Detailansicht
Nähe und Ferne in Britta Thies "Translantics"
Teresa Retzer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Kunstgeschichte
Betreuer*in
Sebastian Egenhofer
Mitbetreuer*in
Wolfram Pichler
DOI
10.25365/thesis.50382
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17981.45506.899473-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Webserie Translantics (2015) der deutschen Künstlerin Britta Thie (geb. 1987). Thie ist unzufrieden mit dem Elitismus der Kunstwelt und möchte diese mithilfe ihrer Serie einem Publikum, das sich außerhalb dieser hermetisch geschlossenen Kreise bewegt, näherbringen. Zudem kritisiert die Künstlerin den Einfluss kommerzieller Unterhaltungsserien auf die Zuschauerinnen, da die Grenze zwischen filmischer und wirklicher Realität in der Wahrnehmung verschwimme (‚Netflixication’). So wurde einerseits überlegt, ob Translantics die exklusive Kunstwelt einem breiten Publikum zugänglich macht, und zugleich, inwiefern sich innerhalb der Serie eine Kritik an zwei Systemen äußert: dem Kunstsystem und der Unterhaltungsindustrie. Den methodischen Kern dieser Masterarbeit bildet die Analyse ausgewählter Folgen der Serie, die mit verschiedenen Filmen und Formaten aus der Unterhaltung sowie mit zeitgenössischen künstlerischen Arbeiten verglichen wurden. Die Videoarbeit wurde als Beispiel für eine dialektische Auseinandersetzung mit verschiedenen Unterhaltungsformaten gewertet, die von Martha Rosler bereits in den 1970ern von Künstlerinnen gefordert worden war, jedoch wird nicht der Effekt der illusionistischen Nähe zur fiktiven Kunstwelt aufgebaut wie in Unterhaltungsserien. Die Serie wurde nicht als Beispiel für eine produktive systemkritische Arbeit ausgewiesen, da die Kunstwelt und das Kunstsystem zwar persifliert werden, jedoch in ihrer Abgeschlossenheit erhalten bleiben. Zudem schlagen die Serienfiguren keine Veränderungen am status quo des Kunstsystems vor, und auch innerhalb des Produktionsrahmens der Serie wird keine fruchtbare Neuverhandlung der Produktionsbedingungen deutlich. Mit der Schirn Kunsthalle Frankfurt als wichtigstem Produktionspartner trägt Translantics zum Fortbestehen des Produktionsapparats bei, anstatt sich mit der Problematik der Exklusivität des Kunstsystems auseinanderzusetzen.
Abstract
(Englisch)
This thesis takes German artist Britta Thie’s (b. 1987) webseries Translantics (2015) as its point of departure. This thesis analyzes select episodes and juxtaposes them with films, series, and contemporary art practices. Building on narrative and dramatic structures borrowed from the commercial entertainment industry, Thie showcases their contempt for the art world’s elitism and aims to provide a point of entry into the ‘hermetic circle’ for an audience located outside of it. The artist also criticizes the commercial entertainment formats’ influence on its audience, as the border between these formats’ fictions and the audience’s lived reality blurs (“Netflixication”). Translantics is analyzed as a dialectical examination of various popular formats. It was demonstrated that the series exposes the viewer to a friction between apperceptive empathy and aesthetic distance, however does not yield the same degree of a diegetically possible world as in most commercial formats. For this it became clear that Translantics remains inaccessible to an audience outside of the elitist art world. While the series satirizes the art world, it reproduces its hermeticism and hence fails to effectively critique its subject. Moreover, the plot does not provide alternatives to the status quo of the art system and its market, and there was no productive renegotiation of the series’ conditions of production. To the contrary, with Schirn Kunsthalle Frankfurt as its main production partner, Translantics contributes to stabilizing and further reinforcing the art world’s apparatuses of production.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Martha Rosler Contemporary Art Film analysis Film Video Internet Network Elitism Art system Perception Entertainment
Schlagwörter
(Deutsch)
Martha Rosler Zeitgenössische Kunst Filmanalyse Videokunst Internet Elitismus Kunstsystem Wahrnehmung Unterhaltung
Autor*innen
Teresa Retzer
Haupttitel (Deutsch)
Nähe und Ferne in Britta Thies "Translantics"
Paralleltitel (Englisch)
Proximity and distance in Britta Thie’s "Translantics"
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
134 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Sebastian Egenhofer
Klassifikationen
20 Kunstwissenschaften > 20.07 Kunstkritik, Kunstinterpretation ,
20 Kunstwissenschaften > 20.10 Kunst und Gesellschaft
AC Nummer
AC15295922
Utheses ID
44544
Studienkennzahl
UA | 066 | 835 | |
