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Das eiserne Rückgrat der Herrschaft – die Ugandabahn und die Errichtung der britischen Kolonialherrschaft in Ostafrika
Helen Schmitt-Lohmann
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie (Dissertationsgebiet: Afrikawissenschaften)
Betreuer*in
Kirsten Rüther
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.50929
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25800.32513.129869-4
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Anfangsphase der britischen Kolonialherrschaft in Ostafrika. Im Zentrum des Interesses steht dabei die Frage danach, auf welche Weise koloniale Herrschaft mit Hilfe von Infrastruktur erzeugt, kommuniziert, agiert, ausgehandelt und in Frage gestellt wurde. Als Untersuchungsgegenstand wurde die Ugandabahn in Britisch Ostafrika gewählt, da ihr Bau in die Konsolidierungsphase der britischen Kolonialherrschaft in Ostafrika fiel. Im Zentrum meines Interesses steht der Übergang von sporadischer Macht hin zu verfestigter Herrschaft in den Jahren zwischen 1893 und dem Beginn des Ersten Weltkrieges. Im Fokus dieser Aushandlungsprozesse von Herrschaft stehen dabei die Akteure. Es sind die für den Bau der Bahn angeworbenen indischen Arbeiter und die indischen Kleinhändler, die ihnen folgten. Es sind die Afrikanerinnen und Afrikaner, deren Raum durch den Bau der Bahn eine Neuordnung erfuhr und die als Dolmetscher, Träger oder ortskundige Führer in den Bau der Bahn eingebunden waren. Es waren auch die britischen Verwaltungsbeamten und Ingenieure und die europäischen Siedler, die sich vom Bau der Bahn wirtschaftliche Prosperität versprachen. Sie alle konstituierten die Globalgesellschaft der Kolonie und trafen im Umfeld der Ugandabahn in unterschiedlichen Kontexten immer wieder aufeinander. Sie waren Teil des Aushandelns von Herrschaft, dem Prozess der Herrschaftsetablierung, der letztlich zur Verfestigung von kolonialer Herrschaft führte. Um diese Prozesse nachzuzeichnen, wurden emblematisch fünf Situationen kolonialer Herrschaft ausgewählt anhand derer diese Aushandlungen und Interaktionen an Kontur gewinnen können, nämlich Arbeit, Mobilität, Urbanisierung, Wirtschaft und Aneignung. Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass der Einfluss der Ugandabahn auf die Prozesse der britischen Herrschaftsetablierung in Ostafrika erheblich war und, dass die Dichotomie von Herrschern und Beherrschten einer differenzierten Betrachtungsweise weichen muss, die Unterdrückung und Ausbeutung klar benennt, jedoch auch Handlungsspielräume und Aushandlungsprozesse sichtbar macht. Damit leistet die Arbeit einen wichtigen Beitrag zur neueren Kolonialismusforschung.
Abstract
(Englisch)
This thesis is concerned with the early stages of British colonial rule in East Africa. It focuses on the question of how colonial rule was established, communicated, negotiated and also questioned via the construction of infrastructure. The more specific object of investigation is the construction of the Uganda railway, which was built during the initial phase of consolidation of British rule in East Africa. The thesis focuses on the transition to a more established form of governance in the period of 1893 until the beginning of World War I. In focusing on the negotiation processes involved in the establishment of British rule, the thesis discusses the role of several groups of actors involved in them. First, these are the Indian migrant worker hired to construct the railway and the Indian salesmen who followed them. Second, the role of the African people is discussed, whose territories were reshaped by the railway and who worked as interpreters, guides and carriers during its construction. Third, it discusses the role of the British administrative staff and the engineers, and the European settlers, to whom the railway was a promise of prosperity. All of these groups interacted with each other in various ways and together constituted a global colonial society. They took part in negotiating power during the phase of establishment of British rule in East Africa. In order to illustrate these processes of interaction and exchange, five exemplary situations of colonial rule are chosen, namely work, mobility, urbanization, economy and appropriation. The results of the present study show that the Uganda railway played a crucial role in the establishment of British rule in East Africa. More specifically, it is shown that a differentiated perspective that overcomes the dichotomy of colonizers and colonized, while not denying the processes of oppression and exploitation, makes visible negotiation processes between the different groups shaping the colonial society. In this sense the current thesis makes a relevant contribution to recent research in colonial studies.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Ostafrika Infrastruktur Ugandabahn Kolonialismus britisches Empire Verflechtungsgeschichte
Autor*innen
Helen Schmitt-Lohmann
Haupttitel (Deutsch)
Das eiserne Rückgrat der Herrschaft – die Ugandabahn und die Errichtung der britischen Kolonialherrschaft in Ostafrika
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
248 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Margarete Maria Grandner ,
Katrin Bromber
Klassifikation
15 Geschichte > 15.09 Wirtschaftsgeschichte
AC Nummer
AC15010085
Utheses ID
44991
Studienkennzahl
UA | 792 | 390 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1