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Erkenntnisse der Neurobiolgie für das (motorische) Lernen und den Lernalltag von Schülerinnen und Schülern unter besonderer Berücksichtigung von Bewegung und Sport
Philipp Enders
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Biologie und Umweltkunde UF Bewegung und Sport
Betreuer*in
Konrad Kleiner
DOI
10.25365/thesis.50222
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30903.67754.657665-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Hintergrund: Neue bildgebende und methodische Verfahren der Hirnforschung haben es in den letzten zwei Jahrzehnten möglich gemacht, einen tieferen Einblick in die Prozesse und Funktionsweisen des menschlichen Gehirns zu erhalten. Hierdurch wird auch eine der zentralen Funktionen des Gehirns – das Lernen – immer transparenter. Trotzdem kommt die Ein-arbeitung dieser neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse in den praktischen Alltag von Lehrerinnen und Lehrern nur schleppend voran. Selbst in der Ausbildung für Lehramtsstudentinnen und -Studenten (an der Universität Wien) ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Lehrerinnenbildung und Neurobiologie derzeit nicht erkennbar. Ausgehend von dem Grundgedanken, dass Expertinnen bzw. ein Experten durch das nötige Hintergrund- respektive Grundlagenwissen in ihrem Fachgebiet erst in der Lage sind, zielgerichtet und effizient zu arbeiten, ist diese Annahme auch für Lehrerinnen und Lehrer zu diskutieren. Unter besonderer Berücksichtigung von „Bewegung und Sport“ ist es Aufgabe dieser Diplomarbeit, die neurobiologischen Erkenntnisse von Lernen darzustellen und sie bezüglich ihrer Praxisrele-vanz für Sportlehrerinnen und -Lehrer und damit für Schülerinnen und Schüler zu überprüfen. Hierbei soll auch das enorme Potential von Bewegung bezüglich des Lernalltags von Schülerinnen und Schülern thematisiert werden. Das Rahmenkonzept zur Bearbeitung der Fragestellung orientiert sich an den Autoren Spitzer (2006) und Korte (2009), die in ihren Ausführungen davon ausgehen, dass neurobiologisches Grundlagenwissen dazu beiträgt, die Lernprozesse des Menschen zu verstehen und, basierend auf diesem Wissen, das Lernen in der Schule und im Alltag zu optimieren. Denn „die Ergebnisse der Erforschung des Gehirns [sind] für das Lernen etwa so wichtig wie die Astrophysik für die Raumfahrt oder die Muskel- und Gelenkphysiologie für den Sport.“ (Spitzer, 2006, S. XIII)
Ziel: Diese Diplomarbeit zeigt Lernen aus der neurobiologischen Perspektive und versucht die Frage zu beantworten, ob dieses Wissen für den Alltag Schule relevant ist. Ein besonderer Fokus wird hierbei auf das Unterrichtsfach „Bewegung und Sport“ gelegt. Folgende Fragen sollen im Verlauf der Arbeit beantwortet werden:
Welche neurobiologischen Erkenntnisse von (motorischem) Lernen lassen eine praxisorientierte Relevanz erkennen, um eine Verbesserung der initiierten Lernprozesse bei Schülerinnen und Schülern zu bewirken?
Lassen sich solche neurowissenschaftlichen Erkenntnisse mit den allgemeinen Methoden der Didaktik vereinen oder schließen sie sich einander aus?
Welche Konsequenz, aber vor allem welchen Mehrwert hat ein solches, interdisziplinäres Grundlagenwissen über Lernen für Sportlehrerinnen und –Lehrer?
Welchen Einfluss hat Bewegung auf das Lernen und den Lernalltag von Schülerinnen und Schülern?
Methoden: Unter Einbezug aktueller Fachliteratur und Artikeln wissenschaftlicher Fachzeitschriften wird das Thema hermeneutisch bearbeitet. Für die Literaturrecherche wurde auf die Datenbanken SPOLIT und PUBMED zurückgegriffen. Zusätzlich kam es zur Verwendung veröffentlichter Fachliteratur aus der Pädagogik, Didaktik und Gehirnforschung.
Ergebnisse: Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen deutlich, dass ein tieferes Verständnis von Lernen, seinen Teilprozessen und beeinflussenden Faktoren, einen offensichtlichen Einfluss sowohl auf den Lehralltag von Lehrerinnen und Lehrern, als auch auf den Lernalltag von Schülerinnen und Schülern haben kann. Dabei ist entscheidend, dass der Lernprozess in seiner grundlegenden Form immer gleich abläuft, unabhängig davon was gelernt wird. Damit können die neurobiologischen Erkenntnisse für das Lernen fächerübergreifend angewendet werden. Wie hierbei zweifelsfrei gezeigt werden kann, entsteht durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Didaktik und Neurowissenschaften ein wesentlich breiteres Spektrum an Interventionsmöglichkeiten für Lehrerinnen und Lehrer, um auf den Lernprozess ihrer Schülerinnen und Schüler positiv einzuwirken. Die allgemeinen didaktischen Methoden werden hierbei, aufgrund neurobiologischer Erkenntnisse, nicht wiederlegt, sondern vielmehr unterstützt und verfeinert. Ein weiteres Ergebnis dieser Arbeit ist der offensichtliche Mehrwert von neurobiologischem Grundlagenwissen für Sportlehrerinnen und -Lehrer. Durch dieses Hintergrundwissen bekommen viele methodische Zugänge einen wissenschaftlich verifizierten Wert, welcher deren Anwendung logisch erklärt und sich diese hierdurch effizienter gestalten lassen. Außerdem wird verdeutlicht, dass Bewegung und sportliche Aktivität einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung kognitiver Fähigkeiten und Fertigkeiten leisten kann. Wie die Ergebnisse dieser Arbeit darlegen, gibt es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der sportlichen (sowohl konditionell, als auch koordinativ) und kognitiven Leistungsfähigkeit. Durch diese Ergebnisse wird dem Unterrichtsfach „Bewegung und Sport“ im Kontext Schule eine weitere, wichtige Rolle zuteil.
Abstract
(Englisch)
Background: Based on new imaging technics and methods the last two decades’ brain research made it possible to get a deeper view into the functions and processes of the human brain. Through this, one of the central functions of the brain – learning – is getting more transparent. However, the incorporation of these new scientific findings into teacher’s daily routine is very slow. Even during the education of teachers (at the University of Vienna) an interdisciplinary collaboration of pedagogy and neuroscience is not perceivable yet. Based on the fundamental idea that experts just be in the position to work efficiently and goal directed because of the background knowledge in their specific field, here, this assumption is discussed for schoolteachers. Considering the subject physical education (PE) the abandonment of the thesis is to present the neurobiological findings of learning and to proof them regarding the relevance of use for PE teachers and subsequently for their students. In this connection, the potential of physical activity for the daily routine of students will be picked out as a central theme. The framework of this topic is geared to the authors Spitzer (2006) and Korte (2009) which assumed in their work that a neurobiological background knowledge contributes to understand the process of human learning and is based on this knowledge to optimize learning at school and in daily routine. Since “the results of brain research for learning [are] as important as the astrophysics for the aerospace or the physiology of muscles and articulations for the sport.” (Spitzer, 2006, S. XIII)
Purpose: This thesis shows learning from a neurobiological perspective and tries to figure out the relevance of this knowledge for daily routine at school. Additionally, a specific view on physical education (PE) is presented. The following main research questions should be answered during this work:
Which neurobiological findings of (motor) learning show a practical relevance to initiate an improvement of the learning process of students?
Is it possible to combine these neurobiological findings with the general methods of didactics or are they mutually exclusive?
Which consequences and which additional benefits for physical education teachers does an interdisciplinary background knowledge of learning have?
Which influence has physical activity on learning and the daily routine of learning of students?
Methods: Using technical literature and scientific articles this topic is investigated hermeneutically. For literature research the data bases SPOLIT and PUBMED were accessed. Additionally, technical literature of pedagogy, didactics and brain research were utilized.
Results: The results indicate that a deeper understanding of learning, its subprocesses and manipulating factors can have a clear influence on daily routine of teachers and students. For that matter, irrespective of what should be learned, it is essential that the basic pattern of the learning process itself is always the same. Thereby the neurobiological findings of learning can be used interdisciplinary. Without a doubt, it can be shown that because of an interdisciplinary collaboration of didactics and neuroscience a substantially bigger spectrum of interventions opens up for teachers to manipulate the process of students’ learning positively. Due to the neurobiological findings, the general methods of didactics are not getting disproved but rather getting supported and improved. Further results of this thesis show the obvious additional benefit of the neurobiological background knowledge for physical education teachers. With this background knowledge, a lot of methodical approaches are getting a scientific verified value, which makes its implementation logical and easier for schoolteachers to shape these methods more efficiently. Furthermore, it is shown that physical activity makes an important contribution to improve cognitive capabilities and skills. Accordingly, this research presents data of significant correlations between motor and cognitive capacity. These results bestow PE another very important role in the context of school.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
learning physical education physical activity cognition neurodidactics neurobiology
Schlagwörter
(Deutsch)
Lernen Bewegung und Sport sportliche Aktivität Kognition Neurodidaktik Neurobiologie
Autor*innen
Philipp Enders
Haupttitel (Deutsch)
Erkenntnisse der Neurobiolgie für das (motorische) Lernen und den Lernalltag von Schülerinnen und Schülern unter besonderer Berücksichtigung von Bewegung und Sport
Paralleltitel (Englisch)
Knowledge of neurobiology for (motor) learning and everyday life learning of students under special consideration of physical education
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
104 Seiten : Illustrationen, Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Konrad Kleiner
AC Nummer
AC15003767
Utheses ID
44408
Studienkennzahl
UA | 190 | 445 | 482 |
