine andere Ausrichtung geben, wiederholen, wegkürzen – kurz, wie ein DJ mit den Stücken arbeiten. Aber er ist viel zu sehr damit beschäftigt, zu sammeln; jede Beschäftigung mit dem Gesammelten wird durch das ständige Auftauchen neuer Inhalte unmöglich gemacht. Der gasförmige Körper ist ein Informations-Kapitalist, der anhäuft, ohne je die geringste Anstrengung der Investition zu machen, machen zu können. Auch damit ähnelt er dem christlichen Gott, der nicht mehr in die Geschicke der Welt eingreift. Letztlich flüchtet der ideale gasförmige Körper vor der unendlichen Informationsflut in den Moment, er versucht, wenigstens ihn zur Gänze auszuschöpfen: Vergeblich, schon ein Augenblick ist, von jeder denkbaren Position aus betrachtet, eine Unendlichkeit.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Filmtheorie Filmgeschichte Medienwissenschaft
Autor*innen
Otmar Schöberl
Haupttitel (Deutsch)
moderne/körper/krieg
Hauptuntertitel (Deutsch)
Körperbilder und Informationsvermittlung im Medienverbund
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
181 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Brigitte Marschall ,
Johann Hüttner
Klassifikationen
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.10 Wissenschaft und Gesellschaft ,
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.00 Geisteswissenschaften allgemein: Allgemeines ,
24 Theater > 24.30 Film: Allgemeines
AC Nummer
AC14514783
Utheses ID
44027
Studienkennzahl
UA | 092 | 317 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1